Sondieren für die Einheitsgemeinde - Wittenbach steht ein langer Weg bevor

Eine Einheitsgemeinde in Wittenbach setzt Veränderungen bei der regionalen Oberstufenschulgemeinde Grünau voraus. Alle Optionen bis hin zu einer Aufhebung sollen diskutiert werden.

Roger Fuchs
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Die Regionale Oberstufenschulgemeinde Grünau ist 1974 gegründet worden. (Bild: Ralph Ribi (6. Juni 2019)

Die Regionale Oberstufenschulgemeinde Grünau ist 1974 gegründet worden. (Bild: Ralph Ribi (6. Juni 2019)

Dass sich die Räte der politischen Gemeinden Wittenbach, Muolen und Berg, der Primarschule Wittenbach und der gemeinsamen Oberstufe Grünau kürzlich trafen, um über künftige Strukturen zu diskutieren, zeigt: Die Gemeinde Wittenbach will vorwärtsmachen im Hinblick auf eine Einheitsgemeinde. Eine solche ist aber nur möglich, wenn die Schulstrukturen verändert werden. Die Primarschule Wittenbach wie auch die regionale Oberstufenschulgemeinde Grünau sind derzeit eigene Körperschaften.

In einem nächsten Schritt will man unter Mitwirkung der involvierten Behörden eine Projektorganisation auf die Beine stellen. Die Führung dazu liegt bei Oliver Gröble, dem Gemeindepräsidenten von Wittenbach. Gröble:

«Es geht nun darum, eine saubere Auslegeordnung zu machen, Chancen und Gefahren einander gegenüberzustellen und optionale Wege aufzuzeigen.»

Was dabei herauskomme, sei völlig offen. Einigkeit herrsche aktuell einzig und allein darüber, dass man die nächsten Schritte anpacken wolle.

Gemäss Oliver Gröble stehen für Wittenbach zwei Möglichkeiten im Raum. Eine kleine Einheitsgemeinde mit Integration der Primarschule Wittenbach oder eine grosse Einheitsgemeinde inklusive Oberstufe. Letzteres erfordert eine Veränderung der heutigen regionalen Oberstufenschulgemeinde Grünau. Sie müsste in der bisherigen Form aufgelöst werden. Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit gilt es zu finden. Die Projektorganisation hat den Auftrag, auch in diesem Punkt sämtliche Fragen zu prüfen und Antworten vorzulegen.

Den Wittenbachern ihr Ziel nicht verbauen

Gegründet wurde die Regionale Oberstufenschulgemeinde Grünau 1974 nach einer Abstimmung in Berg, Muolen und Wittenbach. Dass diese heute, gut 40 Jahre später, aufgehoben werden könnte, hindert die Gemeinderäte von Muolen und Berg nicht daran, sich an den Strukturdiskussionen zu beteiligen. «Es wäre falsch, wenn wir als politische Gemeinde Berg eine Einheitsgemeinde in Wittenbach ausser Reichweite bringen würden», sagt Sandro Parissenti, Gemeindepräsident von Berg. Bestimmt werde man innerhalb des Prozesses aber auf Parameter stossen, die man nicht aus der Hand geben möchte. Jetzt sei es noch zu früh, Konkretes zu nennen. Fakt ist hingegen: Die Führung einer eigenen Oberstufe ist derzeit weder für Berg noch für Muolen ein Thema. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wäre nicht gegeben», sagt Parissenti. Und der Muoler Gemeindepräsident Bernhard Keller gibt zu bedenken, dass in seinem Dorf im Moment die Infrastruktur nicht vorhanden wäre, um die Oberstufenschüler zu beschulen.

Abstimmungen auf diversen Ebenen sind zu erwarten

Die Arbeit der Projektorganisation wird aufzeigen, wohin die Reise gehen könnte. Eine Not, an der Oberstufenstruktur zu rütteln, gibt es zumindest aus Sicht von Berg und Muolen nicht. Die heutige regionale Oberstufenschulgemeinde Grünau sei ein gut funktionierendes Konstrukt. «Angesichts dessen haben wir nicht den Bedarf, dass etwas über den Haufen geworfen wird», so Keller. Sandro Parissenti spielt Wittenbach den Ball zu, Lösungen auf den Tisch zu bringen, wenn sich diese Gemeinde verändern wolle. «Dann werden wir die Vorschläge ernsthaft prüfen.»

Einfach wird der Weg zu einer Einheitsgemeinde mit integrierter Oberstufe für Wittenbach nicht. Wegen der vielen involvierten Körperschaften müssten entsprechende Bürgerschaftsvorlagen auf diversen Ebenen zur Abstimmung gebracht werden. Dessen ist sich auch Oliver Gröble bewusst: «Wir haben nicht die Befugnis, den anderen etwas vorzuschreiben. Unsere heutige Kooperation basiert auf einer Partnerschaft. Und so muss auch der jetzt startende Prozess partnerschaftlich ablaufen.»