Glosse
Salzkorn

Der Duft von Apfel und Zimt: Mehr braucht es nicht, um im Glück zu schwelgen.

Melissa Müller
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Illustration: Corinne Bromundt

Je mehr man im Beinahe-Lockdown auf die eigenen vier Wände zurückgeworfen wird, desto öfter blubbert und schmort es in den Töpfen. «Für mich geht nichts über einen Bratapfel aus dem Ofenrohr, bestreut mit Zimt und Butterflocke», sagt eine ältere Frau. Die Küche fülle sich dann mit dem Duft der Kindheit.

Der Apfel, eine unterschätzte Frucht. Die Bewohner eines Gossauer Altersheims pflegen gar eine Apfelmuskultur. Das tägliche Apfelmus gehört bei ihnen zu den kleinen Freuden des Alltags.

Auch der Zürcher Foodscout Richard Kägi huldigt in seinem gross­artigen neuen Buch «Kägi kocht» dem Apfel. Bei aller Auswahl an exotischen Früchten wolle er niemals darauf verzichten. «Wer wie ich das Glück hatte, auf dem Land aufzuwachsen und auf dem Schulweg reifes Obst von den Bäumen zu stibitzen, weiss noch um den wunderbaren Geschmack beim Biss in die saftige, pralle Pracht», schreibt der Food-Guru und verrät das Rezept für seine Tarte Tatin. Aber das Glück ist auch einfacher zu haben, mit einem Bratapfel mit Zimt. Der erst noch nicht missraten kann.