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Sie haben die schönsten Holstein-Kühe: Mörschwiler Landwirte heimsen Züchterpreis ein

Gesunde und langlebige Tiere zu züchten, die viel Milch geben: Das ist das Ziel der Landwirtfamilie Sätteli aus Mörschwil. Jetzt wurde sie für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Ein Grund zum Zurücklehnen ist das nicht.
Corinne Allenspach
Kurt & Dominik Sätteli in Mörschwil (SG) sind die ersten Ostschweizer Holstein-Züchter, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Kurt & Dominik Sätteli in Mörschwil (SG) sind die ersten Ostschweizer Holstein-Züchter, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Synah will partout nicht aufs Foto. Da hilft auch gutes Zureden nicht, es braucht einfach Geduld. Aber das sind sich Kurt und Dominik Sätteli gewohnt. Schliesslich wurden sie soeben für ihre jahrzehntelange Geduld in der Zuchtarbeit belohnt: mit dem Meisterzüchter-Titel des Schweizerischen Holsteinverbands.

Der Titel bezieht sich nicht nur auf ein einzelnes Tier, sondern auf 16 Jahre erfolgreiche Zuchtarbeit – oder wie es Kurt Sätteli aus Mörschwil formuliert: «Wir wurden für unser Lebenswerk geehrt.» Auch wenn das Rind Synah offensichtlich einerlei ist, bei der Familie Sätteli ist die Freude gross. Wir können sagen, wir haben eine der besten Herden der Schweiz. Das macht uns ein bisschen stolz.» In der Ostschweiz seien sie der erste Holstein-Betrieb, der diesen Titel tragen dürfe.

Meistertitel als grosse Überraschung

Angefangen hat alles Anfang der 1970er-Jahre, als Kurt Sätteli während seiner Ausbildung zum Landwirt auf einem Holsteinbetrieb in Schaffhausen aushalf. Von den schwarz-weiss gefleckten Kühen war er sofort begeistert, vor allem auch, weil sie viel Milch geben. Wieder daheim auf dem Hof im Mörschwiler Weiler Hundwil, konnte der Junglandwirt seinen Vater von dieser damals in der Schweiz noch weitgehend unbekannten Rasse überzeugen.

«Holsteinzüchter waren Einzelkämpfer», erinnert sich Kurt Sätteli. Eine Kuh zu kaufen, war extrem teuer – und nicht nur für den Mörschwiler Betrieb fast unerschwinglich. Darum kauften Sättelis nur drei Kühe und züchteten danach mit eigenen Tieren weiter.

Umso überraschender komme jetzt der Meisterzüchtertitel. Dass sie diesen ohne grosse Investitionen je gewinnen würden, damit habe man nicht gerechnet, sagt Dominik Sätteli. Der 31-Jährige ist von den Holsteinkühen längst genauso fasziniert wie sein Vater. 2019 wird er den Betrieb ganz übernehmen und weiterführen, was zwei Generationen vor ihm begonnen haben.

Nicht jede schöne Mutter hat eine schöne Tochter

Das Geheimnis ihres Erfolgs, da sind sich Vater und Sohn einig, ist nebst einer Portion Glück vor allem Geduld. «In der Zucht gibt eins und eins nicht immer zwei», sagt Dominik Sätteli. Das sei wie bei den Menschen. Von einer schönen Mutter und einem schönen Vater gebe es nicht immer ein schönes Kind. Aber deswegen ein Tier einfach wegzugeben, komme nicht in Frage. Die guten Gene sind ja trotzdem vorhanden. «Manchmal muss man einfach eine Generation warten, bis sie voll zum Tragen kommen.»

Bild: Hanspeter Schiess

Bild: Hanspeter Schiess

Die Vorstellung einer heilen Welt, sie erfüllt sich in der Tierzucht nur bedingt. «Man vergisst manchmal, dass es nicht nur liebe und herzige Tiere sind, die man streicheln kann, sondern dass es auch um Wirtschaftlichkeit geht», sagt Kurt Sättelis Frau Bernadette. Sie kümmert sich um die Kälbli auf dem Hof, die gemeinsam im «Kindergarten» aufwachsen.

Für Sättelis ist der Umgang mit den Tieren zentral. Nur wenn es ihnen gut geht, klappt es mit der Zucht. Und das tut es. «Unsere Tiere sind bei anderen Landwirten begehrt», freuen sich Vater und Sohn, die sich nicht nur in der eigenen Zucht, sondern auch im Verband verdient gemacht haben. Vater Kurt engagierte sich jahrelang im Vorstand des Schweizerischen Holsteinzüchterverbands, Sohn Dominik hat die Jungzüchtergruppe Ostschweiz ins Leben gerufen, die heute zahlreiche Mitglieder zählt.

Überhaupt gewinne die Holsteinkuh an Stellenwert, besonders in der Ostschweiz. Im Verband sind schweizweit 2800 Züchter Mitglied. Sättelis gehören mit ihren aktuell rund 70 Milchkühen zu den grösseren Betrieben in der Region. Viele Tiere erhielten bereits Einzelauszeichnungen, zudem dürfen sie die «höchst beurteilte Holsteinkuh der Ostschweiz» ihr Eigen nennen.

Zusammen mit dem jüngsten Titel ein Grund zum Zurücklehnen? Dominik Sätteli schüttelt vehement den Kopf. «Zurücklehnen kann man sich nie.» Ihr Ziel sei es vielmehr, weiterhin «schöne Kühe zu züchten, die alt werden und viel Milch geben».

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