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So war die Museumsnacht: im Kunstmuseum ein Rausch, im Botanischen Garten ein Höhenflug und in der Vadiana eine Reise in die Zeit der Flugpioniere

Die Museumsnacht stand dieses Jahr unter dem Motto Höhenflüge. Die teilnehmenden Institutionen liessen sich dazu einiges einfallen.
Marlen Hämmerli, Sandro Büchler und Laura Widmer

Kunstmuseum: Die Nacht verfliegt

Das Bild eines Strassenmusikers wurde auf einen Spiegel gemalt.Bilder: Benjamin Manser

Das Bild eines Strassenmusikers wurde auf einen Spiegel gemalt.Bilder: Benjamin Manser

(mha) Der Höhenflug startet mit einem Absturz. Es geht hinab, unter die Erde, ins Depot des Kunstmuseums. Es ist die erste Taschenlampenführung dieser Nacht. Eine Nacht, die unter dem Motto Höhenflug steht. Der Andrang ist gross. Knapp 60 Leute drängen sich vor dem Eingang im Untergeschoss. Erwachsene und Kinder jeden Alters. Vorne steht Kurator Matthias Wohlgemuth, der die Stimme erhebt: «Es freut uns, dass so viele an unserem Keller interessiert sind.» Gelächter erklingt und bricht ab: «Da der Platz eng ist können nur 20 Personen mit.»

So begibt sich eine erste Gruppe in den Untergrund. An einer Wand steht «Dinosaurier der Schweiz»: Das Depot befindet sich in den Räumen des alten Naturmuseums. Hier unten herrschen um die 21 Grad. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 50 und 55 Prozent.

Museumsnacht in der Kantonsbibliothek Vadiana. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht in der Kantonsbibliothek Vadiana. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht in der Kantonsbibliothek Vadiana. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht in der Kantonsbibliothek Vadiana. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht in der Kantonsbibliothek Vadiana. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht in der Kantonsbibliothek Vadiana. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Naturmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Botanischen Garten. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Botanischen Garten. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Botanischen Garten. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Botanischen Garten. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Botanischen Garten. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Botanischen Garten. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Depot des Kunstmuseums. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)Museumsnacht im Kunstmuseum. (Bild: Benjamin Manser)
25 Bilder

Die 15. St.Galler Museumsnacht ist wieder Geschichte – die schönsten Eindrücke

In einer Ecke lehnt ein Bild von Rudolf Koller, dem Maler der «Gotthardpost». «Es ist so gross, dass wir Probleme haben, es aufzubewahren», erklärt Wohlgemuth. Im nächsten Raum lagern Skulpturen. Aus Wachs modellierte Kinderköpfe stehen auf einer Ablage. Eine steinerne Nymphe räkelt sich, zur Hälfte züchtig eingepackt. Neben dem Eingang lehnen weitere Bilder an der Wand. Das Licht einer Taschenlampe flackert über eine Kriegsszene.

Wohlgemuth schreitet voran durch schmale Räume. Gemälde hängen recht und links an beweglichen Metallgittern. Eines zieht Wohlgemuth hervor. Zwei Holztafeln hängen daran, beide stammen von Friedrich Herlin. Das eine zeigt die Geburt Christi, das andere die Anbetung der Könige. «Diese Bilder von zirka 1460 gehören zu den ältesten, die hier lagern.» Oben und unten ist die Farbe abgesplittert. Ein Kind kommentiert:

«Das ist recht kaputt.»

Die Bilder seien rekonstruiert worden, sagt Wohlgemuth. «Aber da man zu viel erfinden müsste, lassen wir nicht alles machen.» Die Zeit vergeht im Flug. Die Führung endet vor einem Spiegel, auf den ein Strassenmusiker gemalt wurde. Die Betrachter werden Teil des Bildes. Die Lichter flackern im Spiegelbild.

Besucher bemalen die Wände

Wieder an der Oberfläche strebt mancher Besucher in die Höhe, ins Obergeschoss, an alten Ausstellungsplakaten vorbei bis in den letzten Raum. Dort kritzelt ein Bub mit einer Kreide Rechnungen an die schwarze Wand. Besucherinnen und Besucher sollen hier mitteilen, was sie sich fürs Kunstmuseum wünschen. Doch manche bemalen die Wände lieber: Eine Avocado prangt in einer Ecke. Aus einer anderen winkt eine Zeichentrickfigur. Aber auch ernsthafte Beiträge sind zu sehen. «Description in English», «besseres Klima» oder «mehr Personal für Führungen».

Roman Griesfelder, Direktor Finanzen und Personal, fotografiert die Wünsche mit dem Handy. «Wir wollten mit dem Museum selbst eine Reflexion anstossen», sagt er. Die Wände müssten sowieso neu gemalt werden. Die Idee entstand aus der Not. Es ist eine Ausstellung für eine Nacht. Denn vor einer Woche endete die letzte. An der Museumsnacht wäre das Obergeschoss leer gestanden. «Zum Glück haben wir viele kreative Köpfe hier», sagt Griesfelder.

