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Frau Holle verzaubert die Stadt St.Gallen

Der Winter hat die Stadt fest im Griff. Die Schneemassen sind für einige eine Last, für andere sind sie ein Segen. Kinder in den Quartieren geniessen jede Minute auf Ski und Bob. Langläufer drehen gemütlich ihre Runden auf der Kreuzbleiche.
Christoph Renn

In der Stadt herrscht ein regelrechtes Verkehrschaos. Busse kämpfen sich mühsam durch die verschneiten Strassen, Autos rutschen mehr, als sie fahren. Auf den hohen Häusern stehen Männer in leuchtenden Westen und schaufeln die Schneemassen von den Dächern. Doch in den Quartieren zeigt sich ein komplett anderes Bild. Hier werden der Winter und die grossen Schneemassen gefeiert.

«Ich brauche eine Schaufel», schreit ein Junge, während er noch seine letzten Schwünge auf der Piste beim Skilift Beckenhalde in St. Georgen macht. «Wir wollen unbedingt eine Schanze bauen», sagt er. Zeit für ein längeres Gespräch bleibt nicht. Mit der riesigen Schaufel unter dem Arm geht es gleich wieder mit dem Tellerlift nach oben.

Lange mussten die Kinder der Stadt in diesem Jahr auf den Schnee warten. «Wir konnten den Lift am Samstag erstmals öffnen», sagt Roger Maurer, der den Skilift in St. Georgen vom warmen Häuschen aus bedient. Nun ist so viel Schnee gefallen, dass die Mitarbeiter mit der Pistenvorbereitung kaum nachkommen. «Wir präparieren die Piste jeweils einmal am Tag», erklärt er. «Das muss reichen.»

Immerhin dauere es geschlagene drei Stunden, bis sie die rechte Spur des Liftes mit Schneetöff und angehängtem Schneepflug fahrbereit gemacht werden kann. Doch die Arbeit lohnt sich. Die Kinder aus St. Georgen danken es den Pistenarbeitern mit lachenden Gesichtern und lauten Freudenschreien. «Vor allem am Mittwochnachmittag war hier extrem viel los», sagt Maurer. Nun freue er sich auf das Nachtskifahren bei Scheinwerferlicht.

Mit dem Bob durch den Tiefschnee

Eine Schanze steht auch auf der Schlittelstrecke auf dem Kinderfestplatz auf dem Rosenberg im Zentrum. «Komm, das nächste Mal fahren wir zusammen», sagt ein Mädchen zu ihrem kleinen Bruder. Zuerst müssen sie jedoch den Hang hinaufsteigen. Bei jedem Schritt sinken die Kinder bis zur Hüfte ein. Einige ruhen sich unterwegs aus, während andere bereits wieder kreischend mit ihren farbigen Gefährten durch den Tiefschnee düsen. Vom Stress im Stadtzentrum ist hier nichts zu spüren.

Aber nicht nur Kinder geniessen die weisse Stadt. Auf der Kreuzbleiche drehen zwei Frauen gesetzteren Alters gemütlich im klassischen Stil ihre Runden auf der Loipe. «Für mich ist das Erholung pur», sagt eine Langläuferin. Umso glücklicher sei sie, dass die Loipe endlich eröffnet werden konnte. Sie schnallt die Langlaufski wieder an, zieht die Kapuze über den Kopf und fährt gemütlich, aber gekonnt durch die dicken Schneeflocken, die ununterbrochen vom Himmel fallen.

Nebenan macht sich ein jüngerer Mann bereit. «Die Bedingungen sind nicht ganz einfach, weil auf der Loipe viel Schnee liegt», sagt er. Doch das scheint ihn nicht gross zu beeinträchtigen. In grossen Schritten skatet er im Eiltempo davon, vorbei an Spaziergänger und dem Eisfeld des «Eiszaubers».

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