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Schon Jahre blockiert: Nun verhindern 10 Zentimeter die Neugestaltung von Goldachs Dorfzentrum

Die Zentrumsüberbauung in Goldach ist seit Jahren durch einen Einsprecher blockiert. Wegen zehn Zentimetern rügt das Verwaltungsgericht die Gemeinde. Damit geht das Prozedere von vorne los.
Jolanda Riedener
Auf den Liegenschaften rund um das Restaurant Schäfli sollen neue Wohnhäuser gebaut werden. (Bild: Laura Manser)

Auf den Liegenschaften rund um das Restaurant Schäfli sollen neue Wohnhäuser gebaut werden. (Bild: Laura Manser)

«Was soll das?» haben sich einige Goldacherinnen und Goldacher an der Bürgerversammlung gefragt. Gemeindepräsident Dominik Gemperli orientierte die Anwesenden über den aktuellen Stand der Zentrumsüberbauung. Noch vor wenigen Wochen zeigt er sich zuversichtlich. Man habe vom Verwaltungsgericht ein Zeichen bekommen, der Entscheid stehe kurz bevor.

Im Goldacher Dorfzentrum hätte die Investorin Fortimo bereits vor einigen Jahren Pläne realisieren wollen. Allerdings stellte sich der Eigentümer des Nachbargrundstücks dagegen quer. Zwei etwa 50 Jahre alte Bäume, die ihm gehören, hätten für die Überbauung gefällt werden müssen. Seither ist das Projekt durch Rechtsmittel blockiert.

Das Baudepartement hatte die Einsprache bereits abgewiesen. Doch der Einsprecher zog sein Anliegen vor Verwaltungsgericht. Dieses hat nun entschieden – allerdings nicht zur Freude der Gemeinde. «Was soll das?» dürften sich auch Gemperli und der ganze Gemeinderat gefragt haben, als sie die Begründung gelesen haben.

Keine Fehler bei Gestaltung und Verfahren festgestellt

«Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, dass weder im Prozess der Gestaltungsplanung noch im Bereich des Verfahrensrechts Fehler passiert sind», sagt Gemperli. Hingegen rügt das Gericht in der Begründung, dass Oblichter nicht als technisch notwendige Baubestandteile zu qualifizieren sind und somit die maximal zulässige Gebäudehöhe um zehn Zentimeter überschreiten. Die Oblichter sollten eine bessere Lichtqualität bringen und seien aus Gründen der Wohnhygiene vorgesehen. Gemperli sagt:

«Für den Beschwerdeführer sind die Oblichter gar nicht sichtbar.»

Dass zehn Zentimeter zu einer Aufhebung der Baubewilligung für das Projekt Zentrumsüberbauung führen, stösst auf Unverständnis.
Das Bauprojekt weist eine hohe Komplexität und grosse Dimension auf: «Kleinere Anpassungen sind üblich und führen in einem Rechtsmittelverfahren im Regelfall zu einer Auflage im Entscheid, welche der Baugesuchsteller bei der baulichen Realisierung zu berücksichtigen hat. Aber sicher nicht zu einer Aufhebung der Baubewilligung für das Projekt an sich», führt Gemperli vor der Bürgschaft weiter aus.

Zurück auf Feld eins

Übrig bleibt der Gemeinde Goldach nur eins: Entgegen den Entscheiden des Gemeinderates und des kantonalen Baudepartements muss nun die Baubewilligung mit den angepassten Dachfenstern nochmals verfügt werden. Er sagt:

«Ein Entscheid, dem jede Verhältnismässigkeit fehlt.»

Unausweichlich sind weitere Verzögerungen der Zentrumsüberbauung. Bereits beim Baudepartement dauerte das Verfahren mehrere Jahre. Das Prozedere geht möglicherweise von vorne los. «Den Entscheid des Verwaltungsgerichts gilt es selbstverständlich zu respektieren», sagt Gemperli. Dennoch hätte das Problem durch eine einfache Korrektur behoben werden können, ohne im Verfahren zurückgeworfen zu werden. Deshalb sei der Entscheid aus Sicht des Gemeinderats so unverständlich.

Dennoch: Nun gelte es, die Pläne anzupassen und erneut mit dem Einsprecher das Gespräch zu suchen. Es bestehe aber gemäss Gemperli weiter die Möglichkeit, dass der Einsprecher sein Begehren weiterziehe.
Ob er das beabsichtigt, wollte er auf Anfrage dieser Zeitung nicht preisgeben. Auch sonst will er sich «absolut gar nicht» zum Einspracheverfahren äussern, wie er am Telefon erklärt.

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