Kommentar

Schlüssiges Hin und Her ums Theaterprovisorium in St.Gallen

Während das Theater St.Gallen saniert wird, braucht es eine provisorische Bühne. Kanton und Stadt St.Gallen haben für diesen Bau nun plötzlich einen anderen Standort im Auge. Dieses Hin und Her überrascht, ist aber sinnvoll.

Roger Berhalter
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Roger Berhalter, Redaktor, Stadtredaktion

Roger Berhalter, Redaktor, Stadtredaktion

Das kommt überraschend. Noch vor kurzem waren sich Stadt und Kanton einig: Ein Theaterprovisorium auf dem Unteren Brühl komme nicht in Frage. Dieser Park sei erst vor kurzem neu gestaltet worden, zudem sei er für die Bevölkerung da und nicht für einen provisorischen Theaterbetrieb während der Sanierung des Kulturhauses. Man wolle den Park nicht überbauen, selbst vorübergehend nicht. Und nun soll dieser Standort plötzlich doch möglich sein, ohne dass dafür ein Baum gefällt oder ein Weg verstellt werden muss? Dieses Hin und Her dürfte das Vertrauen der Bevölkerung in die Behörden nicht gerade stärken.

Doch die Verantwortlichen begründen diesen Standortwechsel schlüssig. Ein entscheidendes Detail in der Ausgangslage hat sich geändert: Das neue Provisorium ist mit 500 statt 700 Zuschauerplätzen kleiner als ursprünglich gedacht. Dies ermöglicht einen neuen, vieleckigen Grundriss und damit mehr Spielraum. Es ist einfacher, ein Vieleck auf die Bedürfnisse vor Ort zuzuschneiden, als einen starren, rechteckigen Klotz zu platzieren.

Mit diesem Standortentscheid bleibt der Stadtpark unberührt, die Naturschützer sind besänftigt und die Anwohner anscheinend auch. Unschön ist nur, dass der Theaterbetrieb wegen der Olma eine Pause einlegen muss – und dass das Provisorium trotz weniger Sitzplätze gleich teuer bleibt.