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Schiessstand Weierweid in St.Georgen soll für 100'000 Franken saniert werden

Dank neuer Kugelfänge soll kein Blei mehr in den Boden beim Schiessstand Weierweid gelangen. Der Feldschützen-Gesellschaft der Stadt St.Gallen hat ein Baugesuch gestellt.
Sandro Büchler
Links die 25-Meter-Anlage, rechts die 50-Meter-Schussdistanz: Hinter den Zielscheiben auf Höhe des Wellblechs sollen die Kugelfangkästen aufgestellt werden. (Bild: Sandro Büchler)

Links die 25-Meter-Anlage, rechts die 50-Meter-Schussdistanz: Hinter den Zielscheiben auf Höhe des Wellblechs sollen die Kugelfangkästen aufgestellt werden. (Bild: Sandro Büchler)

St.Georgen ist friedlich und ruhig an diesem Tag. Die Natur ist nah. Am Beckenhaldehang sind zwei Rehe aus der Ferne zu erkennen, Kühe grasen weiter oben, eine Frau sucht ihren entlaufenen Hund. Ein Mann trainiert mit der Ballmaschine allein auf dem Tennisplatz.

Doch das ist nicht immer so. Denn wird beim Schiessstand Weierweid im Tal der Demut geschossen, wird es laut. Und das Blei in den Geschossen kontaminiert das Erdreich der Kugelfänge. Damit soll aber bald Schluss sein: Das nationale Umweltschutzgesetz verbietet ab dem kommenden Jahr, dass noch mehr Schwermetall in die ohnehin bereits belasteten Böden gelangt. Schiessanlagen in der ganzen Region wurden in den vergangenen Jahren saniert. Während die einen investieren konnten, hatten andere Schützenvereine zu wenig Geld in ihren Kassen und mussten deshalb den Betrieb auf ihrem Schiessstand einstellen.

Feldschützen budgetieren 100'000 Franken für Sanierung

Die Feldschützen-Gesellschaft der Stadt St.Gallen will für die Sanierung das nötige Geld aber aufwerfen. Bei der 300-Meter-, der 50-Meter- und der 25-Meter-Schussdistanz wollen sie Kugelfangkästen bauen. Diese sollen hinter den Zielscheiben aufgestellt werden und so Gewehr- und Pistolenkugeln auffangen, anstatt dass diese in den Erdwall dahinter eindringen. Kostenpunkt für das Bauprojekt: «Rund 100'000 Franken», sagt Vereinspräsident Martin Schmatz.

Allein die Kosten für die Fertigung und Installation der speziell konzipierten Kästen schlagen mit über 82'000 Franken zu Buche, wie dem aktuell im Amtshaus aufgelegten Baugesuch zu entnehmen ist. Ähnliche Bauprojekte wurden beispielsweise in Goldach bereits realisiert. Einige Bauarbeiten wollten die Mitglieder der Schützengesellschaft in Fronarbeit erledigen, sagt Schmatz. Er ist froh, wenn das Bauprojekt bewilligt wird und der Betrieb damit gesichert ist.

Doch der Vereinspräsident blickt bereits weiter in die Zukunft. Zusammen mit dem kantonalen Amt für Umwelt habe man auch die mit Blei belasteten Erdhügel untersucht. Schmatz sagt:

«Das Grundwasser ist nicht gefährdet.»

«Aber wir wissen, dass an gewisse Standorten Schadstoffen drin sind.» Sie sind im Sondernutzungsplan für das Areal vermerkt. Deshalb müssten die Altlasten in den kommenden 20 bis 30 Jahren abgetragen und die Böden saniert werden.

Schützen geniessen Rückhalt im Quartier

So bleibt das weitläufige Wiesland im Westen von St.Georgen vorerst unberührt. Die grosse Wiese hinter dem Schiessstand und die Beckenhalde werteten das Quartier auf, machen es zu einem attraktiven Wohnort, sagt der Präsident des Quartiervereins Thomas Giger. Er schätzt das Stück Land. «Ich hoffe, das bleibt so und es wird in Zukunft nicht verbaut.»

Blick zur Beckenhalde: Vorne der Kugelfang der 50-Meter-Schussdistanz, rechts oben im Schatten die Zielscheiben des 300-Meter-Schiessstands. Links im Bild ist der Skilift zu sehen. (Bild: Sandro Büchler)

Blick zur Beckenhalde: Vorne der Kugelfang der 50-Meter-Schussdistanz, rechts oben im Schatten die Zielscheiben des 300-Meter-Schiessstands. Links im Bild ist der Skilift zu sehen. (Bild: Sandro Büchler)

Die Schützengesellschaft geniesst den Rückhalt im Quartier. «Der Verein gehört zu St.Georgen», sagt Giger. Trotz des Schiesslärms hin und wieder, seien ihm bisher keine Reklamationen zu Ohren gekommen.

«Die Anlage ist akzeptiert im Quartier und auch gar kein Thema. Ganz im Gegensatz zur Diskussion rund um Tempo 30.»

Giger lobt den Einsatz der Feldschützen für St.Georgen. Denn dieser betreibt etwa den Skilift am Beckenhaldehang und stellt die Grundstücke für den Tennisplatz und die Familiengärten zur Verfügung. «Zu äusserst günstigen Konditionen», wie Martin Schmatz von der Schützengesellschaft sagt. Auch bei der kürzlich durchgeführten Viehschau wirkte der Schützenverein mit. Der Verein wolle im Einklang mit dem Quartier wirken. «Wenn wir schon ab und zu Lärm verursachen, wollen wir auch etwas zurückgeben.»

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