«Soul Gallen ist ein Phänomen»: Die Partyreihe im St.Galler Palace gibt es seit zehn Jahren

Stets volles Haus mit Funk und Soul: Die Partyreihe «Soul Gallen» feiert am Freitag den zehnten Geburtstag.

Sandro Büchler
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Einer der zahlreichen Gäste: Lee Fields.

Einer der zahlreichen Gäste: Lee Fields.

Bild: Urs Bucher (23. März 2012)

Wenn im Palace am Freitagabend die Discokugel dreht und funkelt und sich eine tanzfreudige Meute zum Soul der 1960er-Jahre bewegt, dann ist «Soul Gallen» angesagt. Seit zehn Jahren ist die monatliche Partyreihe Garant für ein volles Haus und eine ausgelassene Stimmung.

«Der anhaltende Zustrom ist aussergewöhnlich», sagt der Gründer Klemens Wempe alias DJ Soulsonic. «Soul Gallen ist ein Phänomen.» Den Erfolg könne er sich aber nicht schlüssig erklären. Einerseits passe das Palace mit seinem nostalgischen Flair sehr gut. Andererseits wertet Wempe das gemischte Publikum als Erfolgsfaktor.

Zahlreiche Stammgäste – auch aus Deutschland und Österreich – kämen seit der ersten Ausgabe. «Für diese ist ‹Soul Gallen› ein fixer Termin in der monatlichen Agenda.»

Doch nicht nur Liebhaber und Connaisseure der Soul- und Funkmusik strömen regelmässig ins Palace.

«Viele wissen einfach, dass es stets ein guter Abend ist.»

Es gäbe keine vergleichbare Party im Umkreis. Ältere fühlten sich bei «Soul Gallen» genauso wohl wie Jüngere. «Es tauchen immer wieder neue Leute auf, die die Musik erst für sich entdecken», sagt der 53-Jährige. Da er das Gespielte aufzeichnet und online stellt, würden sich zu Hause viele «mit der Materie» vertiefen.

Neue Variationen kamen hinzu

Ein Markenzeichen des Formats sind die Gast-DJs und -musiker. «Für Freitagabend habe ich meine alten Kumpels DJ Sanfilippo und Novak eingeladen.» Beide stehen seit den Anfängen immer wieder mit Wempe an den Plattentellern. «Aber wir haben keine Torte bestellt.»

In den zehn Jahren habe sich nur wenig verändert. Durch die Gäste sei das musikalische Spektrum breiter geworden. «Soul ist immer noch der Kernbereich, aber Variationen kamen hinzu.» Afrobeat, Hiphop, karibische Klänge, Gospel. «Lee Fields brachte 2012 zum Beispiel Soul mit viel Blues auf die Bühne.»

Die Soulmusik löse bei vielen positive Emotionen aus. Wempe berichtet von einem Afrikaner, der sichtlich gerührt auf ihn zukam. Die gespielte Musik habe er seit seiner Kindheit nicht mehr gehört.

«Aber er konnte sich keinen Reim darauf machen, wie diese Musik in St.Gallen gelandet war.»

Hinweis: «Soul Gallen», Freitag, 22 Uhr, Palace.