Schnee
Dutzende Unfälle mit mehreren 100'000 Franken Blechschaden und trübe Aussichten: Das ist die erste Bilanz des Wintereinbruchs in der Ostschweiz

Die Schönheit des Winters ist trügerisch: In der Region kam es seit Mittwochmittag bereits zu zahlreichen Unfällen. Die Kantonspolizei zeigt auf, worauf es jetzt besonders zu achten gilt. Meteonews erklärt die Wetteraussichten – und der Mediensprecher des FC St.Gallen ergänzt, warum man sich wegen des Heimspiels vom Samstag gegen Lugano keine Sorgen machen muss.

Francesca Stemer
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Die Burgstrasse wird vom Schnee befreit.

Die Burgstrasse wird vom Schnee befreit.

Bild: Michel Canonica

In der Region ist seit Mittwochmittag verbreitet Schnee bis in tiefe Lagen gefallen. Auch wenn der Schnee stets etwas Verträumtes und vorweihnachtliche Stimmung mit sich bringt, die weisse Pracht darf nicht unterschätzt werden.

So kam es im Kanton St.Gallen bereits zu zahlreichen Unfällen wegen der winterlichen Strassenverhältnisse. Die Kantonspolizei teilte mit, dass sie im Zeitraum zwischen Mittwochmittag und Donnerstagmorgen an über 20 Verkehrsunfälle ausgerückt waren.

Davon war über die Hälfte Selbstunfälle von Autos. Die Kantonspolizei geht davon aus, dass sie vermutlich wegen Nichtanpassens der Geschwindigkeit an die winterlichen Strassenverhältnisse ins Rutschen geraten sind. Die Fahrzeuge prallten dabei unter anderem in Leitplanken, Verkehrsschilder oder Bauabschrankungen. In drei Fällen kam es zu einer Kollision zwischen einem Auto und einem Schneepflug. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Der Sachschaden bei allen Unfällen wird auf über 100’000 Franken geschätzt.

Die Strassen in St.Gallen sind gemäss der Stadtpolizei St.Gallen noch immer schneebedeckt. Seit Mittwoch ist das Tiefbauamt im Dauereinsatz, um die Strassen und Gehwege von Schnee und Eis freizuräumen. Dabei mache vor allem der schwere Schnee zu schaffen.

Auch im öffentlichen Verkehr ist es aufgrund der winterlichen Verhältnisse zu Einschränkungen und Verspätungen gekommen. Wegen abgeknickter Äste und umgestürzter Bäume mussten gemäss der Stadtpolizei einzelne Linienbusse Umwege fahren oder fielen gänzlich aus. Die Feuerwehr kümmert sich fortlaufend um die Räumung von umgestürzten Bäumen und abgeknickten Ästen, welche die Strassen versperren.

Unterschiede im Appenzellerland

Anders sieht es im Kanton Appenzell Innerrhoden aus. Auf Anfrage teilt die Kantonspolizei mit, dass sie glücklicherweise nur wenige Unfälle aufgrund der Strassenverhältnisse zu verzeichnen habe. So sei am Mittwoch eine junge Autofahrerin von der Strasse abgekommen, und am Donnerstagmorgen geriet ein Autofahrer ins Rutschen. Alle Beteiligten blieben unverletzt.

Die Schneeräumarbeiten sind im Gang.

Die Schneeräumarbeiten sind im Gang.

Bild: Michel Canonica

Ein anderes Bild zeigt sich jedoch im Nachbarkanton Appenzell Ausserrhoden. Dominic Schwarz, Regionenchef Vorderland und Mediensprecher der Kantonspolizei, sagt, dass es in den vergangenen 24 Stunden zu rund acht gemeldeten Verkehrsunfällen gekommen ist. Dabei handelt es sich um Auffahrunfälle oder Autofahrerinnen und Autofahrer, die ins Rutschen geraten sind. Es gab teils wenige Autofahrende, die sich leicht verletzt hätten. Schwarz führt die meisten Unfälle darauf zurück, dass die Geschwindigkeit nicht den Strassenverhältnissen angepasst wurde.

Das rät die Kantonspolizei

Das bestätigt auch Claudia Brunner, Mediensprecherin der Kantonspolizei Thurgau. Sie rät:

«Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker genügend Zeit einplanen.»

Bei nassen, eisigen oder schneebedeckten Strassen ist der Bremsweg um einiges länger, dementsprechend gilt es, das Tempo den Strassen- und Sichtverhältnissen anzupassen. Auch sollte nicht stark beschleunigt oder brüsk gebremst werden. Obwohl Winterreifen gesetzlich nicht vorgeschrieben sind, empfiehlt Brunner diese dringend. Die Pneus haben eine andere Gummimischung und ein gröberes Profil. Front- und Seitenscheiben, aber auch die Beleuchtung, die Rückspiegel und die Kontrollschilder sind von Schnee und Eis zu befreien, und die Lüftung ist richtig einzustellen, damit die Scheiben nicht beschlagen.

Im Kanton Thurgau kam es seit Mittwochabend zu rund einem Dutzend Unfällen. Bei den meisten gerieten die Fahrzeuge ins Rutschen. Es gab keine Verletzten. Weiter gab es einige Bäume und Äste, die der Last des Schnees nicht mehr standhalten konnten.

Winterliche Aussichten in St.Gallen.

Winterliche Aussichten in St.Gallen.

Bild: Michel Canonica

Hält der Schneefall an?

Wie es wettertechnisch weitergeht und ob der Schneefall anhält, erklärt Michael Eichmann von Meteonews. Gemäss dem Meteorologen sollte der Donnerstagnachmittag in der Region grösstenteils trocken werden. Doch ab Freitagmittag werden neue Störungen aus Richtung Westen aufziehen. «Zuerst schneit es verbreitet und bis in tiefe Lagen, im Verlauf des Nachmittags steigt die Schneefallgrenze vorübergehend auf 500 bis 600 Meter an, sodass in den tieferen Lagen auch Schneeregen oder gar Regen dabei ist.» Am Samstag sei es dann meist stark bewölkt mit teilweise Schneeschauer. Bis zum Abend beruhigt sich das Wetter. Samstagnachts sollte der Niederschlag abklingen und der Sonntag trocken bleiben, teils sogar mit einzelnen Aufhellungen am Morgen.

Gemäss Eichmann ändert sich das Wetter dann ab Sonntagnachmittag, es kann erneut Niederschlag geben. Die neue Woche beginnt freundlich. Jedoch: «Spätestens ab Dienstag wird in der Ostschweiz die Hochnebelphase starten, diese dauert voraussichtlich bis Donnerstag an.»

Match trotz Schnee

Am Samstag spielt der FC St.Gallen gegen Lugano. Dass das Spiel aufgrund des Schnees abgesagt werden müsste, damit rechnet David Gadze, Mediensprecher FC St.Gallen, nicht. «Derzeit liegen rund 15 Zentimeter Schnee im Stadion. Wir werden morgen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle sowie mit Nachwuchsmannschaften den Schnee räumen.» Das eine sei, das Spielfeld vom Schnee zu befreien, das andere, die Schneemassen auch abzutransportieren. Er ergänzt, auch in vergangenen schneereichen Jahren habe das Spielfeld entsprechend geräumt werden können. «Zudem sollte es am Samstag ja dann etwas weniger schneien, wir rechnen deshalb fest damit, dass das Spiel normal stattfinden kann.»  (fra)

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