Glosse
Salzkorn

Der CVP ist die Wählerschaft heilig. Darum wird das "C" geopfert.

Daniel Wirth
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Online - Leben - Kolumnen - Salzkorn

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Die christlichdemokratische Volkspartei, die CVP, will mit der bürgerlichdemokratischen Partei, der BDP, fusionieren und sich einen neuen Namen geben. «Die Mitte» soll am Samstag von den Delegierten abgesegnet werden. Jetzt regt sich Widerstand aus dem Oberwallis. Das «C» dürfe nicht aus dem Parteikürzel verschwinden. Der Buchstabe stehe für christlich, da sich die Partei an der christlichen Soziallehre ausrichte.

Mit dem neuen Namen wollen die Christlichdemokraten (Pardon: die Mittleren), neue Wählerinnen und Wähler gewinnen. Nur: Welche? Solche, die sich nicht positionieren wollen, die weder links noch rechts optimal finden, Orientierungslose, Ahnungslose? «Die Mitte» ist jedenfalls ein weites Feld.

Ob sich die Parteispitze Gedanken darüber gemacht hat, ob der anhaltende Wählerschwund wirklich dem Namen CVP oder allenfalls den politischen Inhalten der Partei geschuldet ist – ihr Weg ist unergründlich. Nur eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Wähler sind der CVP heilig, dafür soll selbst das «C» geopfert werden.