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So bestand die Super-Maturandin der Kantonsschule am Burggraben die Abschlussprüfungen mit Note 6

Amely Walser hat die Kantonsschule am Burggraben als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Ihr Lernrezept ist simpel: Sie versucht, sich für den Schulstoff zu interessieren. Doch das allein genügte nicht für die Abschlussnote 6.
Marlen Hämmerli
Amely Walser hat die Kantonsschule am Burggraben sechs Jahre lang besucht. (Bild: Urs Bucher)

Amely Walser hat die Kantonsschule am Burggraben sechs Jahre lang besucht. (Bild: Urs Bucher)

Die Maturaprüfungen hat Amely Walser als Jahrgangsbeste mit der Durchschnittsnote 6 bestanden, doch durchatmen kann sie noch nicht: Ihr steht eine weitere wegweisende Prüfung bevor – der Numerus clausus. Walser wollte schon «sehr früh» Medizin studieren. Wie früh und warum genau, daran erinnert sie sich nicht mehr. Was blieb, war der Traum, auf den sie zielstrebig hinarbeitete.

In der sechsten Klasse wechselte Walser ans Untergymnasium der Kantonsschule am Burggraben. An der Kanti verstärkte sich der Wunsch, Medizin zu studieren. «Naturwissenschaften faszinieren mich», sagt die Rebsteinerin. So wählte sie Angewandte Mathematik und Physik bilingual als Schwerpunktfach – und damit definitiv St.Gallen als Schulort. Denn die Kanti Heerbrugg bot weder dieses Schwerpunktfach zweisprachig an noch gab es die Möglichkeit, die Internationale Matura zu absolvieren.

Die Elfjährige hatte 65 Minuten Weg

Mit dem Wechsel von der Rebsteiner Primarschule ins St.Galler Untergymnasium verlängerte sich der Schulweg der damals Elfjährigen deutlich. Von Tür zu Tür benötigte Walser 65 Minuten. Damit sie länger schlafen konnte, frühstückte sie zuletzt im Zug. Auf dem Heimweg erledigte sie Hausaufgaben oder lernte.

Sieben bis vier Tage vor einer Prüfung begann Walser, sich vorzubereiten. Erst sichtete sie die Unterlagen, teilte den Stoff in Happen ein und lernte dann jeden Tag ein wenig. Am Vortag des Tests repetierte sie den gesamten Stoff.

«Hätte ich das nicht während der ganzen Kantizeit so gemacht, hätte ich es am Schluss viel schwieriger gehabt.»

Die heute 17-Jährige ist aufgeweckt und zielbewusst – das wird rasch deutlich. «Ich habe gut abgeschlossen, weil ich viel gelernt habe und sehr fleissig war», sagt sie, ohne überheblich oder streberhaft zu wirken. Über ihre Note freut sie sich still, Gratulationen erwidert sie mit einem kleinen Lächeln.

Neugierde macht das Lernen einfacher

Ihr Lernrezept? «Ich versuche, mich für das Thema zu interessieren. Das macht das Lernen einfacher. Umso mehr ich über eine Sache weiss, umso mehr erkenne ich Zusammenhänge und umso interessanter wird es.»

Schon in der Primarschule war Walser eine neugierige, pflichtbewusste Schülerin:

«Gute Bildung ist ein Privileg. Da tue ich gerne etwas dafür.»

Gefördert wurde Walser auch von den Eltern. Der Vater hat Maschinenbau studiert, die Mutter Bauzeichnerin gelernt. «Ich hatte das Glück, dass sie mich sehr unterstützten.» So hätten sie früh erkannt, dass sich Amely für das Untergymnasium eigne und den Wechsel an die Kanti am Burggraben vorgeschlagen.

Mathe ist für manche ein Hassfach, Walser aber mag es «sehr gerne». Es werde ihr später bestimmt helfen: «Vertiefte Kenntnisse in Mathe und Physik helfen zum Beispiel in der Forschung oder wenn es um das technische Verständnis von medizinischen Geräten geht.»

An den Tests auf eine gute Art nervös

Obwohl sie gut gelernt hatte, an den Maturaprüfungen war Amely Walser nervös. «Aber auf eine gute Art. Ich wusste, jetzt kann nichts mehr schief gehen, da ich aufgrund der Vornoten wusste, dass ich bestehen würde.»

Walser wird auch am Freitag nervös sein, wenn sie den Zulassungstest fürs Medizinstudium schreibt. Trotzdem hat sie diese Woche nicht mehr sonderlich viel gelernt. «Das wird so empfohlen.» Einige Aufgaben prüfen das Erinnerungsvermögen. Wer kurz vor der Prüfung lernt, könnte durcheinander kommen.

Das Resultat erhält Walser im August. «Wenn ich nicht bestehe, beginne ich an der ETH das Biologiestudium und versuche es in einem Jahr noch einmal.» Und wenn sie besteht, welche Art Ärztin will sie werden? «Das weiss ich noch nicht», sagt Walser und lacht. Zuerst einmal kommt das Medizinstudium in Zürich. Und davor die Sommerferien.

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