Es harzt bei der Umsetzung des Seeuferwegs in Rorschacherberg: Nun sollen Kantonsräte Druck machen

Für den Kanton hat der Geh- und Veloweg im Neuseeland tiefe Priorität. Dieser hänge gemäss Rorschacherberger Gemeinderat jedoch mit der Realisierung des Seeuferwegs zusammen. Die Gemeinde holt sich deshalb Hilfe bei den Kantonsräten.

Jolanda Riedener
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Dem Seeuferweg haben die Rorschacherberger Stimmbürger Anfang Jahr zugestimmt. Die Planung kommt seither nicht wie gewünscht voran.

Dem Seeuferweg haben die Rorschacherberger Stimmbürger Anfang Jahr zugestimmt. Die Planung kommt seither nicht wie gewünscht voran.

Bild: Urs Bucher

Es harzt mit der Umsetzung des Seeuferwegs in Rorschacherberg. Die Bevölkerung hatte dem Projekt Anfang dieses Jahres in einer Urnenabstimmung zugestimmt. Der Rorschacherberger Gemeinderat drängte die zuständigen kantonalen Stellen, die Planung des Rad- und Gehwegs entlang der Kantonsstrasse an die Hand zu nehmen.

Denn die Umgestaltung ist nach Ansicht des Gemeinderats untrennbar von dem Renaturierungsprojekt mit Seeuferweg im Gebiet Neuseeland. «Weil beide Projekte dieselben Anstösser betreffen, ist eine gleichzeitige Auflage zwingend», sagte Beat Hirs bereits im Mai gegenüber dieser Zeitung. Vor allem in Bezug auf Verhandlungen mit den Anstössern. Es gebe weiter eine juristische Koordinationspflicht der beiden Bauprojekte. Diese sei gemäss den Verantwortlichen beim kantonalen Tiefbauamt hingegen nicht gegeben.

Auch hätten frühere Meinungsumfragen der Gemeinde ergeben, dass von der Bevölkerung der Seeuferweg und die Neugestaltung der Churerstrasse als gekoppeltes Projekt angesehen werde. «Beide Projekte hängen voneinander ab», heisst es auch im aktuellen «Rundblick».

Fuss- und Veloweg mit geringer Notwendigkeit

Allerdings würden sehr viele Projekte im ganzen Kanton auf die Umsetzung durch das kantonale Tiefbauamt warten. Wegen knapper personeller Ressourcen muss das Amt die vielen anstehenden Projekte priorisieren. Für den Rad- und Gehweg im Neuseeland ergebe sich daraus allerdings eine tiefe Priorität und Notwendigkeit, heisst es im Mitteilungsblatt weiter. Hingegen höher priorisiert werde beispielsweise das Schaffen von Busspuren, um den öffentlichen Verkehr zu beschleunigen. Oder auch die Behebung von sehr gefährlichen Verkehrssituationen für Fussgänger und Velofahrer sei nötiger.

«Es ist ein Dilemma», sagt Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg. Ihn beschäftigt das Projekt Seeuferweg schon seine ganze Amtszeit. Einerseits habe man Verständnis für die Situation des Tiefbauamts. Andererseits müsse man den Auftrag der Bürger umsetzen. «Wir wollen dem Kanton Hand bieten», sagt er. Etwa durch eine Vorfinanzierung, da die Gemeinde ohnehin einen Drittel der Kosten tragen muss.

Gemeinde bietet Hilfe an

«Wir machen nun einen Versuch, diesen Knopf zu lösen», sagt Hirs und holt die Kantonsräte aus dem Wahlkreis mit ins Boot. Der Gemeinderat will mit den regionalen Kantonsräten politische Unterstützung mobilisieren, «damit der Kantonsrat auch den Ausbau des wichtigen Radwegs rund um den Bodensee zeitlich vorzieht», heisst es im «Rundblick». Zu diesem Zweck soll sich jeweils ein Kantonsrat jeder Partei aus dem Wahlkreis Rorschach mit Gemeinderat und Kantonsvertretern zum Austausch treffen. Auf Initiative der Gemeinde Rorschacherberg hin habe sich FDP-Kantonsrat Raphael Frei mit dem weiteren Vorgehen auseinandergesetzt. Die regionalen Kantonsräte würden dabei als Bindeglied fungieren.

«Unsere Aufgabe als gewählte Kantonsräte ist es, die Anliegen der Region zu vertreten», sagt Frei. Aktuell ist das Strassenprojekt in Rorschacherberg ein B-Projekt. Für die Bevölkerung liegt die Priorität aber höher. «Im geplanten Gespräch geht es auch darum, herauszufinden, ob eine höhere Priorisierung nicht sinnvoll wäre. Dies unter Einbezug aller Kantonsräte der Region», sagt Frei.