Sechs Mitarbeitende des Gossauer BBC infiziert +++ Mindestens ein Infizierter stand im Einsatz +++ Lokal bleibt vorübergehend geschlossen

Ab heute Dienstag bis und mit voraussichtlich Donnerstagabend bleibt das BBC in Gossau geschlossen. Nachdem am 28. August ein infizierter Gast anwesend war, wurden alle Mitarbeitenden getestet. Dabei zeigten sechs Mitarbeitende positive Resultate.

Johannes Wey
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Das BBC in Gossau bleibt ab heute Dienstag bis und mit voraussichtlich Donnerstagabend geschlossen.

Das BBC in Gossau bleibt ab heute Dienstag bis und mit voraussichtlich Donnerstagabend geschlossen.

Bilder: Raphael Rohner

Am Montag sah es noch nach Entwarnung aus, am Dienstag folgte dann die Hiobsbotschaft: Im BBC Gossau wurden sechs Mitarbeitende positiv auf das Coronavirus getestet.

Rita Bolt, Mediensprecherin BBC Gossau.

Rita Bolt, Mediensprecherin BBC Gossau.

PD

Nun bleibt es voraussichtlich bis Donnerstagabend geschlossen, teilt das Unternehmen mit. Die Schliessung erfolge «freiwillig, in Absprache mit dem Kanton», sagt Mediensprecherin Rita Bolt.

Erster Fall feierte am 28. August

Damit haben die turbulenten vergangenen Tage des Gossauer Ausgehlokals einen Höhepunkt erreicht. Am 28. August hatte ein Mann im BBC gefeiert, der im Verlauf der vergangenen Woche Covid-19-Symptome an den Tag legte und positiv getestet wurde. Dieser gab an, sich im Innern «mal hier und mal dort» aufgehalten zu haben und konnte keine konkreten Kontaktpersonen nennen, hiess es vom Kanton.

Daraufhin wurden die Gäste über den Fall informiert und eine Maskenpflicht für Mitarbeitende und Gäste verhängt, die sich zeitgleich mit dem Erkrankten im Lokal aufgehalten hatten. Diese endete am Montagabend.

Zusätzlich wurden alle 45 Mitarbeitende einem Coronatest unterzogen, wie Bolt erklärt:

«Die Mitarbeitenden, die am 28. August im Einsatz standen, mussten sich sofort alle testen lassen. Anschliessend auch das gesamte Personal. Einige gingen zum Hausarzt, einige direkt ins Spital, deshalb kamen die Ergebnisse nicht alle zum gleichen Zeitpunkt. Die im Spital getesteten Personen hatten umgehend Bescheid. Die sechs positiven Fälle wurden am Dienstagvormittag bekannt.»

Mindestens einer stand infiziert im Einsatz – mit Maske

Einer der Infizierten stand am Samstag hinter der Bar. «Da er dabei eine Schutzmaske trug, gehen wir davon aus, dass keine Gäste infiziert wurden», sagt Bolt. Ob er oder andere Infizierte während der vergangenen Woche und vor der Maskenpflicht im Einsatz standen, konnte Bolt nicht sagen.

Bei dreien könne man das jedenfalls ausschliessen, da sie vergangene Woche in den Ferien gewesen seien. Bei einem stehe eine Ansteckung in der Familie im Vordergrund. «Vier der sechs Infizierten haben sich wissentlich nicht im BBC angesteckt», vermutet das BBC in seiner Mitteilung.

Die Geschäftsleitung vermutet, dass vier der sechs infizierten Mitarbeiter sich nicht im BBC angesteckt haben.

Die Geschäftsleitung vermutet, dass vier der sechs infizierten Mitarbeiter sich nicht im BBC angesteckt haben.

Mängel behoben

Nach dem Fall vom 28. August hatte der Kanton bemängelt, dass das BBC beim Contact Tracing nicht festgehalten habe, wann die Gäste das Lokal wieder verliessen. Wie «FM1 Today» berichtete, stand deswegen sogar die Möglichkeit im Raum, alle 770 Gäste in Quarantäne zu schicken.

Diesen Mangel habe man unmittelbar nach der Bestätigung des Coronafalls behoben, sagt Bolt, das neue System sei am Samstagabend in Betrieb gewesen. Deswegen habe das BBC dieses Mal auch kein E-Mail an alle Gäste versenden müssen. Ob das Contact Tracing des Kantons mit Gästen in Kontakt getreten sei, könne sie nicht sagen.

Von den kantonalen Stellen war am Dienstagabend keine Stellungnahme mehr erhältlich. Bisher liessen sich laut Gesundheitsdepartement rund zwei bis drei Prozent der Infektionen im Kanton St.Gallen auf Clubs und Bars zurückführen.

Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter sei für das BBC Priorität.

Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter sei für das BBC Priorität.

BBC beziffert Kosten für Sicherheitsmassnahmen auf 30'000 Franken im Monat

Die Geschäftsleitung des BBC will nun am Freitag über das weitere Vorgehen informieren. In Absprache mit dem Kanton müssen in sechs Tagen nochmals alle Mitarbeitenden zum Coronatest antraben. Bolt fürchtet durch die Schliessung nicht um den Ruf des Lokals:

«Wenn die Öffentlichkeit sieht, welche Schutzmassnahmen wir veranlasst haben, kann es kein Imageschaden sein, im Gegenteil. Mehr können wir nicht tun.»

Nebst dem Registrationssystem setze das BBC zusätzliches Sicherheitspersonal, Desinfektionsmittel und flächendeckendes Fiebermessen ein. Dafür wende man monatlich rund 30'000 Franken auf.