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Sonderschüler in St.Gallen haben keinen Anspruch auf Betreuung

Steht die Tagesbetreuung in der Stadt St.Gallen auch Sonderschülern offen? Dies fragt CVP-Stadtparlamentarierin Gisela Keller in einer Einfachen Anfrage. Der Stadtrat antwortet mit einem Jein.
Roger Berhalter
Jacke und Schuhe selber anziehen: Damit die Integration von Sonderschülern in die Tagesbetreuung gelingt, müssen die Kinder gewissen alltäglichen Herausforderungen gewachsen sein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Jacke und Schuhe selber anziehen: Damit die Integration von Sonderschülern in die Tagesbetreuung gelingt, müssen die Kinder gewissen alltäglichen Herausforderungen gewachsen sein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Für Kindergärtler und Schüler, die eine öffentliche Schule in St.Gallen besuchen, ist der Fall klar: Die Tagesbetreuung ist bedarfsgerecht. Wer also den Mittagstisch oder eine andere Betreuungseinheit besuchen möchte, kann dies tun.

Es gibt nebst diesen öffentlichen Regel- aber auch die privaten Sonderschulen: die Heilpädagogische Schule, die Sprachheilschule, die CP-Schule und die Sonderschule Tipiti. Bei diesen Kindern ist die Situation weniger klar, was die Tagesbetreuung betrifft, findet CVP-Stadtparlamentarierin Gisela Keller.

In einer Einfachen Anfrage möchte sie vom Stadtrat wissen, ob die höchste Betreuungsstufe FSA plus auch Sonderschulkindern offen stehe. «Dürfen sich städtische Sonderschüler bei einem FSA plus ihres Wohnquartiers anmelden?», fragt sie in ihrem parlamentarischen Vorstoss.

Eltern von Sonderschulkindern seien in der Betreuung besonders gefordert. An der Heilpädagogischen Schule St.Gallen beispielsweise gebe es zwar den Mittagstisch, nicht aber die Morgen- und die Nachmittags- sowie die Ferienbetreuung.

Die Gegebenheiten vor Ort müssen stimmen

Der Stadtrat beantwortet Kellers Frage mit einem Jein: Ja, Eltern von Sonderschülern dürften ihre Kinder grundsätzlich für FSA plus anmelden. «Es besteht aber kein Anspruch auf Aufnahme», schreibt der Stadtrat. Derzeit besuchten elf Kinder aus Sonderschulen ein Angebot der Tagesbetreuung. Jeden Fall gelte es individuell zu prüfen.

Der Entscheid, ob ein Sonderschulkind in die Tagesbetreuung aufgenommen werde, sei von vielen Kriterien abhängig. Einerseits müssen laut Stadtrat die Gegebenheiten vor Ort stimmen, also die räumlichen, personellen und betrieblichen Voraussetzungen. «Die Mitarbeitenden sind nicht in Sonder- oder Heilpädagogik ausgebildet», betont der Stadtrat. Sie könnten deshalb weder den Bedürfnissen jedes einzelnen Sonderschulkindes gerecht werden noch pflegerische Leistungen erbringen.

Anderseits müsse das Kind den Anforderungen gewachsen sein: dem Hin- und Herwechseln zwischen Sonderschule und Tagesbetreuung, den zusätzlichen Bezugspersonen, den alltäglichen Verrichtungen wie Essenseinnahme, Toilettengang oder An- und Ausziehen von Jacke und Schuhen.

Seien aber alle Voraussetzungen erfüllt, «stellt die Integration in die Tagesbetreuung nicht nur für das Sonderschulkind eine Bereicherung dar, sondern auch für die anderen Kinder».

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