Die Stadt Gossau sucht vier Fachleute innert 13 Tagen

Ab kommendem Jahr wacht eine Kommission über die Gossauer Stadtwerke. Seit Mittwoch sucht die Stadt Mitglieder dafür. Die Bewerbungsfrist läuft Ende Dezember ab.

Johannes Wey
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Stadträtin Claudia Martin wird der Kommission vorstehen. (Bild: Ralph Ribi - 18. Oktober 2017)

Stadträtin Claudia Martin wird der Kommission vorstehen. (Bild: Ralph Ribi - 18. Oktober 2017)

Es eilt bei den Gossauer Stadtwerken: Am Mittwoch wurde ein Inserat mit der Überschrift «Mitglieder gesucht für Kommission Stadtwerke» publiziert. Wer sich für die Aufgabe interessiert, muss sich sputen – die Bewerbungsfrist läuft bis 31. Dezember. Als Ansprechperson für Interessenten ist Stadträtin Claudia Martin angegeben. «Der Stadtrat wählt die Kommission im Januar», begründet sie den Zeitplan. Aufgrund der personellen Wechsel im Unternehmen habe man dem operativen Geschäft Priorität einräumen müssen. Bei der Bildung der Kommission liege man aber nach wie vor im Zeitplan.

Diese wird ihre Arbeit im ersten Quartal 2019 aufnehmen. Als Fachgremium soll sie den Stadtrat beraten und dessen Bindeglied zur Geschäftsleitung bilden. Die neue Kommission ist eine Folge der Neuorganisation der Stadtwerke. Damit erhält die Geschäftsleitung mehr Spielraum. Die Kommission soll ein «Sparringpartner» für die Geschäftsleitung werden, sagt Martin.

Die Ersten meldeten sich schon im März

Sie zeigt sich zuversichtlich, dass innert der Frist genügend geeignete Bewerbungen eingehen. Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet, nachdem das neue Stadtwerkreglement im März vom Parlament abgesegnet worden war. Martin wird als Vertreterin des Stadtrats den Vorsitz der fünfköpfigen Kommission übernehmen. Die Mitglieder erhalten eine Pauschalentschädigung und ein Sitzungsgeld für die jährlich vier bis fünf Sitzungen und die ein bis zwei ganztägigen Workshops. Dafür sind im Budget 30000 Franken vorgesehen.

Fachlich abgestützt und gut durchmischt

Das Anforderungsprofil für die Kommission verlangt Fachwissen: Je ein Mitglied soll Kompetenzen in rechtlichen Fragen, Energietechnik und Innovation, Datenmanagement und Informatik sowie Betriebswirtschaft und Finanzen mitbringen. Das Gremium als Ganzes soll über fundierte Kenntnisse der Energie- und Kommunikationsmärkte sowie über Infrastruktur- und Bauinvestitionen verfügen.

Die Kommissionsmitglieder sollen zudem strategisches Denken und Belastbarkeit mitbringen und frei von Interessenkonflikten sein. Und im Anforderungsprofil gleich zweimal erwähnt: Die Mitglieder müssen im Team funktionieren.

«Wir stellen eine neue Kommission auf die Beine, deren Mitglieder ganz unterschiedliche fachliche Rucksäcke mitbringen. Natürlich legen wir da grossen Wert auf die Sozialkompetenz.»

Eine weitere Anforderung ist Diversität bezüglich Alter und Geschlecht. Im Anforderungsprofil selbst heisst es einschränkend, dass ein Idealzustand beschrieben werde. Falls nicht alle Kriterien erfüllt werden können, müsse davon abgewichen werden.

Gesucht: Spezialisten aus der Wirtschaft

Explizit von der Kommission ausgeschlossen sind gemäss Stadtwerkreglement Mitglieder des Stadtparlaments. Eher nicht erwünscht seien zudem Verwaltungsmitarbeiter. «Wir wünschen uns Leute aus der Wirtschaft», sagt Martin.

Nach der Kündigung von Geschäftsleiter Peter Guler wird der interimistische Geschäftsleiter Urs Peter von der St. Galler IBG Engineering AG unterstützt. Voraussichtlich bis Dezember 2019 stellt sie die beiden weiteren Geschäftsleitungsmitglieder. Wird die Beratungsfirma auch im neuen Beratungsgremium eine Rolle spielen? «Das ist möglich. Über die Zusammensetzung entscheidet der Stadtrat», sagt Martin.