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Stadthof Rorschach: Saalmieter sollen selber wirten

Die Stadt Rorschach trennt im Stadthof den Saal vom Restaurant. Saalbenützer sollen die Gastronomie neu selber organisieren. Der Stadtrat schlägt auch für die Nutzung weiterer Räume der Stadt neue Regeln vor.
Fritz Bichsel
Den Saal vermietet die Stadt neu selber. Das Restaurant Stadthof bleibt vorerst geschlossen. (Bild: Fritz Bichsel)

Den Saal vermietet die Stadt neu selber. Das Restaurant Stadthof bleibt vorerst geschlossen. (Bild: Fritz Bichsel)

Der Stadtrat schlägt einen Wechsel punkto Stadthof vor: Neu soll die Stadt den Saal selber und wie eine Mehrzweckhalle betreiben. Es soll eine Trennung vom Restaurant erfolgen. Dies und Detailbestimmungen bis zu den Preisen sowie neue Regeln für die Nutzung von Räumen und Anlagen in allen Liegenschaften der Stadt unterbreitet der Rat der Bevölkerung. Einwohner, Vereine und weitere Organisationen können sich ab Montag dazu in der Vernehmlassung äussern. Die Unterlagen sind ab dann auf der Homepage der Stadt abrufbar. Vereine erhalten zudem ein Schreiben.

Wie viel kostet es, den Stadthofsaal zu benützen? Bis vor gut zwei Monaten galt: Je mehr Gastronomie bestellt wurde, desto tiefer war der Preis. Das Gastronomische lieferten die Wirte des «Stadthofs». Sie hatten das Restaurant und den Saal als Einheit gepachtet von der Stadt. Doch ein weiterer Versuch, den Betrieb in dieser Art zu retten, scheiterte. Auch Chandran Saravanamuthu («Sandro») von der Pizzeria Capri gab auf. Knapp zwei Jahre zuvor hatten Kettenmeyers als letzte Pächter über längere Zeit plötzlich aufgehört. Schon damals sagte Stadtpräsident Thomas Müller: «Der Betrieb ist so wohl nicht mehr möglich. Wir müssen prüfen, den Saal und das Restaurant zu trennen.» Denn schon vorher hatte es Defizite und mehrere Pächterwechsel gegeben.

Nun ist das Restaurant geschlossen, und den Saal vermietet die Stadt selber. Diese Aufgabe übernahm der Bereich Bau und Stadtentwicklung, wo die Fäden für städtische Liegenschaften zusammenlaufen. Weitere Stadtmitarbeiter stehen für den Betrieb im Einsatz. Von den Veranstaltern, die den ganzen Saal oder einen Teil reserviert hatten, sagten einzelne ab. Mit den anderen, «mehr als 90 Prozent», fand die Stadt nach Auskunft von Markus Fäh einzeln eine Lösung. Jetzt können Nutzer Catering von aussen beiziehen oder selber wirten.

Selber einrichten und wirten oder Dienste einkaufen

«Der Saalbetrieb war nach heutiger Beurteilung ein wirtschaftliches Hindernis für ein funktionierendes Restaurant», sagt der Stadtpräsident. Die Behörde liess deshalb durch den Bereich Bau und Stadtentwicklung unter Leitung von Markus Fäh Grundlagen erarbeiten: für getrennten Betrieb des Saals durch die Stadt selber und gleichzeitig für die Neuorganisation der Nutzung aller städtischen Liegenschaften (siehe Text unten). Ein Reglement legt die Grundsätze fest. Darüber werden nach der Vernehmlassung und der allfälligen Anpassung die Bürger im Referendumsverfahren entscheiden. Die Nutzung des Saals kostet neu immer eine Grundgebühr. Dabei werden drei Kategorien unterschieden: gemeinnützige Vereine der Region mit Fokus ihrer Tätigkeit auf Rorschach, weitere Nutzer ohne gewerbsmässigen Hintergrund und kommerzielle Nutzer. Entsprechend abgestuft beträgt der Grundpreis für eine Belegung zum Beispiel für den ganzen Saal samt Bühne 500, 700 oder 1050 Franken. Zusätzlich stellt die Stadt in Rechnung: die Nutzung weiterer Räume (wie dem Office), von Geräten sowie ihre Dienstleistungen. Zu letzteren gehört der Aufbau der Bestuhlung. Vereine und Veranstalter können wählen, ob sie selber einrichten und wirten oder Dienste bei Firmen und Stadt einkaufen.

