Die Solidarität in der Region Rorschach ist spürbar: Spendenaktionen für Opfer der Coronakrise sind geglückt

Der FC Rorschach-Goldach 17 spendet an die Spitex – das ist nur eine von vielen Solidaritätsaktionen um Corona. Die Bevölkerung in der Region Rorschach kauft fleissig Gutscheine.

Jolanda Riedener/Res Lerch
Drucken
Teilen
FC-Präsident Markus Hundsbichler (links) übergibt Spitex-Bodensee-Präsident Stefan Rutz einen Check.

FC-Präsident Markus Hundsbichler (links) übergibt Spitex-Bodensee-Präsident Stefan Rutz einen Check.

Bild: Res Lerch

Für viele Gastronomen und Gewerbetreibende war der Lockdown ein Schock. Dennoch haben sie auch im Rahmen von zahlreichen Aktionen Solidarität aus der hiesigen Bevölkerung gespürt. Alle Goldacher Haushalte haben von der Ortsgemeinde einen Einkaufsgutschein von 25 Franken erhalten, denn sie bei einem Mindestbetrag von 50 Franken bis Ende August einlösen können. Laut Rolf Heinzmann, Präsident der Ortsgemeinde Goldach, habe man viele positive Rückmeldungen dazu erhalten und rechne damit, dass ein grosser Teil der Gutscheine eingelöst werde.

Rorschach hat die Bevölkerung aktiv dazu aufgerufen, in der Krise vermehrt das lokale Gewerbe zu berücksichtigen. Der Gewerbeverein hat zusammen mit der Ortsbürgergemeinde mit dem Rorschach-O-Meter eine Gutscheinaktion lanciert: Bisher sind 55850 Franken zusammengekommen.

Die Masse hilft, schwierige Zeiten zu überbrücken

Die Plattform Lokalhelden, ein Crowdfunding-Projekt der Raiffeisenbank, haben einige der Betriebe genutzt, um der Krise entgegenzuwirken.

Besonders erfolgreich war das Rorschacher Hotel Café Mozart: 145 Unterstützerinnen und Unterstützer haben Gutscheine für das Lokal gekauft oder gespendet, 20'020 Franken sind zusammengekommen. «Um auch in Zukunft nach dem Sonntagsspaziergang am Bodensee im Café Mozart einkehren zu können oder einen Mittagessen auf der Gartenterrasse mit Seesicht geniessen zu können», heisst es im Spendenaufruf.

Auch das Rorschacher Dekogeschäft Verzauberte Momente bot Gutscheine an und erreichte auf diese Weise einen Zustupf von 2257 Franken. Gemäss Daniel Schneider, der mit seiner Frau Brigitte auch ein Gastronomieunternehmen führt, habe man etwas mehr erwartet. Er sagt:

«Unsere Artikel stehen nun einmal nicht auf der obersten Prioritätenliste.»

Das Paar sei aber froh, dass es die Krise überbrücken konnte und keine Kündigungen nötig wurden.

Gabj Neher und ihr Mann Jacques führen das Restaurant Löwen in Tübach.

Gabj Neher und ihr Mann Jacques führen das Restaurant Löwen in Tübach.

Bild: Hanspeter Schiess

Die Tübacher Wirtschaft zum Löwen konnte sich ebenfalls 9850 Franken in Form von Gutscheinen und Spenden freuen: «Um Arbeitsplätze zu sichern und Fixkosten zu decken», heisst es auf der Spendenseite.

Für Spitzenleistungen im Pflegebereich

In einem fiktiven Finalspiel traf der FC Rorschach-Goldach 17 zum Saisonabschluss nochmals auf den einzigen und äusserst unbequemen Rückrundengegner: Covid-19. Für dieses «Spiel» verkaufte der FC RG 17 801 Tickets à fünf Franken und konnte somit der Spitex Bodensee einen Check über 2000 Franken überreichen. Die andere Hälfte fliesst in die Juniorenarbeit des Fussballclubs.

Die Spitex Bodensee entstand durch die Fusion der beiden Institutionen Spitex Krankenpflegeverein Rorschach/Rorschacherberg und dem Spitex Verein Goldach Mörschwil und Untereggen. Rund 40 Mitarbeitende kümmern sich um ein Einsatzgebiet mit 32000 Einwohnern. Spitex-Präsident Stefan Rutz, Goldach, bedankte sich für die Unterstützung: «Der FC Rorschach-Goldach 17 bringt Spitzenleistungen im Fussball und unsere Mitarbeitenden Spitzenleistungen im Pflegebereich, die speziell während der Coronakrise allen alles abverlangte und immer noch abverlangt.» Das Geld werde den Mitarbeitenden für spezielle Anlässe übergeben.

Mehr zum Thema