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In Wittenbach bekommen alle Oberstufenschüler persönliche Laptops – zahlen müssen sie dafür 100 Franken

Die Oberstufe in Wittenbach stattet ihre Schüler mit Laptops aus. Das kostet Zehntausende von Franken.
Michel Burtscher
Digitale Medien sind in den Schulzimmern auf dem Vormarsch. Bild: Getty

Digitale Medien sind in den Schulzimmern auf dem Vormarsch. Bild: Getty

Wegzudenken aus dem Alltag sind Computer schon lange nicht mehr – auch in der Schule. Doch wie sie genau in den Unterricht integriert werden sollen, darüber wird immer wieder diskutiert. Die Verantwortlichen der Oberstufenschulgemeinde Grünau in Wittenbach haben entschieden, alle Schülerinnen und Schüler mit einem eigenen Notebook auszustatten. Die Schüler der dritten Klassen haben ihr Gerät bereits zu Beginn dieses Schuljahres erhalten, jene der ersten und zweiten Klassen sollen es im Februar des nächsten Jahres bekommen.

Im Budget für das Jahr 2020, über welches das Schulparlament am 18.November abstimmen wird, ist dafür eine Investition von 89000 Franken vorgesehen. Widerstand dagegen ist nicht wahrscheinlich, immerhin haben die Parlamentarier auch die Kosten für das Pilotprojekt sowie die erste Tranche der Notebookbeschaffung abgesegnet. «Es gab zwar Fragen, aber keine Einwände», sagt Schulratspräsident Georges Gladig.

IT-Kompetenzen der Schüler fördern

Künftig dürften für neue Laptops Kosten von 60000 Franken pro Jahr anfallen. So steht es im Finanzplan. Wobei Gladig davon ausgeht, dass die Geräte günstiger werden. So oder so sind sich die Verantwortlichen sicher, dass sich die Investition lohnt. Hintergrund der Laptopoffensive sind der Lehrplan 21 und die Legislaturziele des Schulrates, wonach die IT-Kompetenzen der Schüler gefördert werden sollen. Zudem sind heute viele Lehrmittel digital. Darum wären laut Gladig sowieso Kosten angefallen, weil die Computer in den Informatikräumen sonst hätten ersetzt werden müssen.

Während andere Schulen auf das Prinzip «Bring Your Own Device» setzen, bei dem jeder Schüler ein eigenes Gerät von Zuhause mitnehmen muss, war für die Verantwortlichen des OZ Grünau klar, dass sie die Schüler mit Laptops ausrüsten wollen, die diese zwar auch privat nutzen können, die aber der Schule gehören. Denn erstens müsse die Volksschule grundsätzlich kostenlos sein, sagt Gladig, zweitens sei der technische und pädagogische Support einfacher, wenn alle das gleiche Gerät und Betriebssystem hätten. Ganz gratis ist das Notebook für die Schüler aber nicht: Ihre Eltern müssen laut Gladig einen «symbolischen Betrag» von 100 Franken zahlen – die rechtliche Situation und Legitimation dafür sei mit dem Bildungsdepartement besprochen worden. Nach der Schulzeit können sie das Gerät für zusätzliche 50 Franken kaufen.

Verbotene Inhalte auf den Notebooks

Gladig betont, dass die Notebooks als zusätzliches Werkzeug für den Unterricht gedacht seien. Keinesfalls solle nur noch damit gearbeitet werden. Ins gleiche Horn bläst auch Dominik Rechsteiner, Schulleiter des OZ Grünau: «Handschrift und Hefte haben weiterhin ihren Platz im Unterricht», sagt er.

Die bisherigen Erfahrungen mit der Laptopoffensive seien positiv, das betonen Gladig wie Rechsteiner. Die Schüler gingen grösstenteils verantwortungsbewusst mit ihrem Gerät um. Rechsteiner weist zudem auf die «spezielle Lösung» hin, die man gewählt habe. «Die Administratorenrechte der Notebooks liegen bei den Schülern», sagt er. Sie sind also verantwortlich dafür, den Laptop aufzusetzen, die benötigten Programme zu installieren und müssen bei Fehlern grundsätzlich zuerst selbst eine Lösung suchen. «So lernen sie viel», sagt Rechsteiner.

Doch dieses System bietet nicht nur Chancen, sondern birgt auch Gefahren. Stichworte sind Pornografie oder Gewaltvideos. Dem sind sich die Verantwortlichen bewusst. Die Eltern und die Schüler müssen eine Nutzungsvereinbarung mit Regeln für den Umgang mit den Notebooks unterschreiben. «Trotzdem können wir nicht ausschliessen, dass die Schüler auf ihren Notebooks auch verbotene Inhalte anschauen oder herunterladen», sagt Rechsteiner. Gleichzeitig betont er, dass die Smartphones diesbezüglich viel problematischer seien.

400'000 Franken für eine neue Aulaküche

Das Schulparlament wird an seiner Sitzung vom 18. November auch über die Sanierung der Aulaküche des OZ Grünau abstimmen. Der Schulrat beantragt dafür einen Investitionskredit von 400000 Franken. Die Bauarbeiten sind im Sommer des nächsten Jahres geplant, wie es in den Erläuterungen zum Budget 2020 heisst. Bei der Gesamtsanierung des OZ Grünau im Jahr 2014 wurde die Aulaküche nur teilweise saniert. Der Zahn der Zeit nagt an ihr, immerhin ist sie schon über 40 Jahre alt.

Schulratspräsident Georges Gladig sagt: «Die Küche ist teilweise unpraktisch, die Geräte sind nicht mehr auf dem neusten Stand.» Es müsse etwas getan werden, so Gladig. Denn bei der Aula handle es sich um einen öffentlichen Saal, der auch von der Gemeinde und Vereinen für verschiedene Anlässe genutzt werde. Zwar würden einige dafür jeweils ein Cateringunternehmen engagieren, andere aber noch immer selber kochen. Abklärungen bei Vereinen haben laut Georges Gladig jedenfalls ergeben, dass für viele der Zugang zu einer Aulaküche auch künftig wichtig sei. (mbu

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