Gossau: Schnuppern mit vollem Körpereinsatz

Nicht alle Kinder fahren in der Sportwoche zum Skifahren. Einige bleiben zu Hause in Gossau. Deswegen sind sie aber nicht zum Nichtstun verdammt. Viele Kinder haben diese Woche das Angebot «Go-Sport» genutzt.

Yann Lengacher
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Von den Profis lernen: Eine Kursteilnehmerin spielt mit einer Leiterin Badminton. (Bild: Yann Lengacher)

Von den Profis lernen: Eine Kursteilnehmerin spielt mit einer Leiterin Badminton. (Bild: Yann Lengacher)

Sieben Kinder stehen im Kreis und stellen sich nacheinander vor. Danach wärmen sie sich bei einem Fangis auf. Nach kurzer Zeit dürfen die Kinder dann das Sportgerät in die Hand nehmen, das sie alle ausprobieren wollen: Das Racket. Schon bald fliegen die Federbälle an diesem Nachmittag hin und her. Diejenigen, die noch Mühe haben, den kleinen Ball zu treffen, erhalten Hilfe von den Kursleitern des Badminton Clubs Gossau. Später erklären sie den Kindern, welche Arten von Schlägen es im Badminton gibt und zeigen diese vor.

160 Kinder nehmen an den Kursen teil

Badminton ist eine von vielen sportlichen Aktivitäten, die Kinder diese Woche besucht haben. Die Kurse des Angebots «Go-Sport», das daheim gebliebenen Kindern in der Gossauer Sportwoche eine Beschäftigung bieten soll, sei auch dieses Jahr rege genutzt worden, wie Markus Jocham von der IG Sport Gossau sagt: «Dieses Jahr haben wir ein Spitzenjahr. Es haben sich fast 160 Kinder für die Kurse angemeldet.» In insgesamt 14 Vereinen können die Kinder diverse Sportarten ausprobieren, Judo, Turnen und Tennis sind nur einige Beispiele. Besonderes hoch im Kurs seien immer Reiten und Schiessen. Auffallend ist, dass trotz des breiten Angebots an Vereinen und Sportarten etwas fehlt: Fussball ist nicht in der Auswahl. Das habe einen bestimmten Grund: «Der Fussballclub hat sich bewusst aus dem Angebot zurückgezogen, denn er hat keine Nachwuchsprobleme und erhielte wohl zu viele Anmeldungen, wenn er bei unserem Programm dabei wäre», sagt Jocham. In der «Go-Sport» Woche sollen die Kinder neues ausprobieren können. Sie biete zudem eine Möglichkeit, um andere Sportarten zu versuchen, auch Kindern, die schon in einem Verein sind, sagt Jocham.

Angebot soll erweitert werden

Der IG Sport sei es wichtig, sich stetig weiterzuentwickeln. So habe sie dieses Jahr im Sinne der Integration erstmals ein Flüchtlingskind an einen Schwimmkurs eingeladen. Nächstes Jahr möchte die sie das Angebot um einen weiteren Bereich erweiteren. «Wir streben eine Zusammenarbeit mit der IG Kultur an, um künftig auch kulturelle Aktivitäten anzubieten.» Ziel sei es, dass sich Kinder beispielsweise für einen Mal- oder Töpferkurs anmelden können.

Diese Woche standen aber die sportlichen Betätigungen im Vordergrund, so auch im Badminton. In einer Trinkpause sagt ein Bub: «Es ist schon mega cool.» Er spiele in seiner Freizeit sonst Fussball.