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Eine «Seekuh» grast im St.Galler Frauenweier

Im Frauenweier auf Dreilinden breitet sich diesen Sommer das Seegras aus. Damit sich Badegäste nicht gestört fühlen, verspricht eine sogenannte Seekuh, eine Art schwimmender Rasenmäher, Abhilfe.
Christina Weder
Sie bleibt bis zum Ende der Badesaison im Frauenweier stationiert: Die gelbe «Seekuh» der Stadt St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Sie bleibt bis zum Ende der Badesaison im Frauenweier stationiert: Die gelbe «Seekuh» der Stadt St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Nicht nur zahlreiche Badegäste schwimmen in diesen Tagen im Frauenweier auf Dreilinden. Auch ein seltsames gelbes Gefährt zieht hier seine Runden. Es sieht aus wie eine Mischung aus Mini-Raddampfer, Pedalo und schwimmendem Rasenmäher. Tatsächlich handelt es sich um ein Gefährt, mit dem Wasserpflanzen gemäht werden. Im Volksmund wird es auch «Seekuh» genannt.

«Wir entfernen damit das Seegras», sagt Roland Hofer, Leiter Bad und Eis von der städtischen Dienststelle Sport, auf Anfrage. Es spriesst diesen Sommer im Frauenweier besonders reichlich – nicht gerade zur Freude der Badegäste. Für sie ist es ein unangenehmes Gefühl, wenn ihnen das Seegras beim Schwimmen um die Beine streicht oder an den Füssen kitzelt.

Vereinzelte Reaktionen

Einzelne Schwimmerinnen und Schwimmer hätten reklamiert, heisst es. Sie sahen die Wasserpflanzen nicht und erschraken, als sie damit in Berührung kamen. «Wir nehmen diese Reaktionen ernst», sagt Hofer. Die Bademeister würden umgehend reagieren und die Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamts aufbieten, welche die «Seekuh» in Betrieb nehmen und das hochgeschossene Gras zurückschneiden.

«Das Seegras ist zwar unangenehm. Doch es geht keine Gefahr davon aus.»

Hofer betont, auf die Wasserqualität habe es keinen Einfluss. Diese sei nach wie vor gut.

Das Seegras ist gemäss Hofer vor zwei Jahren im Frauenweier wieder bemerkt worden. Damals sei es erst punktuell aufgetaucht. Die Bademeister hätten es noch von Hand zurückgeschnitten. Vom Rettungsboot aus hantierten sie mit einem selbst konstruierten Werkzeug, einer Art Messer, das von einer Eisbearbeitungsmaschine aus dem Eissportzentrum Lerchenfeld stammte. Vergangenes Jahr konnten sie den Schnitt noch immer selber bewältigen. Diesen Sommer ist das nicht mehr möglich.

Zusammenhang mit warmen Temperaturen?

Bereits im April zeichnete sich eine rasante Zunahme des Seegrases ab, wie Hofer sagt. Es breitet sich nun grossflächig aus, schiesst in die Höhe und strebt dem Licht zu. Seit es so warm ist, wachse es noch schneller. Seither erhalten die Bademeister Verstärkung von den Mitarbeitern des Tiefbauamts, welche die «Seekuh» bedienen.

Auf die Frage, warum sich die Wasserpflanze auf einmal so rasant im Frauenweier ausbreitet, hat Hofer noch keine definitive Antwort. Er vermutet aber, dass es mit den warmen Temperaturen zusammenhängen könnte. Er wolle die Wintermonate nutzen, um dem Phänomen mit Wissenschaftlern auf den Grund zu gehen. «Als Badebetreiber habe ich ein grosses Interesse, dass sich das Seegras nicht weiter ausbreitet. Wir wollen das in den Griff bekommen.»

Nur im Frauenweier ein Problem

Die «Seekuh» bleibt bis zum Saisonende im Frauenweier stationiert. Sie kommt wenn möglich am Morgen zum Einsatz, bevor sich die Badegäste im Familienbad einfinden. Denn ihr Einsatz verursache Emissionen. «Die Badegäste sollen sich nicht gestört fühlen», sagt Hofer – weder vom Seegras noch von der Seekuh.

Letztere mäht das Seegras drei Meter unter der Wasseroberfläche ab und fängt es mit dem Rechen auf, sodass es nicht im Weiher herumschwimmt. Das Gras landet anschliessend auf dem Kompost. Ähnliche, etwas grössere Mähboote sind hin und wieder auf dem Bodensee zu beobachten.

In der Stadt wurde das spezielle Wasserfahrzeug 1988 angeschafft. Es kommt gemäss Strasseninspektor Gerald Hutter nur auf Drei Weieren zum Einsatz. In den letzten Jahren war es jedoch weit mehr im Werkhof Waldau eingestellt, als dass es auf dem Wasser schwamm.

Kein Problem stellt das Seegras in den anderen Weihern auf Dreilinden dar. Der Mannenweier, der zweite Badeweiher, ist bis jetzt davon verschont geblieben. Und im Bubenweier wird sowieso nicht gebadet.

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