So sein wie Travis Scott oder Michael Jordan: Die Garments Factory beim St.Galler Marktplatz spricht mit Markenbekleidung besonders die Jungen an

Am Marktplatz 24 hat es ein neues Geschäft. Die Garments Factory hat sich auf den An- und Verkauf von angesagten Markenkleidern spezialisiert.

Basil Schnellmann
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Joshua (links) und Karim vor ihrem Laden, der Garments Factory am Marktplatz 24 in St.Gallen.

Joshua (links) und Karim vor ihrem Laden, der Garments Factory am Marktplatz 24 in St.Gallen.

Bild: Basil Schnellmann

Im Schaufenster hängt ein Plakat. «Are you a Hypebeast?», wird damit gefragt. Hier, am Marktplatz 24, hat Ende August ein neuer Laden eröffnet. Die beiden Inhaber, Karim und Joshua, kaufen und verkaufen im Laden Markenbekleidung, die besonders bei jungen Erwachsenen angesagt ist.

«Die meisten unserer Kundinnen und Kunden sind zwischen 15 und 25 Jahre alt», sagt Karim. Die beiden Unternehmer kleiden sich selber gern in dem «Style», den sie anbieten.

«Wir dachten uns: ‹Wieso machen wir unser Hobby nicht zum Beruf? Schliesslich gibt es so einen Laden in St.Gallen noch nicht.»

Ihr Angebot variiert, je nach Trend. Grundsätzlich gilt: Was die Promis tragen ist angesagt. Im Vergleich seien ihre Preise sehr fair, meint Karim. Wenn jemand etwas verkaufen will, kann er seine Kleider ausstellen und erhält bei einem Verkauf den vom Kunden bezahlten Preis abzüglich einer kleinen Provision.

Die Garments Factory am Marktplatz 24

Die Garments Factory am Marktplatz 24

Bild: Basil Schnellmann

Bis vor kurzem wickelten Karim und Joshua ihr Geschäft online über Instagram ab. Dann kam die Idee eines eigenen Ladens. «Wir kennen die Vormieterin, haben eine Chance gesehen und sie gepackt», sagt Karim. Momentan sei auch noch ein Onlineshop im Aufbau. Die beiden hoffen, dass er spätestens in einem Monat steht.

Was hat es mit den Markenkleider auf sich?

In der Modebranche ist es üblich geworden, dass berühmte Personen angefragt werden, Kleidungsstücke zu kreieren. Eine Zusammenarbeit, kurz: Collab. Als besonders aktiv gilt der Schuhhersteller Nike, welcher seit Jahren mit dem ehemaligen Profibasketballspieler Michael Jordan Schuhe vermarktet, die «Air Jordans».

Der jeweilige Promi trägt die Kleider oder Schuhe in der Öffentlichkeit, stellt sie zur Schau. Unter Fans soll das das Bedürfnis auslösen, genau so eingekleidet zu sein wie ihr Star. Die Schuhe erscheinen dann an einem bestimmten Datum in limitierter Stückzahl.

Dadurch werden sie zu Sammlerstücken. Die Nachfrage und der Preis sind dementsprechend hoch. Für die begeisterten Fans sind die Kleider Statussymbole. Diese oftmals als «street fashion» bezeichnete Mode findet gerade unter Jugendlichen grossen Absatzmarkt.

Jemand, der ausschliesslich Markenkleider trägt und jeden Modetrend mitmacht , nennt man «Hypebeast». Dadurch, dass die Schuhe oder Markenkleider einen hohen Wiederverkaufswert besitzen, gibt es spezialisierte Händler, die mit der Szene vertraut sind: Die Reseller. Sie kaufen und verkaufen Kleidungsstücke und beziehen dazu eine Provision. (bas)