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«Silberner Hase» für steinigen Park: St.Galler Naturmuseum ausgezeichnet

Die Architekturzeitschrift «Hochparterre» hat den Park des St.Galler Naturmuseums mit einem Preis ausgezeichnet. Der Park verbinde unterschiedliche Ebenen elegant miteinander und sei landschaftsarchitektonisch eigenständig.
Roger Berhalter
Gegensatz von Natürlichkeit und Künstlichkeit: Blick auf den Park des Naturmuseums im vergangenen Mai. (Bilder: Urs Bucher)

Gegensatz von Natürlichkeit und Künstlichkeit: Blick auf den Park des Naturmuseums im vergangenen Mai. (Bilder: Urs Bucher)

Seit rund einem Jahr ist er öffentlich zugänglich, jetzt hat der Park des St.Galler Naturmuseums einen Preis erhalten. Den «Silbernen Hasen» der Architekturzeitschrift «Hochparterre» in der Kategorie Landschaftsarchitektur. Einmal im Jahr zeichnet die Fachzeitschrift die ihrer Meinung nach besten Bauten und Objekte der Schweiz aus, dies in den Kategorien Architektur, Design und Landschaftsarchitektur.

Am Boden lesbare Fachbegriffe aus der Geologie sollen die Besucher neugierig machen.

Am Boden lesbare Fachbegriffe aus der Geologie sollen die Besucher neugierig machen.

Der Park des St.Galler Naturmuseums verbinde «unterschiedliche Ebenen elegant miteinander», heisst es in der Begründung der Jury. Der Park bleibe «trotz seiner vielschichtigen Vermittlungsrolle landschaftsarchitektonisch eigenständig». Und er baue Spannungen auf: zwischen Hortensien und einheimischen Pflanzen, zwischen Nagelfluh und Beton oder zwischen Religion und Wissenschaft. Die Jury spricht von einem «eigenständig in sich ruhenden Ort», der sich jungen und alten Anwohnern, Museumsbesuchern oder Kirchgängern öffne und erschliesse. «Trotz seiner hohen Steindichte wirkt der Park leicht.»

Spezieller Standort bereitet Probleme

In einem Artikel in der aktuellen «Hochparterre»-Ausgabe kommt Robin Winogrond vom Studio Vulkan ausführlich zu Wort. Das Zürcher Landschaftsarchitekturbüro hat den St.Galler Museumspark gestaltet und bepflanzen lassen. Winogrond erläutert das Konzept des Parks mit seinen drei Themen: Er erzähle die Geologie der Region, stelle die Verbindung zwischen dem Museum und der Kirche St.Maria-Neudorf her, und er thematisiere den Spannungsbogen zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit. Der Standort des Parks sei «exemplarisch für das Paradoxon der Schweizer Landschaft: Infrastrukturen, Stadtrandgebiete und ländliche Idylle sind engmaschig verwoben».

Fossilien, Pflanzenabdrücke, Knochen und weitere Spuren laden zum Entdecken ein.

Fossilien, Pflanzenabdrücke, Knochen und weitere Spuren laden zum Entdecken ein.

Der Museumspark hatte keinen leichten Start. Als das Naturmuseum im November 2016 eröffnete, war das Areal noch eine grüne Wiese. Erst mit halbjähriger Verspätung konnte der Park im vergangenen Dezember für Besucher frei gegeben werden. Grund waren Restriktionen, die mit dem speziellen Standort verbunden sind: Just unter dem Park, unter einer dünnen Erdschicht, führt die Stadtautobahn hindurch. Tief wurzelnde Bäume sowie schwere Bauten und Gewässer sind an diesem Ort nicht möglich, das war von Anfang an klar. Als dann das Bundesamt für Strassen (Astra) mitten in der Planungsphase die Sicherheitsauflagen verschärfte, mussten die Landschaftsarchitekten noch einmal über die Bücher und ihre Pläne überarbeiten - der Spatenstich für den Park verzögerte sich.

Polemische Kritik ungerechtfertigt

Als der Park schliesslich eröffnete, wurde Kritik laut. Von einer «Steinwüste» war die Rede, und auch Pro Natura kritisierte den Einheitsbrei, der im Park wachse. Auch auf diese negativen Stimmen geht «Hochparterre» in der aktuellen Ausgabe ein. Die «polemischen Attacken des örtlichen Naturschutzvereins» hätten sich als falsch erwiesen. «Ein zu hundert Prozent naturnaher Garten war nie geplant», rechtfertigt sich Landschaftsarchitektin Robin Winogrond. «Er wäre der Aufgabe eines Museumsgartens nicht gerecht geworden.»

Auch der St.Galler Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner verteidigt im «Hochparterre» das Museumspark-Konzept: «Es geht hier nicht nur um Biodiversität und nicht um Darstellung reiner Natur auf einem Autobahndach, sondern um die Inszenierung eines künstlichen Naturraums mit unterschiedlichsten Vermittlungsinhalten.»

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