Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Aussteller kritisiert Rorschacher Stadtsaal: «Lokale in Zürich kosten weniger»

Die neuen Mietpreise für den Rorschacher Stadtsaal sind noch nicht einmal öffentlich, schon gibt es Kritik: Ein Fotograf, der regelmässig Vorträge in dem Gebäude hält, moniert, die Preise hätten sich seit der Übernahme der Stadt mehr als verdoppelt.
Martin Rechsteiner
Die Miete für den Stadtsaal Rorschach soll zu hoch sein. (Bild: Martin Rechsteiner)

Die Miete für den Stadtsaal Rorschach soll zu hoch sein. (Bild: Martin Rechsteiner)

«Es ist schade, eigentlich besuche ich gerne auch kleinere Städte wie Rorschach mit meinen Reisevorträgen», sagt der Winterthurer Corrado Filipponi. Der Profifotograf kommt seit über zehn Jahren jedes zweite Jahr in die Hafenstadt und lädt zu Multimedia-Vorträgen, an denen er seine Bilder, aufgenommen in allen möglichen Ecken der Welt, zeigt. Heute Donnerstag wäre er wieder nach Rorschach gekommen, um Aufnahmen von seiner Skandinavien-Reise zu zeigen. Denn der Stadtsaal, in dem Filipponi mit seinen Vorträgen jeweils zu Gast war, ist für den Fotografen keine Option mehr. Stattdessen referiert er am Sonntag in St.Gallen.

Der Grund, weshalb Filipponi nicht mehr an den See kommt, ist der Preis des Stadtsaals. «Früher hat die Saalmiete 450 Franken gekostet. Jetzt sind es auf einmal 1000.» Für den Fotografen ist das zu viel:

«Das sind 300 Franken mehr, als ich für grössere und modernere Säle in Zürich bezahle, etwa im Volkshaus.»

«Und neuerdings müsste ich in Rorschach auch noch selbst Stühle aufstellen, das bedeutet, dass ich noch eine Person mehr engagieren muss.» Kurzum: Für Filipponi wäre der Auftritt in der Hafenstadt eine «finanzielle Nullnummer», wie er sagt. Es gebe noch andere, die das genauso sähen und nicht mehr in den Stadthof kämen, sagt Filipponi, ohne Namen nennen zu wollen.

«Wer den Saal füllt, holt das Geld wieder rein»

Markus Fäh, Leiter des zuständigen Amts für Bau und Entwicklung der Stadt Rorschach, sagt: «Wenn Mieter den Saal füllen und von der Möglichkeit Gebrauch machen, zu wirten, dann holen sie das Geld mehrfach wieder rein.» Die Tarife sind vom Stadtrat noch nicht offiziell beschlossen und deshalb nicht öffentlich kommuniziert worden. Die Stadt wendet die Gebühren allerdings bereits an, wie auf Anfrage bestätigt wird. Konkrete Zahlen nennen will aber niemand. Es seien exakt die Beträge, die aus der Vernehmlassung mit den Ortsparteien und Vereinen hervorgegangen seien, wie Fäh sagt. «Sie orientieren sich am Kostendeckungsprinzip und wurden bei der Festlegung von allen Seiten akzeptiert», betont er.

In der Vergangenheit ist folgende Preisgestaltung öffentlich geworden: Gemeinnützige Vereine der Region mit Fokus ihrer Tätigkeit auf Rorschach sollen pro Abend 500 Franken bezahlen, weitere Nutzer ohne gewerbsmässigen Hintergrund 700 und kommerzielle Nutzer 1050 Franken. Das würde sich etwa mit der von Filipponi genannten Zahl – er passt nur in die teuerste Kategorie – decken.

An den Nachbarn orientiert

Es sei jedoch das erste Mal, dass er etwas Negatives vonseiten der Mieter höre, sagt Fäh. «Die vielen Reservationen für 2019 sprechen eine klare Sprache.» Wie teuer der Stadthof im Vergleich zu Anlagen in Schweizer Städten wie Zürich ist, will er nicht beurteilen.

«Wir haben uns bei der Preisgestaltung an unseren Nachbargemeinden orientiert.»

Verglichen mit der Mehrzweckhalle Rorschacherberg zum Beispiel, sei der Stadthofsaal sogar leicht günstiger.»

Hinter einem Preisanstieg für Mieter gegenüber früher vermutet Fäh folgende Ursache: Der Vorgänger der Stadt, ein privater Pächter des Stadthofs, habe die Preise selbst bestimmt und dabei nach eigenem Gutdünken stark variiert. «Der Fotograf dürfte damals stark davon profitiert haben.» Jetzt seien die Preise einheitlich.

Jazzclub will informieren

Nachdem der private Betreiber den Stadthofsaal und das Restaurant vergangenes Jahr aufgegeben hatte, ist die Stadt in die Bresche gesprungen. Im Restaurant arbeitet jetzt ein Catering-Service, die Saalvermietung hat die Stadt übernommen. Von den Vereinen und Ortsparteien hat sie den Auftrag erhalten, die Lokalität günstig an Einheimische zu vermieten. Schon länger hat der Jazzclub Rorschach deshalb Interesse daran bekundet, den Stadthof als Konzertlokal zu nutzen. «Kommende Woche werden wir unsere Pläne mit dem Stadthof mitteilen», sagt Mitglied Andy Leumann auf Anfrage.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.