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Seelinie in Rorschach soll verschwinden, damit Land an attraktiver Seelage frei wird

Ist die Seelinie zwischen dem Rorschacher Hafen und Horn noch zeitgemäss? Mit der Aufhebung würde Land frei werden und die Hafenstadt hätte Potenzial, sich zu entwickeln. Nun wird die Idee erneut aufgegriffen.
Jolanda Riedener
Die Schienen zerschneiden die Seegemeinden Rorschach und Goldach. Durch Aufschüttungen, etwa im Bereich Arion, ist der Zugang zum Seeufer aber trotzdem gewährleistet. (Bild: Jolanda Riedener)

Die Schienen zerschneiden die Seegemeinden Rorschach und Goldach. Durch Aufschüttungen, etwa im Bereich Arion, ist der Zugang zum Seeufer aber trotzdem gewährleistet. (Bild: Jolanda Riedener)

Enttäuscht sei sie schon gewesen, räumt Monika Lehmann-Wirth ein. Die ehemalige Rorschacherberger CVP-Kantonsrätin arbeitete ein Postulat aus, das unter anderem die Seelinie zwischen Rorschach Hafen und Romanshorn überprüfen sollte. Knapp drei Jahre später, im Dezember 2017, blieb dieses von der Regierung unbeantwortet. Ohne Seelinie wären Rorschach und Goldach nicht mehr durch Schienen zerschnitten, die Zeiten, als laute Güterzüge durch Wohnquartiere donnerten, wären vorbei.

Aus historischer Sicht hat die Seelinie Rorschach–Romanshorn ihre Berechtigung. Die Industrie befand sich am See, das Kornhaus wurde strategisch zwischen Hafen und Bahnhof erstellt und die Güter mit der Bahn transportiert. «Mit dem Stadtbahnhof hat die Seelinie an Bedeutung verloren», sagt Monika Lehmann-Wirth. Pendler orientieren sich nach St. Gallen statt nach Arbon.

Ihre Idee war, dass die Regierung vertiefte Abklärungen betreffend dem Bahnangebot und der Linienführung trifft. Eine Entflechtung der Seelinie Rorschach–Horn oder einer Anbindung der Gemeinden Horn, Tübach und Steinach direkt nach St. Gallen oder abwärts nach Goldach und Rorschach hätte den Zugang zur Seepromenade frei gemacht. «Die Regierung hat es versäumt, dies zu prüfen.» Auf die Optimierungsfrage ging die Regierung in ihrer Antwort nicht ein. Trotz mehrfachem Nachhaken von Lehmann-Wirth bleibt sie eine Antwort schuldig.

«Versäumnis» hatte mehrere Gründe

Monika Lehmann-Wirth hat Anfang dieses Jahres den Kantonsrat verlassen. Mit der Seelinie habe das aber nicht zu tun gehabt. «Ich habe viel erreicht in meiner Zeit als Kantonsrätin», sagt sie. Warum aber blieb das Postulat in der Schublade liegen? Dies habe sicher auch mit personellen Wechseln zu tun gehabt. Der SP-Kantonsrat Felix Gemperle verliess das Gremium und anstelle von Benedikt Würth wechselte Bruno Damann ins Volkswirtschaftsdepartement. Nicht selten seien die Räte derart mit den Alltagsgeschäften zugedeckt, dass es nicht für langfristige Projekte reicht. Monika Lehmann-Wirt sagt:

«Es fehlt oft an Mut, visionär zu denken.»

Würde die Seelinie verschwinden, würde Land an attraktiver Stelle frei werden, das gerade die Stadt Rorschach gut gebrauchen könnte. Weiter seien auch die Unterhaltskosten von drei Bahnhöfen für Rorschach nicht zu unterschätzen. Für Gemeinden wie Tübach und Horn könnten sich durch eine neue Linienführung bessere ÖV-Anbindungen ergeben. «Die Aufhebung würde den Weg für eine Umgestaltung frei machen und die ganze Region aufwerten», ist Lehmann-Wirth überzeugt.

Wasserfallen übernimmt das Dossier

Die Sache erneut aufs Tapet bringen will nun der SVP-Kantonsrat Sandro Wasserfallen: «Natürlich hat die Idee eine riesige Dimension.» Mit Kosten in der Grössenordnung von 80 Millionen Franken sei das Vorhaben sicher nicht von heute auf morgen zu realisieren. Es sei aber umso wichtiger, das Anliegen wieder in den politischen Fokus zu rücken. Denn: «Das Potenzial durch den Wegfall der Gleise ist gigantisch», sagt Wasserfallen. Besonders attraktiv wäre das Gebiet für eine öffentliche Nutzung. Aber auch zusätzlicher Wohnraum könnte gewonnen oder bestehender aufgewertet werden. «Wenn ich an Bodenseestädte wie Lindau oder Meersburg denke, gibt es in Rorschach noch Optimierungspotenzial.»

Um aus dem Projekt mehr als reines Wunschdenken werden zu lassen, müssten mittelfristig auch Vertreter in Bundesbern für das Anliegen gewonnen werden. Ein erster wichtiger Schritt sei es nun aber, die Gemeindepräsidenten und Kantonsräte in der Region Rorschach an einen Tisch zu bringen. Wasserfallen sagt:

«Die Region muss geschlossen hinter einer solchen Idee stehen.»

Ein regelmässiger runder Tisch mit hiesigen Gemeindevertretern und Kantonsräten würde der Region ohnehin auch in anderen Belangen und Geschäften weiterbringen, ist er überzeugt.

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