Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Sana Fürstenland: Der Neubau bleibt blockiert

Eine Einsprache verzögert den Neubau der Sana Fürstenland. Vertreter, Befürworter und Kritiker sprachen an einem Informationsanlass über eine ungewisse Zukunft, Eigeninteressen und familiäre Verstrickungen.
Noemi Heule
100 Pflegebetten und 25 Alterswohnungen verteilt auf zwei Gebäudeteile. So soll der Neubau der Sana Fürstenland dereinst aussehen. Wann gebaut werden kann, bleibt allerdings ungewiss. (Visualisierung: PD)

100 Pflegebetten und 25 Alterswohnungen verteilt auf zwei Gebäudeteile. So soll der Neubau der Sana Fürstenland dereinst aussehen. Wann gebaut werden kann, bleibt allerdings ungewiss. (Visualisierung: PD)

Stillstand. Der Status quo der Sana Fürstenland lässt sich in diesem einen Wort umschreiben. Zumindest fiel es an der Informationsveranstaltung der CVP in jeder zweiten Wortmeldung aus den Zuhörerrängen. Die einen wollten den Stillstand überwinden, die anderen dazu nutzen, das Projekt zu überdenken.

Vor über einem Jahr enthüllte die Sana Fürstenland ihre Pläne für ein Wohn- und Altersheim auf dem Andreasgelände. Nun, über ein Jahr später, hätte das Projekt kurz vor Baustart stehen sollen. Hätte. Denn es kam anders. Es kam zum Stillstand. Grund dafür ist eine Einsprache, die von der Stadt abgewiesen wurde. Doch der Einsprecher, Anwohner und ehemalige Präsident der Ortsbürgergemeinde, Alex K. Fürer, legte Rekurs ein. Dieser ist beim kantonalen Baudepartement hängig. Statt wie geplant mit dem Bau zu beginnen, wird im Sommer der Entscheid der Instanz erwartet.

Eine IG hat sich formiert

Während Architekt Bernhard Flühler vor einem Jahr im Andreassaal den Gestaltungsplan enthüllte, konnte er nun gleicherorts Details preisgeben. Es ging um die Materialwahl in den Zimmern, die Gestaltung der Flure, Gärten und Aufenthaltsräume. Um Holztäferungen, Verputze oder Steinböden. 100 Betten und 25 Alterswohnungen soll das Heim dereinst umfassen.

«Das Projekt ist überdimensioniert»

Diese Kritik kam von Marius Thürlimann, der sich als Vertreter der IG optimiertes Pflegeheim vorstellte. In aller Stille sei die IG Anfang Jahr gegründet worden mit dem Ziel, das Projekt zu überdenken. Dazu sei der jetzige Zeitpunkt, der Stillstand, ideal. «Es gibt bereits leere Pflegebetten in Gossau», begründet er.Die Zahl der Pflegeplätze verändere sich mit dem Neubau nicht, entgegnete Kathrin Hilber, Verwaltungsratspräsidentin der Sana Fürstenland. Stadträtin Helen Alder pflichtete ihr bei. Zwar sprach sie vor Kurzem in dieser Zeitung von einem leichten Überangebot an Pflegeplätzen in Gossau. Dennoch: «Der Bedarf wird steigen.»

Derzeit sind die Pflegeplätze auf zwei Altersheime verteilt. Zwei Heime, zwei Gegensätze: Das «Espel» am grünen Stadtrand und das Betagtenzentrum Schwalbe im Zentrum. Das eine war seit jeher städtisch, das andere entstand aus einem Zweckverband aus fünf Gemeinden. Sie beide bilden nun, auch ohne Neubau, die Sana Fürstenland AG. An ihrer Spitze steht Geschäftsführerin Ursina Girsberger.

Altes reparieren, statt Neues bauen

Vor einem Jahr trat sie die schwierige Aufgabe an, beide Kulturen zu vereinen. Doch statt mit personellen Differenzen kämpft sie vor allem mit einer veralteten Infrastruktur, wie sie in ihrem Referat ausführte. «In den letzten Jahren wurde wenig investiert.» Die Wasserleitungen seien alt, genauso die Heizungen. Und die Zimmer entsprächen nicht mehr den kantonalen Richtlinien. Da sich der Baustart nach hinten verschiebt, muss die Infrastruktur länger als geplant Genüge tun. Reparaturen an den beiden Häusern trieben denn auch die Kosten in die Höhe. Laut Finanzbericht einer der Hauptgründe, weshalb die Erfolgsrechnung 2017 mit einem Fehlbetrag von 93000 Franken abschloss.

Die Zusammenführung der beiden Betriebe, die Detailplanung des Neubaus, diese Arbeiten schreiten voran, auch wenn der Neubau stagniert. Kathrin Hilber möchte denn auch nicht von Stillstand sprechen:

«Wir warten nicht ab, sondern konzentrieren uns auf die Vorbereitungen.»

Es ist das Einzige, was die Sana Fürstenland beeinflussen kann, was nicht in den Händen von Einsprecher Alex K. Fürer liegt. Sollte er bis vor Bundesgericht gelangen, ist eine mehrjährige Wartezeit programmiert.

Vater gegen Sohn

Die Einsprache von Alex K. Fürer verzögert den Neubau der Sana Fürstenland auf unbestimmte Zeit. Sein Sohn dagegen, Kirchenratspräsident Matthias Fürer, steht stellvertretend für die Interessen der katholischen Kirchgemeinde. Und damit für den Bau auf dem Andreasareal. Ein Baurechtsvertrag zwischen Kirchgemeinde und Sana Fürstenland begründete das Vorhaben im Jahr 2014. «Solange Vater und Sohn in die Sache verstrickt sind, kann es keine Lösung geben», sagte ein Zuhörer an der Informationsveranstaltung vom Donnerstag. Er warf Anwohner Alex K. Fürer Eigeninteressen vor. Er habe nur eine Verzögerung des Projekts im Sinn, und zwar wegen «seiner persönlichen Säntissicht». Vor allem aber befürchtete der Wortführer, dass Fürer Junior in einem Interessenkonflikt stecke.

Diese Kritik liess Stefan Täschler als Vertreter der katholischen Kirche nicht auf sich sitzen. «Die Einsprache ist nicht im Sinne der Kirchgemeinde», sagte er und forderte eine Trennung zwischen Einsprecher und Kirche. Ohnehin sei der Vertrag noch durch den Vorgänger Fürers ausgehandelt worden. (nh)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.