18 Jahre sind genug: Goldachs Schulpräsident geht in Pension

Der Goldacher Schulbetrieb erhält gute Noten. Nun freut sich der Schulpräsident Andreas Gehrig auf seine letzte Herausforderung.

Jolanda Riedener
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Gemeindepräsident Dominik Gemperli (links) und Schulpräsident Andreas Gehrig beantragen eine Steuersenkung.

Gemeindepräsident Dominik Gemperli (links) und Schulpräsident Andreas Gehrig beantragen eine Steuersenkung.

Bild: Rudolf Hirtl

Es ist das letzte Mal, dass Goldachs Schulpräsident die Rechnung und das Budget der Schule den Journalisten präsentiert. «Ich werde bei den nächsten Erneuerungswahlen nicht mehr antreten», sagt Andreas Gehrig. Per Ende Jahr wird er im Alter von 66 Jahren in Pension gehen. Seit 18 Jahren leitete er die Geschicke der Goldacher Schulen.

Es sind mehrere Meilensteine, die Gehrig zu seiner Arbeit zählt. So zum Beispiel den Wechsel zur Einheitsgemeinde, die Reorganisation der Schulkreise oder die Neuaufstellung der Schulführung mit Schulleitern. In seine Amtszeit fallen auch die Einführung der schulischen Sozialarbeit, die Entwicklung der Schulinformatik samt interaktiven Wandtafeln oder die Etablierung des Mittagstischs zu einem ersten Angebot im Rahmen der schulergänzenden Betreuung. Tagesstrukturen beschäftigen Gehrig auch im laufenden Jahr: «Das Projekt wird mein letztes Amtsjahr herausfordernd bereichern.» Das Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Eltern zu fördern.

Schulbetrieb erhält gute Noten

Geplant ist ein modulartiges Betreuungsangebot für Goldacher Kinder im Schulalter. Es basiert auf einer Umfrage bei Goldacher Familienhaushalten mit Schulkindern. Mit 101 Kindern ist der Bedarf fürs Mittagstischangebot am grössten. Auch frühmorgens wird eine Betreuung gewünscht (19 Kinder), frühnachmittags (43), am späten Nachmittag (72) sowie am frühen Abend (47). Noch fehlt für die Betreuung eine geeignete Räumlichkeit. Ein Provisorium ist aber auf August 2020 vorgesehen, sollten die Bürger die entsprechenden Kredite bewilligen. Derzeit steht die Occasionsbaute mit einem Neuwert von 1,5 Millionen Franken im zürcherischen Adliswil. Die Gemeinde kann den Pavillon für 260000 Franken kaufen. Wo dieser platziert wird, ist noch in Abklärung. «Ideal wäre in der Nähe zur Schule», sagt Gehrig.

Vergangenes Jahr hat das Kantonale Amt für Volksschule die Schule Goldach evaluiert. Gehrig und sein Team erhielten gute Noten. Die Schulaufsicht lobt die Bemühungen einer umfassenden Schulförderung. Dazu würden Musicalproduktionen beitragen. «Mit den Musicals gibt es eine positive Dynamik, die sich auch auf nachfolgende Generationen auswirkt», sagt Gehrig. Weiter werden der Schule hohe Kompetenz, Engagement und Einsatz auf allen Ebenen attestiert. «So viel Integration wie möglich, so viel Separation wie nötig», lautet Gehrigs Leitspruch, den er beherzt umsetzt.

Schwankende Gelder von den Nachbardörfern

Die Rechnung der Schule Goldach weist einen Mehraufwand von 249834 Franken. Diesen wertet Gehrig aber nicht negativ. «Das heisst auch, dass wir realistisch budgetiert haben.» Zurückzuführen ist die Abweichung insbesondere auf Schulgelder von Kindern aus Tübach und Untereggen. «Es ist ein zweischneidiges Schwert. Wir haben aber ein gutes Einvernehmen mit den Nachbargemeinden.» Es könne zwar sein, dass manche Klassen irgendwann so gross sind, dass eine zusätzliche Klasse geführt werden müsse.

«Es gab viele Hochs und nur wenige Tiefs», sagt Andreas Gehrig rückblickend auf seine Zeit als Schulpräsident.