Schutz vor dem Virus in Gossau: «Wir versuchen, Besuche im Rathaus auf ein Minimum zu reduzieren»

Es melden sich immer mehr besorgte Gossauerinnen und Gossauer bei ihrer Stadtverwaltung. Der Kommunikationsbeauftragte Urs Salzmann sagt, wie die Stadt mit der Ausnahmesituation umgeht.

Elisabeth Fitze
Hören
Drucken
Teilen
Die Plexiglas-Verarbeiterin Neoplex AG profitiert vom Corona-Virus COVID-19: sie produziert Pandemie-Schutz für Schalter. Auch die Gossauer Stadtverwaltung hat solche Plexiglas-Trennwände bestellt.

Die Plexiglas-Verarbeiterin Neoplex AG profitiert vom Corona-Virus COVID-19: sie produziert Pandemie-Schutz für Schalter. Auch die Gossauer Stadtverwaltung hat solche Plexiglas-Trennwände bestellt.

Alex Spichale / LTA

Wie schützt die Gossauer Stadtverwaltung ihre Mitarbeiter?

Zu Wochenbeginn wurden Homeoffice und Teamsplitting geplant und danach sukzessive umgesetzt. Höchste Priorität hat dabei, die Risikogruppe zu schützen. Seit dieser Woche sind einige Mitarbeitenden im Homeoffice. Leider haben nicht alle ein eigenes Laptop, mit dem sie von Zuhause aus arbeiten können. Wir arbeiten aber daran, dies zu ändern.

Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau.

Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau.

PD

Melden sich viele besorgte Bürger auf der Stadtverwaltung?

Seit Anfang der Pandemie gibt es bei uns sehr viel Anrufe. Wir beantworten die Fragen, auf welche wir die Antwort wissen. Bei medizinischen Fragen leiten wir die Bewohner an Stellen weiter, die ihnen weiterhelfen können.

Kann man weiterhin an den Schalter kommen?

Sämtliche Amtsstellen im Rathaus sind nur noch für Personen zugänglich, die einen Termin haben. Wir versuchen so, physische Besuche im Rathaus auf ein Minimum zu reduzieren. Deshalb empfehlen wir, die Online-Dienste zu nutzen oder über das Telefon, per E-Mail und über den Postweg Kontakt mit uns aufzunehmen. Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt, sollte man einen Termin ausmachen. Ab Montag, 23. März, reduzieren wir die Zeiten für die telefonische Erreichbarkeit auf 8.30 bis 11.30 Uhr.

Sind die Schalter mit Plexiglas oder ähnlichem gesichert?

Da es weniger Leute gibt, die ins Rathaus kommen, haben wir die meisten Schalter geschlossen. Termine finden bei den bereits bestehenden Sicherheitsschaltern, welche mit Trennwänden versehen sind, statt. Dort ist die Sicherheit der Bürger und des Mitarbeitenden gegeben. Ausserdem sind wir dabei, weitere Plexiglas-Trennwände zu beschaffen. Bei Besprechungen, die in einem Büro stattfinden, beachten wir, dass die Beteiligten genügend Abstand halten.

Gibt es Dienstleistungen der Verwaltung, die unter diesen Umständen nicht mehr angeboten werden?

Grundsätzlich schreiben der Bund und Kanton einen Grossteil der Dienstleistungen vor, die wir anbieten müssen. Solange auf diesen Ebenen nichts entschieden wird, etwas zu ändern, werden wir weiterhin diese Dienstleistungen anbieten. Freiwillige Dienstleistungen wie der Jugendtreff sind hingegen eingestellt.

Und wie sieht es beim Stadtrat aus? Hält er seine Sitzungen jetzt per Videokonferenz ab?

Technisch wären wir zwar dafür ausgerüstet, aber diese Woche wurde die Ratssitzung in einem grossen Sitzungszimmer abgehalten. Darin kann jedes Ratsmitglied so sitzen, dass der Abstand von mindestens zwei Metern eingehalten ist.