Rorschach: Saisonstart im Mitmach-Museum

Das Museum im Kornhaus Rorschach hat seit dieser Woche geöffnet. In den Ausstellungen geht es um Bewegung und Verkehr, fast überall dürfen die Besucher Hand anlegen.

Martin Rechsteiner
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Stadtpräsident Thomas Müller und Stadtrat Ronnie Ambauen liefern sich ein Eisenbahn-Rennen. (Bild: Martin Rechsteiner)

Stadtpräsident Thomas Müller und Stadtrat Ronnie Ambauen liefern sich ein Eisenbahn-Rennen. (Bild: Martin Rechsteiner)

Wer über die Türschwelle des Museums im Kornhaus (MIK) am Rorschacher Hafen tritt, spürt erst einmal Kälte. Das dicke Gemäuer des Gebäudes hat die Wärme der vergangenen Frühlingstage noch nicht ins ungeheizte Innere gelassen. «Kommen Sie mal im Winter vorbei», sagt Pascal Fuhrimann, operativer Leiter des Museums, mit einem leicht zynischen Lächeln. Er ist heute kurzärmlig unterwegs.

Seit Herbst haben er und sein Team an der neuen Ausstellung gearbeitet. «Wenn es kalt ist, arbeitet man dafür ein bisschen schneller», sagt Hermann Fuhrimann, Vater von Pascal und ebenfalls Leiter des Museums. Die Anwesenden lachen. An diesem Donnerstagabend haben die Fuhrimanns zur Vernissage geladen. Seit Montag zeigt das Museum seine aktuelle Ausstellung Bewegung 2.0.

Gehirn, Kostüme und Eisenbahnen

Die Ausstellung katapultiert Besucher erst einmal ins Zeitalter der Pfahlbauer. Im ersten Stock finden sich Exponate aus der Zeit, als die Menschen am Bodensee noch in Holz- und Lehmhäusern lebten. Die Besucher dürfen Objekte in die Hand nehmen. «Eigentlich sind wir eine Erlebniswelt, kein Museum», sagt Hermann Fuhrimann.

Pascal Fuhrimann, operativer Leiter Museum im Kornhaus. (Bild: Martin Rechsteiner)

Pascal Fuhrimann, operativer Leiter Museum im Kornhaus. (Bild: Martin Rechsteiner)

Sein Sohn Pascal führt durch die Ausstellung. Unter dem Motto Bewegung zeigt das Museum allerlei aus den Bereichen Technik und Verkehr aber auch Geschichte, Geografie, Kultur und Biologie. So ist im zweiten Stock ein grosser Teil der Ausstellung dem menschlichen Gehirn gewidmet. Und im dritten Stock gibt es etwa Kleidung aus der Österreichischen Kaiserzeit zum Anprobieren. Ein grosser Abschnitt ist den Themen Flugverkehr und Eisenbahn gewidmet. Besonders zum Thema wird in dieser neunten Saison des Museums im Kornhaus die «Barrierenstadt» Rorschach. «13 Bahnübergänge mit Barrieren gibt es, der längste Schienenabschnitt ohne Barrieren ist nur 270 Meter lang», sagt Pascal Fuhrimann.

Zur Ausstellung hinzu kommen Hindernisparcours, Kugelbahnen und allerlei Geschicklichkeitsspiele. Und es darf wieder auf Hometrainern gestrampelt werden: «Bewegung 2.0 ist eine Weiterentwicklung der letztjährigen Ausstellung, die Bewegung hiess», sagt Pascal Fuhrimann. Die Besucher sollen staunen, einerseits ab seltsamen Präparaten wie einem ausgestopften «Hirsch-Hasen» aber auch dank optischer Täuschungen oder physikalischer «Wunder» wie Hologramme mittels Hohl­spiegeln. Oder Plasmakugeln zum Anfassen. All dies macht das Museum zu einer Art kleines, buntes Technorama am Bodensee.

Ein starker Saisonstart

«Die Saison ist gut angelaufen», sagt Pascal Fuhrimann. In den vier Tagen, die das MIK nun geöffnet hat, seien über 400 Besucherinnen und Besucher erschienen.

«Vergangenes Jahr kamen über die gesamte Saison 8000 Besucher.»

Noch arbeiten das dreiköpfige Museumsteam und seine Helfer an einigen der Exponate. «Mancherorts sind wir noch beim letzten Schliff», sagt Fuhrimann. Und natürlich gebe es bereits wieder Dinge, die repariert werden müssen, nachdem die Besucher am Werk waren. «Damit müssen wir als interaktives Museum rechnen.»

Hinweis

Das Museum im Kornhaus hat bis am 27. Oktober täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet.