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So können sich Senioren gegen Trickbetrüger schützen

An einem Kurs bei Pro Senectute in Gossau hat die Kantonspolizei Seniorinnen und Senioren darin geschult, wie sie sich gegen Trickbetrüger wehren können. Wegen des Internets werden diese immer raffinierter.
Nina Rudnicki
Urs Bücheler von der Kriminalpolizei St. Gallen zeigt, wie man sich gegen Trickbetrüger schützen kann. (Bild: Benjamin Manser)

Urs Bücheler von der Kriminalpolizei St. Gallen zeigt, wie man sich gegen Trickbetrüger schützen kann. (Bild: Benjamin Manser)

Das Telefon klingelt. Eine Person meldet sich: «Hallo Oma, weisst du noch, wer ich bin?» Die Frau ist überrascht und fängt an, zu raten: «Bist du Paul, mein Enkel?» Und schon ist sie Opfer eines Enkeltrickbetrügers geworden. Dieser stellt ihr Fragen und schlüpft in die Identität ihres Enkels. Dann erfindet er eine Geschichte: Etwa, dass er sich ein Einfamilienhaus kaufen möchte, ihm aber 70000 Franken fehlen. Oder, dass er einen Autounfall hatte und seinen Job verliert, wenn er nicht sofort ein neues Auto kauft.

In beiden Fällen eilt es. Der Enkel braucht das Geld sofort. Und weil ihm seine Situation so unangenehm ist, bittet er seine Grossmutter, niemandem davon zu erzählen. Nach dem Telefonat macht sich die Grossmutter sofort auf den Weg zur Bank und hebt das Geld ab. Wieder Zuhause klingelt das Telefon erneut. Der Enkel ist am Apparat und sagt, er könne nicht vom Arbeitsplatz weg. Seine Sekretärin komme das Geld aber abholen.

Betrüger bitten um ein Glas Wasser

Fast jeder hat schon vom Enkeltrick gehört. Dennoch fallen ältere Menschen immer wieder darauf herein. «Personen, die Opfer dieser Trickbetrüger werden, sind nicht dumm. Viel mehr gehen die Täter geschickt vor. Sie sind redegewandt und lassen ihren Opfern keine Zeit zum Nachdenken», sagt Urs Bücheler von der Kriminalpolizei St. Gallen während seines Kurses «Sicherheit im Alltag» bei Pro Senectute in Gossau. Rund 20 Personen sind gekommen. Sie möchten erfahren, wie sie es verhindern können, Opfer zu werden. Und Betrügereien gibt es viele: Da klingelt etwa eine Person an der Haustüre und bittet um ein Glas Wasser. Unaufgefordert folgt sie in die Küche und lässt dabei Wertsachen mitgehen. Da rückt am Bankomat eine Person so dicht auf, dass sie den Pin-Code ablesen kann. In einem günstigen Moment wird sie später ihrem Opfer das Portemonnaie aus der Tasche ziehen.

Die Hand ausstrecken und laut Stopp rufen

Auf dem Tisch der Kursteilnehmenden liegen Broschüren mit Verhaltensregeln. Am wichtigsten ist, dass man sich nicht überrumpeln lässt oder sich Raum schafft, wenn es doch geschieht. Das kann man verbal tun: Eine verdächtige Person, die am Bankomaten drängelt, soll man auffordern einen Schritt zurückzugehen oder man kann sie vorlassen. Möchte eine fremde Person einen umarmen, solle man die Hand ausstrecken und laut Stopp rufen. «Das wird ihr Gegenüber verunsichern und verschafft ihnen wertvoll Sekunden, in denen sie einen Schritt zurückgehen können», sagt Bücheler. Und wenn jemand an der Haustüre nach einem Glas Wasser fragt, dann solle man immer abschliessen, während man das Wasser holt. «Sie werden sehen, wenn sie zurückkommen, wird die Person nicht mehr da sein», sagt er.

Betrüger geben sich als Polizisten aus

Der grösste Irrglaube ist gemäss Broschüre: «Mir kann so etwas nicht passieren». Die Tricks funktionieren aber, weil den Opfern keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Sie stehen unter Druck. Ausserdem bieten sich den Betrügern mit dem Internet neue Möglichkeiten. Telefonnummern können manipuliert werden. Auf dem Display erscheint beispielsweise die Polizei-Notrufnummer 117 als Anrufer. So funktioniert der Falsche-Polizist-Trick: Ein vermeintlicher Polizist meldet sich am Telefon und behauptet, sie hätten Einbrecher erwischt. Es seien allerdings noch Mitglieder der Bande in der Gegend. Deshalb würde ein Polizist vorbeikommen und die Wertgegenstände abholen. Das Opfer übergibt die Wertgegenstände den Betrügern dann an der Haustüre. «Die Polizei wird sie allerdings niemals unter der Nummer 117 anrufen», sagt Bücheler und rät den Kursteilnehmenden: «Melden Sie sich bei der Polizei und fragen Sie dort nach, wann immer Sie etwas Verdächtiges erleben oder beobachten.»

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