«Schwalbe Plus» findet als Übergangslösung Anklang: Das sagt die Gossauer Bevölkerung zum Altersheim-Provisorium

Die Sana Fürstenland AG will die beiden Altersheime Schwalbe und Espel zusammenführen. Doch das Projekt ist blockiert. Deshalb wollen sie ein Provisorium aufstellen. Die Idee kommt bei der Bevölkerung gut an.

Elisabeth Fitze/Fabio Fornito
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Das Thema «Provisorium ‹Schwalbe Plus›» bewegt Gossau. Die beiden Altersheime Schwalbe und Espel der Sana Fürstenland AG sollen in einer neuen Anlage zusammengeführt werden. Geplant ist ein neues Alterszentrum, dort, wo zurzeit das Andreaszentrum steht. Da das Projekt blockiert ist, möchte die Sana Fürstenland als provisorische Lösung beim Heim Schwalbe rund 30 Wohnmodule aufstellen. Gegen den vom Parlament angenommenen Kredit von drei Millionen Franken wurde letzten September ein Referendum ergriffen. Am 8. März stimmen die Gossauer ab. Bei einer Strassenumfrage äussern Passanten ihre Meinung.

«Eine gute Idee»

Reichel Ekkehard, 74 Rentner, Gossau

Reichel Ekkehard, 74 Rentner, Gossau

Ich finde das Provisorium Schwalbe plus eine gute Idee. Durch das Provisorium sind die Bewohner wieder zusammen an einem Standort. Das gefällt mir sehr. Ausserdem scheinen die Zustände im «Espel» echt problematisch zu sein. Da die Baubewilligung für einen Neubau wohl noch einige Zeit ausbleibt, ist das Provisorium die bessere Wahl.

«Den älteren Leuten gute Wohnverhältnisse bieten»

Nijaz Frey, 59 Medizintechniker, Zürich

Nijaz Frey, 59 Medizintechniker, Zürich

Ich denke, wir müssen den älteren Leuten für den letzten Lebensabschnitt gute Wohnverhältnisse bieten. Sie haben der Gesellschaft für eine lange Zeit viel gegeben. Das Altersheim Espel ist dafür nicht mehr geeignet. Deswegen finde ich das Provisorium beim Altersheim Schwalbe gut. Aber letztlich muss ein Neubau her. Bis dieses kommt, wird das Provisorium reichen.

«Drei Millionen Franken sind schon wenig Geld»

Jeannette Züblin, 61, Rentnerin, Gossau

Jeannette Züblin, 61, Rentnerin, Gossau

Ich habe früher im Altersheim Sömmerli gearbeitet, bei dem man ebenfalls Container aufgestellt hat. Dort hat das wunderbar funktioniert, wieso sollte es hier also nicht gehen. Drei Millionen sind natürlich schon nicht wenig Geld, aber eine Bekannte von mir hat im «Espel» gearbeitet und fand die Zustände unzumutbar. Deshalb bin ich klar für das Provisorium «Schwalbe Plus».

«Jeder braucht ein eigenes WC»

Denise Rus, 24 Mutter, Gossau

Denise Rus, 24 Mutter, Gossau

An sich gefällt mir die Idee eines Provisoriums aus Wohnmodulen nicht so gut. Ich denke, vor allem den älteren Leuten kann man so etwas nicht zumuten. Drei Millionen Franken sind schon recht viel Geld. Aber ich finde es wichtig, dass jeder ein eigenes WC zur Verfügung hat. Deswegen bin ich mir unsicher, was die beste Option wäre.

«Ich hoffe auf einen baldigen Neubau»

Ameti Memetrica, 54 Drucktechnologe, Gossau

Ameti Memetrica, 54 Drucktechnologe, Gossau

Ich denke, man sollte die Wohnmodule auf jeden Fall aufstellen. Sie sind natürlich nur provisorisch, deswegen kann ich das auch unterstützen. Letztlich hoffe ich aber auf einen baldigen Neubau.

«Meine Frau und ich sind für das Provisorium»

Walter Thürlimann, 88 Rentner, Gossau

Walter Thürlimann, 88 Rentner, Gossau

Meine Frau und ich sind eindeutig für das Provisorium. Es ist definitiv nötig, das Provisorium braucht es einfach. Natürlich wäre der Bau eines neuen Altersheimes besser, aber bis dahin ist das Provisorium eine gute Lösung. Die drei Millionen Franken für den Kredit muss man in Kauf nehmen. Wir stimmen auf jeden Fall mit Ja.

«Die Zustände im Heim Espel sind nicht zumutbar»

Armin Jäger, 53 Sozialarbeiter, Radolfzell

Armin Jäger, 53 Sozialarbeiter, Radolfzell

Ich finde es gut, dass eine Lösung gesucht wird. Die Zustände im Heim Espel sind meiner Meinung nach nicht zumutbar. Ich habe die Wohnmodule zwar nicht angeschaut, aber das muss ich auch nicht. Alles ist besser als der «Espel».

«Der Container ist zu klein»

Hermann Kaiser, 85 Rentner, Gossau

Hermann Kaiser, 85 Rentner, Gossau

Ich denke der Container ist zu klein und schmal. Das Heim Espel habe ich noch nicht besucht, aber werde dies bald tun. Ich schaue mich eben selbst nach einer Alterswohnung um und der Container ist mir ehrlichgesagt zu klein. Aber ich habe auch die Zimmer in der «Schwalbe» gesehen und diese waren noch kleiner. Also denke ich, ein Container ist immer noch besser. Also stimme ich am 8. März «Ja».

«Man muss das Problem angehen»

Rita Costa, 26 Kinderbetreuerin, St. Gallen

Rita Costa, 26 Kinderbetreuerin, St. Gallen

Man muss das Problem dieser Heime definitiv angehen. Die Idee eines Wohnmoduls gefällt mir an sich nicht so gut. Aber ich denke, wenn man es schön einrichtet, könnte es auch eine Chance sein, das Leben der Älteren zu verbessern.