Salzkorn
Ein Goldesel für Trudi Gerster

Ein Platz in St.Gallen soll nach Trudi Gerster benannt werden. Die 2013 verstorbene Märchenkönigin liebte es opulent und liess sich ihre Basler Wohnung mit goldenen Tapeten veredeln.

Melissa Müller
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Illustration: Corinne Bromundt

Keine Partys, keine glamourösen Anlässe mehr, das Openair St.Gallen ist abgesagt. Es ist höchste Zeit für etwas Extravaganz, wenigstens zu Hause. Das geht am einfachsten mit der Farbe Gold. Schon ein einziger goldener Stuhl oder ein goldener Kerzenständer zaubern etwas Prunk in die Bude. Dass der letzte US-Präsident nicht genug bekommen konnte vom Edelmetall und sogar die Decken in seinem Penthouse vergolden liess, lassen wir jetzt mal beiseite.

Auch Trudi Gerster hegte eine Vorliebe für Goldglanz: Die bekannteste Märchenerzählerin der Schweiz umgab sich in ihrer Basler Wohnung mit goldenen Tapeten. Dort verbrachte die kleine, zarte Frau mit der starken Stimme über vierzig Jahre. In ihre Heimatstadt St. Gallen wollte die Diva nie zurückkehren. Doch nun soll ein Platz im Quartier Heiligkreuz nach ihr benannt werden. Ob er dann wohl üppig geschmückt wird, mit der goldenen Kugel des Froschkönigs, einem Goldesel und dem goldenen Schuh von Aschenputtel? Das hätte der Märchenkönigin bestimmt gefallen.

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