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Solarenergie speichern: Ein Steinacher Architekt hat die Sonne im Keller

Der Steinacher Andreas Dörig speichert seinen Solarstrom mit einer Batterie. Damit ist er in der Region ein Vorreiter.
Sheila Eggmann
Andreas Dörig zeigt seine Stromspeicher aus Blei-Akkus, die zusammen eine Speicherkapazität von 24 Kilowatt aufweisen. (Bild: Sheila Eggmann)

Andreas Dörig zeigt seine Stromspeicher aus Blei-Akkus, die zusammen eine Speicherkapazität von 24 Kilowatt aufweisen. (Bild: Sheila Eggmann)

Das Problem ist bekannt: Solarstrom, der nicht gebraucht wird, fliesst ins Netz. Abends oder nachts, wenn die Sonne nicht mehr scheint, muss der Strom wieder aus dem Netz bezogen werden. Beim Steinacher Andreas Dörig ist das anders. Er hat einen Batteriespeicher bei sich zu Hause installiert. Strom, den er tagsüber nicht braucht, kann er abends daraus beziehen.

In den vergangenen Sommermonaten hat er damit bis zu 97 Prozent des eigenen Strombedarfs selbst produziert, ungefähr einen Drittel davon hat er zuvor in der Batterie zwischengespeichert. In Steinach ist er der erste mit einer solchen Solarbatterie. Der Gemeinderat beschäftigt sich ebenfalls mit der Anschaffung eines Batteriespeichers, die Bürger stimmen im Jahr 2020 darüber ab. Die Technologie ist noch relativ neu und verhältnismässig teuer. Das bestätigt Beat Kölbener von der Energieagentur St. Gallen. «Die Technologie steht noch am Anfang. Aber sie ist im Kommen», sagt er.

Dörig hat für die Batterie Fördergelder von der örtlichen Energiekommission erhalten. Als eine der Bedingungen hat er Anfang Woche einen Infoabend für Interessierte organisiert. Unter anderem hätten viele Politiker die Anlage angeschaut. Einer von ihnen habe zu Dörig gesagt: «Bis heute Abend habe ich nicht geglaubt, dass das funktioniert.»

Jedes Panel kann einzeln ausgewertet werden

Es regnet. Als Andreas Dörig zum Interview einlädt, ist nicht der beste Tag, um für Sonnenenergie zu werben. «Ich habe trotzdem heute schon sechs Kilowatt Strom produziert», sagt er nicht ohne Stolz, während er auf Messungen auf seinem Computer zeigt. Im Anschluss führt der 42-Jährige durch seine Anlagen. In der Garage sind Plakate aufgehängt, die noch von der Infoveranstaltung zeugen. Sie zeigen allerlei technische Informationen. Etwa, welches von Dörigs Solarpanels wie viel Strom pro Tag produziert. «Mich fasziniert die Technik, aber ich lege auch gerne mal das Handy auf die Seite», sagt er.

Den Strom für die Batterie produziert Dörig mit den Paneelen auf seinen in Richtung Süden und Norden ausgerichteten Hausdächern und einem Balkongeländer. Den Entscheid für die Anlage mit Speicher fiel dem Steinacher leicht. «Ich dachte: Wenn ich schon eine Anlage baue, will ich möglichst viel Strom selber verbrauchen.» Mit ein Grund war auch sein Beruf, Dörig hat ein Architekturbüro in Roggwil. «Ich kann jetzt bei Beratungsgesprächen aus Erfahrung sprechen», sagt er.

Die Ökobilanz fällt besser aus, jedoch ist die Herstellung problematisch

Wie umweltfreundlich ist ein Solarstromspeicher? Dieser Frage ist «Energie Schweiz» nachgegangen. Das Programm vom Bundesamt für Energie kommt zum Schluss, dass die Ökobilanz einer Fotovoltaikanlage mit Speicher und Netzanschluss besser ausfällt als der Schweizer Verbraucherstrommix. Als problematisch sieht es vielmehr die sozialen Auswirkungen auf die Bevölkerung in den Abbaugebieten der nötigen Rohstoffe. Den grössten Einfluss hat gemäss «Energie Schweiz» die Herstellung der Batterien. Zurzeit sind Lithium-Ionen-Batterien bei Speichern in Gebäuden marktführend, schreibt die Energieagentur St. Gallen in einem Infoblatt. Diese enthalten jedoch den seltenen und problembehafteten Rohstoff Kobalt. Intensiv erforscht und auch bereits auf dem Markt erhältlich sind Speicher, die Kochsalz oder Salzwasser in Verbindung mit gängigen Metallen. Andreas Dörig wiederum verwendet Bleibatterien.

Finanziell sei ein Solarstromspeicher noch nicht besonders interessant. Es gebe oft Leute, die ihn fragen würden, ob das rentiere. «Es geht heute alles über das Portemonnaie. Das ist schade.» Kölbener sagt zur Preisentwicklung: «Es ist davon auszugehen, dass der Preis, ähnlich wie bei den Fotovoltaikanlagen selbst, stetig sinken wird.» Bis es so weit ist, würden die Anlagen wohl nur aus ideellen Gründen oder von Technikfreaks installiert werden. «Ich hoffe, dass trotzdem noch einige folgen», sagt Dörig.

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