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Kommentar

Sanierung von Stadtbahnhöfen in St.Gallen: Wunder brauchen etwas länger, politischer Druck bleibt nötig

Die Eisenbahn kann Beiträge zur Lösung der Stadtsanktgaller Mobilitätsprobleme leisten. Dafür muss sie allerdings weiterentwickelt werden. Und diesbezüglich lässt es der Stadtrat nach Meinung von Tagblatt-Stadtredaktor Reto Voneschen bei der Beantwortung des bisher letzten Vorstosses zum Thema aus dem Parlament deutlich an Herzblut fehlen.
Reto Voneschen
Tagblatt-Stadtredaktor Reto Voneschen.

Tagblatt-Stadtredaktor Reto Voneschen.

Die Interpellationsantwort des Stadtrates zu Zustand und Zukunft der Stadtbahnhöfe St.Fiden und Bruggen enttäuscht. Die Stadtregierung schiebt den Schwarzen Peter einzig den SBB zu – bei Sanierung und Anpassung ans Behindertengleichstellungsgesetz genauso wie bei der Verzögerung in Bruggen. In der Interpellationsantwort findet sich nichts zum Potenzial, das die Stadtbahnhöfe zur Lösung von Mobilitätsproblemen haben. Engagement fürs Thema ist nicht spürbar.

Stadtrat muss das Heft in die Hand nehmen

Die Stadtregierung hat sich die Chance entgehen lassen, durch überzeugende Kommunikation das Heft in die Hand zu nehmen und damit wieder mehr Ruhe und Vertrauen in ein emotionales Thema zu bringen. Wenn es um Verbesserungen und die Zukunft geht, mahlen die Mühlen bei den Stadtbahnhöfen nämlich extrem langsam.

In St.Fiden häufen sich Studien, Pläne und Visionen zu Papierbergen, während das für die Stadtentwicklung interessante Areal hinter dem Bahnhof immer tiefer in den Dornröschenschlaf versinkt. In Bruggen fühlen sich ÖV-Benutzer vernachlässigt: Der Halbstundentakt wie der Zustand des Bahnhofs sind Zielscheibe heftiger Kritik.

Ideen für Lösungen sind vorhanden

Der Stadtrat muss sich nicht wundern, wenn er in der Debatte der Bahnhof-Interpellation scharfe Kritik wird einstecken müssen. Nur schon der Eindruck, dass in den Bahnhöfen St.Fiden und Bruggen weiterhin wenig passieren wird, dürfte dafür sorgen. Schade ist, dass das gar nicht sein müsste.

Wer Fachleute von Stadt und Kanton mit Fragen zu den Stadtbahnhöfen konfrontiert, merkt rasch, dass hinter den Kulissen gearbeitet wird und Ideen für die Eisenbahn auf Stadtgebiet vorhanden sind. Nur beim Stadtrat ist offenbar die Energie verpufft, mit er vor kurzem rasche Verbesserungen bei der S-Bahn verlangte (und abgeblitzt ist).

Weiterhin politischer Druck nötig

Jenen, denen die Weiterentwicklung der Stadtbahnhöfe und der Eisenbahn auf Stadtgebiet am Herzen liegen, wird nichts anderes übrig bleiben, als weiter politisch aktiv zu bleiben. So behält das Thema öffentliche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wird den Fachleuten der Rücken gestärkt, die daran sind, Lösungen zu entwickeln.

Der «Stadtbahnhof-Lobby» muss aber auch bewusst sein: Die Eisenbahn kann helfen, städtische Mobilitätsprobleme zu lösen. Verbesserungen von heute auf morgen wird’s aber nicht geben. Schon kleine Veränderungen am System Eisenbahn sind in der Schweiz teuer, kompliziert und nur in zeitlich aufwendigen Verfahren zu haben.

Eisenbahnlösungen für unsere Mobilitätsprobleme sind für die Zukunft möglich, kurzfristige Wunder auf den St.Galler Stadtbahnhöfen aber nicht zu erwarten. Umso wichtiger ist es, offene Fragen rasch anzugehen und für Lösungen auch hartnäckig Druck zu machen. Zeit mit Zuschauen verplempert haben wir genug.

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