Hautinfektion an St.Galler Schulen: Schüler und Lehrer mit Bakterium infiziert

An der Primar- und Oberstufe Engelwies haben sich Schüler und Lehrer mit einem Bakterium angesteckt, das Hautirritationen auslöst. Bei korrekter Behandlung ist die Infektion allerdings nicht gefährlich.

Marion Loher
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Das Bakterium hat Resistenzen gegenüber verschiedenen Antibiotika entwickelt. (Bild: KEYSTONE/Matthias Hiekel)

Das Bakterium hat Resistenzen gegenüber verschiedenen Antibiotika entwickelt. (Bild: KEYSTONE/Matthias Hiekel)

Nicht die Grippe grassiert derzeit an den Schulhäusern Engelwies im Westen der Stadt, sondern eine bakterielle Hautinfektion. In den vergangenen Monaten haben sich an der Primar- und Oberstufe einige Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrpersonen mit dem sogenannten MRSA-Bakterium infiziert. Dies schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schülern seien bereits über die Sachlage informiert worden.

Bei MRSA handelt es sich um das Bakterium Staphylococcus aureus, welches Resistenzen gegenüber verschiedenen Antibiotika entwickelt hat. Festgestellt wurde die Infektion mit dem gleichen Bakterienstamm sowohl im Primar- als auch im Oberstufenschulhaus. «Wir haben Kenntnis von 15 Fällen», sagt Schulärztin Angela Walt auf Anfrage. «Doch ich glaube, das ist nur die Spitze des Eisberges», fügt sie an. Denn meistens würden im Kontakt mit MRSA-Bakterien keine Infektionen auftreten und demzufolge auch keine Beschwerden oder Symptome.

Händewaschen senkt Ansteckungsgefahr

Woher der Erreger kommt, kann die Schulärztin nicht sagen. Bekannt sei hingegen, dass die bakterielle Hautinfektion mit MRSA bei jungen, gesunden Menschen hauptsächlich in den USA verbreitet sei. «Bei uns in Europa kommt sie vor allem in südlichen Ländern vor», sagt Angela Walt.
Ausgelöst wird die Infektion vorwiegend durch Hautläsionen, die beispielsweise durch das Aufkratzen von Insektenstichen entstanden sind. Betroffen sind meistens Haut- und Weichteile – sichtbar vor allem durch Rötungen, Eiter oder Pusteln an der Haut.

«Diese Infektionen sind in der Regel mit dem richtigen Antibiotikum gut behandelbar und heilen problemlos», so die Schulärztin. Das MRSA-Bakterium wird vorwiegend über direkten Körperkontakt übertragen: über die Hände beispielsweise oder beim Turnen, selten jedoch auch über Gegenstände, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Allerdings nimmt das Infektionsrisiko durch Hygienemassnahmen wie Händewaschen stark ab.

Schulbetrieb ist nicht gefährdet

Der Schulärztliche Dienst der Stadt St.Gallen steht mit der Kantonsärztin sowie der Infektiologie des Kinder- und des Kantonsspitals St. Gallen in engem Kontakt und beobachtet die Situation unter konsequenter Einhaltung der hygienischen Massnahmen. Damit neue Übertragungen verhindert werden könnten, sei es wichtig, Infektionen möglichst schnell zu erkennen und korrekt zu behandeln, schreibt die Stadt. Schulärztin Angela Walt rät Eltern, die an der Haut ihrer Kinder Veränderungen wie Rötungen, Eiter oder Pusteln feststellen, dies schnellstmöglich dem Haus- oder Kinderarzt sowie der Lehrperson zu melden.

Gemäss Stadt ist der Schulbetrieb im Engelwies wegen der aktuellen Infektion nicht gefährdet. «Bei einer aktiven Infektion und einer Therapie ist der Schulbesuch weiter möglich, vorausgesetzt die Wunde ist abgedeckt.»