Punkt 24 Uhr beginnt der Rausch

Um Mitternacht strömen die Besucher nochmals ins Untergeschoss, um von dort den nächsten Höhenflug anzutreten. Der «Rausch» lockt, eine Performance von Christian Hettkamp, Stefanie Fischer und Robina Steyer. Die Tänzerinnen bewegen sich langsam zur Musik. Hettkamp am DJ-Pult erzählt von einer Partynacht, von einem Martini und einer Droge. Robina Steyer nimmt sie, sackt im Rausch in den Armen von Stefanie Fischer zusammen. Reibt sich immer schneller über die Beine, zerkratzt sie, atmet heftig. Rappelt sich auf. Hettkampf liest:

«Ich dachte, ich sei gesund. Bis der Arzt sagte, es sei die Psyche.»

Fischer windet sich. «Ich dachte nicht, das ich mehr bin als mein Körper», schliesst die Erzählung. Der Rausch endet. Die Besucher landen auf dem Boden der Tatsachen.

Botanischer Garten: Gewächse bis unter das Dach

Im Tropenhaus ist alles etwas grösser und höher. (Bild: Benjamin Manser)

Im Tropenhaus ist alles etwas grösser und höher. (Bild: Benjamin Manser)

(sab) Zwei junge Frauen strecken die Köpfe zwischen riesigen Pflanzenblättern hindurch, kichern und schiessen Fotos. «Ich fasse die Dinge gerne an», sagt eine der Frauen. Sie wolle die Zusammenhänge der Natur verstehen, sagt die ausgebildete Drogistin.

Im Dickicht des Tropenhauses sind Frösche zu hören – sie quaken aber nicht, sondern pfeifen lautstark. «Die Pfeiffrösche sind nachtaktiv und beginnen in der Dunkelheit zu singen», erklärt Corina Schelling. Sie führt durch das Tropenhaus und sagt, die Pflanzen im Urwald hätten alle ein Ziel.

«In die Höhe kommen – ans Licht.»

Der Kapokbaum werde im Regenwald bis zu 60 Meter hoch. «Bei uns stösst er immer wieder ans Dach und wir müssen ihn zurückschneiden.» Manche Pflanzen aber würden gar keinen Stamm oder Wurzeln bilden, so Schelling. «Aufsitzerpflanzen leben in den Baumkronen.» Wasser nehmen diese über die Luft auf, andere fangen mit kelchartigen Blättern Regenwasser auf.

Das Tropenhaus wirke auf sie entspannend, sagt eine Besucherin an der Führung.

«So kann ich mich nachher besser auf die Kunst einlassen.»

Ein anderer sagt, er habe die Museumsnacht bisher im Zentrum begonnen und es gar nicht hierher geschafft. «Jetzt rolle ich das Feld von hinten auf.»

Kantonsbibliothek Vadiana: die Pioniere der Luftfahrt

Die Zeichnung zeigt einen Prototyp eines Fluggeräts. (Bild: Benjamin Manser)

Die Zeichnung zeigt einen Prototyp eines Fluggeräts. (Bild: Benjamin Manser)

(lw) Wortwörtliche Höhenflüge gibt es während der Museumsnacht in der Kantonsbibliothek Vadiana zu sehen. Die Ausstellung widmet sich Schweizer Flugpionieren, darunter dem aus St.Gallen stammenden Walter Mittelholzer. Er unternahm in den 1920er- und 1930er-Jahren Langstreckenflüge über Spitzbergen, Persien und Afrika und veröffentlichte das entstandene Fotomaterial in zahlreichen Publikationen. Zu sehen sind Bücher, Postkarten und Archivfotos.

In einem Schaukasten gibt es Informationen zum Flugplatz Breitfeld im Westen der Stadt. Er wurde 1924 mit finanzieller Bundeshilfe zum Flugplatz. 1927 begannen Passagier- und Postflüge nach Basel, später auch nach Zürich. Geflogen wurde nur in den warmen Monaten. Weil das Militär das Breitfeld immer häufiger beanspruchte, mussten die Fluggäste nach einigen Jahren auf den Flughafen Altenrhein ausweichen.

Die Kinderführung bietet einen Einblick hinter die Kulissen. Im «Zeitungskeller» zeigt Michael Zwicker Kindern und Erwachsenen die älteste erhaltene Ausgabe des St.Galler «Tagblatts» und eine rund 100-jährige Ausgabe der «Schweizer Illustrierten». Und Zwicker zeigt das Buch eines Künstlers, der eine Schrift aus Insektenspuren entwickelt hat.

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