Die Kombination von Saal und Restaurant war ab der Eröffnung des Stadthofs vor drei Jahrzehnten etliche Jahre finanziell ein Erfolg. Einige Vereine bedauerten jedoch, dass sie nicht selber wirten konnten und so die Finanzierung von Anlässen schwierig war. Nun die Gastronomie selber übernehmen, ist im Stadthofsaal eingeschränkter möglich als in gut ausgestatteten Mehrzweckhallen, weil er keine Küche hat. Dafür ist der Preis etwas tiefer als in solchen Hallen. Er ist so berechnet, dass die Kosten für Betrieb und Investitionen gedeckt sind, erklärt Markus Fäh.

Räume der Stadt mitbenützen wird einfacher

Wie beim Stadthofsaal regelt die Stadt Rorschach bei allen ihren Liegenschaften neu, wie auch Vereine, weitere Organisationen, Private und kommerzielle Veranstalter Räume und Anlagen benützen können. Als Ziel setzte der Stadtrat, dass das künftig «einfacher und nutzerfreundlicher» möglich ist. Ein neues Reglement als Grundlage gilt für den Stadthofsaal, die Turn- und Sportanlagen, geeignete Schulräume, weitere Veranstaltungsräume und gegebenenfalls Bauten und Anlagen, die der Stadtrat später hinzufügt. Weiter hat der Bereich Bau und Stadtentwicklung Nutzungsbestimmungen und Tarife erarbeitet. Gemeinnützige Organisationen mit Fokus ihrer Tätigkeit auf Rorschach erhalten Rabatt und eine weitere Vergünstigung: «Vereine und Institutionen dieser Nutzergruppe, die Jugendförderung betreiben oder sich für die Allgemeinheit einsetzen, sowie die beiden Kirchenteile und die Ortsbürgergemeinde Rorschach können die Infrastruktur einmal pro Jahr gratis nutzen. Für die Nebenkosten ist bei Gratisnutzung ein Pauschalbetrag von 150 Franken zu bezahlen.» Für Jugendsport stellt die Stadt die Turn- und Sportanlagen ganz gratis zur Verfügung.
Vermietung oder Gratisabgabe erfolgen für Räume und Anlagen der Schule weiterhin durch das Schulsekretariat.

Für die weiteren Liegenschaften der Stadt – samt dem Stadthofsaal – ist neu der Bereich Bau und Stadtentwicklung zuständig. Für jede Belegung wird ein Vertrag abgeschlossen. Die unterschiedlichen Verträge für Turnhallen, für andere Schulanlagen und für Veranstaltungen in städtischen Liegenschaften regeln die Details von den benützbaren Räumen und Einrichtungen über die Preise bis zur Schlüsselrückgabe. Alle diese Unterlagen gehen jetzt als Vorschläge an die Bevölkerung zur Vernehmlassung. Über das Reglement entscheiden schliesslich die Bürger. Die weiteren Bestimmungen und die Tarife kann bei Bedarf der Stadtrat anpassen.


Das vorher mit dem Stadtsaal kombinierte Restaurant Stadthof bleibt mindestens vorerst geschlossen. «Es war schon etliche Jahre keine Erfolgsgeschichte mehr», sagt Stadtpräsident Thomas Müller. «Zuerst müssen nun die vorgeschlagene Trennung vom Saal geregelt sein und Erfahrungen gesammelt werden. Ob die Stadt den Restaurantbetrieb danach wieder öffnet, hängt davon ab, dass sie einen Pächter mit einem überzeugenden Konzept für ein nicht bereits bestehendes Angebot findet.» (fbi)


Hinweis
Die Vernehmlassung bei Bevölkerung und Organisationen zum Reglement, Tarifen und Verträgen, ist vom 11. Juni bis 6. Juli ersichtlich unter www.rorschach.ch.

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