Schluss mit der Blechlawine durch Rorschach? Stadtpräsident denkt über autofreie Tage nach

Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths sieht dem Feiertag und dem Wochenende mit Sorge entgegen. «Der Verkehr lähmt die Stadt», sagt er und denkt über autofreie Tage nach.

Rudolf Hirtl
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An schönen Wochenenden oder Feiertagen leidet die Stadt Rorschach unter dem Durchgangsverkehr.

An schönen Wochenenden oder Feiertagen leidet die Stadt Rorschach unter dem Durchgangsverkehr.

Bild: OT-Archiv

Seit Anfang Jahr ist Röbi Raths Stadtpräsident in Rorschach. Sein neues Zuhause hat der vorgängige Gemeindepräsident von Thal an der Hauptstrasse bezogen. Er mag die Stadt. Er geniesst das urbane Leben, den Kontakt mit den Menschen, die Nähe zum See – er fühlt sich pudelwohl hier.

Meistens wenigstens, denn seit er an der Hauptverkehrsader der Stadt wohnt, spürt er es hautnah, wenn sich an schönen Wochenenden endlos scheinende Blechlawinen durch die Hafenstadt wälzen.

«Mir graut es vor dem Verkehr»

«Wir rechnen mit sehr viel Verkehr. Mir graut es davor», sagte Rorschachs Stadtpräsident gestern auf TVO. «Selbstverständlich freuen wir uns über Besucher, wenn diese unter Einhaltung der Covid-19-Regeln dem heimischen Gewerbe endlich wieder etwas Umsatz bringen. Wir haben aber keine Freude an den vielen Fahrzeuglenkern, die einfach nur durchfahren.» Abgase und Lärm würden die Lebensqualität in der Stadt auf dramatische Art und Weise mindern. «Ich überlege mir ernsthaft, Rorschach an einigen Wochenenden im Jahr autofrei zu machen. Also nur noch Bewohner und Besucher in die Stadt zu lassen. So eine Massnahme können wir aber nicht im Alleingang beschliessen. Wir werden uns auch im St.Galler Kantonsrat mit dieser Problematik auseinandersetzen müssen», so der FDP-Politiker.

Fahrausweise und Autos eingezogen

Sehr gut sei die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St.Gallen, die in den vergangenen Wochenenden bei Kontrollen über drei Dutzend sogenannte Autoposer verzeigte und zudem mehrere Führerausweise und technisch veränderte Fahrzeuge einzog. Weil Rorschach aber nach wie vor als Hotspot dieser Schaufahrer gilt, will Raths nicht nachlassen. «Wir bleiben dran, bis dieser Unfug aufhört.»

Kurzfristige Massnahmen setzen, falls die Situation an Feiertag oder Wochenende ausartet, kann Rorschachs Stadtführung nicht. «Uns sind die Hände gebunden. Zudem handelt es sich um eine Kantonsstrasse», so Raths, der die Parkplätze offen halten will.