Kanti am Burggraben: Schülerinnen beweisen Eloquenz

Im Regionalfinal des Wettbewerbs «Jugend debattiert» haben Schülerinnen und Schüler an der Kantonsschule am Burggraben angeregt über politische Themen diskutiert. In der Jury sass Matthias Hüppi.

Aliena Trefny
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Die «Jugend debattiert»-Siegerinnen Cecilia Salzmann (links) und Olivia Inderbitzin mit Juror Matthias Hüppi. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die «Jugend debattiert»-Siegerinnen Cecilia Salzmann (links) und Olivia Inderbitzin mit Juror Matthias Hüppi. (Bild: Hanspeter Schiess)

Nicht nur mit der allgemeinen Nervosität vor einem Wettkampf mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs «Jugend debattiert» fertig werden. Ihr Können stellten sie vor einem grossen Publikum zur Schau: Freunde, Familie und Jury verfolgten den Wettbewerb besonders aufmerksam. Die Schüler haben ihre Aufgabe dennoch souverän gemeistert. Die Herausforderung bestand darin, in den Debatten nicht die eigene Meinung zu vertreten; stattdessen wurde jeweils ausgelost, wer die Pro- oder Kontra-Position vertreten sollte.

Acht Finalistinnen und Finalisten der Kategorien Sekundarstufe I (Flade und Untergymnasium) und der Sekundarstufe II (Gymnasium) haben sich im Regionalfinal des Wettbewerbs «Jugend debattiert» am Montag an der Kantonsschule am Burggraben die Teilnahme am nationalen Final in Bern gesichert. Dort werden sie die Ostschweiz vertreten.

Eine gute Vorbereitung erleichtert die Debatte

Mit packenden Eröffnungsreden, ausschweifenden Argumenten in den Diskussionen und deutlichen Schlussfolgerungen versuchten die Finalisten, die Jury zu überzeugen. Ihr gehörte auch FCSG-Präsident und Kommunikationsprofi Matthias Hüppi an.

Cecilia Salzmann (rechts) während ihres Auftrittes. (Bild: Hanspeter Schiess)

Cecilia Salzmann (rechts) während ihres Auftrittes. (Bild: Hanspeter Schiess)

In einem Interview, das humorvoll von der neuen Online-Schülerzeitung «Kanti live» geführt wurde, äusserste sich Hüppi zum Anlass. Er finde es wichtig, dass sich Jugendliche mit politischen Fragen auseinandersetzten. Ausserdem zeigte er sich beeindruckt davon, wie geschickt die Finalistinnen und Finalisten die Herausforderung gemeistert hätten. Ihr grosses Vorwissen weise auf eine gute Vorbereitung hin, was unumgänglich sei für eine gute Debatte:

«Wer nicht vorbereitet ist, kann auch nicht improvisieren.»

Spontanität und Bereitschaft, die Initiative zu ergreifen, hätten Priorität.

Die Siegerinnen Olivia Inderbitzin (Flade) und Cecilia Salzmann (Kantonsschule Wil) haben in ihren jeweiligen Kategorien am besten abgeschnitten. Dies durch respektvolles Eingehen auf ihre Mitstreiter, leidenschaftliches Argumentieren und viel Vorwissen, das sie in die Debatte einbauen konnten. In den Finalrunden debattierten die jüngeren Schülerinnen und Schüler über eine Strafzoll-Erhebung auf Palmöl. Die älteren darüber, ob eine europäische Armee unter Beteiligung der Schweiz geschaffen werden sollte.

FCSG-Präsident Matthias Hüppi gehörte der Jury des Debattier-Wettbewerbs an. (Bild: Hanspeter Schiess)

FCSG-Präsident Matthias Hüppi gehörte der Jury des Debattier-Wettbewerbs an. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wichtige Erfahrung fürs Berufsleben

Die jüngere Olivia Inderbitzin hat sich mit ihrem sicheren und höflichen Auftreten an die Spitze ihrer Kategorie debattiert. Ihre Stellungnahme gegen einen Strafzoll auf Palmölprodukte lautete:

«Entweder lassen wir Palmöl ganz weg oder überhaupt nicht; aber wir bezahlen dem Staat nicht noch mehr Geld.»

In der älteren Kategorie ist die Gewinnerin Cecilia Salzmann der Frage über die Gründung einer europäischen Armee nachgegangen und mit der Geschichte des Rütlischwurs eingestiegen: «Die Neutralität ist einer der Pfeiler, auf denen der Rütlischwur und somit der Frieden in der Schweiz basiert.»

Auch der zweitplatzierte Timon Reich (Kantonsschule am Burggraben) hat mit seinen rhetorischen Fähigkeiten und mit kritischem Hinterfragen die fünfköpfige Jury für sich gewonnen. Für die beiden Maturanden war die Teilnahme am Wettbewerb «Jugend debattiert» wichtig: Reich und Salzmann teilen die Ansicht, dass sich junge Leute für politische Themen einsetzen und sich eine eigene Meinung bilden sollen. «Es ist eine wertvolle Erfahrung, hier mitzumachen. Im Berufsleben kann es nur von Vorteil sein, wenn man zu debattieren versteht», sagt die 19-jährige Wilerin.

DEBATTE: Wortgefechte an der Kanti

Kommenden Montag debattieren 52 Kantischüler am Regiocup um die Wette. Zu gewinnen gibt es eine Reise nach Bern: zum nationalen Final von «Jugend debattiert».
Eva Ammann