Glosse

Salzkorn

Mit dem Pokerspiel hat sich quasi ein fremder Fötzel im Appenzellerland verbreitet und den Schieber und den Bieter verdrängt.

Daniel Wirth
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Illustration: Corinne Bromundt

Wer an Poker denkt, sieht vielleicht Cowboys vor sich, die im Saloon Zigaretten rauchen und Whisky trinken. Knallharte Kerle in Lederstiefeln mit Sporen dran. Den Colt haben sie neben die Dollarscheine auf den Tisch gelegt. Sie kneifen die Augen zusammen, um beim Gegenüber Eindruck zu schinden.

Poker hat sich mittlerweile stark verbreitet. Quasi als fremder Fötzel hat das Kartenspiel längst auch im Appenzellerland Einzug gehalten und den Schieber und den Bieter verdrängt. Der Beweis: Am Wochenende hat die Innerrhoder Kantonspolizei im Keller eines Restaurants in Appenzell eine Pokerrunde mit acht Spielern ausgehoben.

Wir haben es immer gewusst: Innerrhoden ist der Wilde Osten der Schweiz. In den sanften Hügeln leben ja auch viele Cowboys. Man stelle sich die illegale Appenzeller Pokerrunde vor: Acht kleine Männer in gelben Dibidäbi-Hosen. Jeder ein Lindauerli im Gesicht und schwere Halbschuhe an den Füssen. Statt Whisky gibt’s Alpenbitter. Vor dem Saloon stehen keine Pferde. Dafür acht Subaru mit Allradantrieb.