S-Bahn in der Stadt St.Gallen: Hauseigentümerverband fordert schnelle Verbesserungen

Der Hauseigentümerverband der Stadt St.Gallen kritisiert den Kanton für die «Hinhalte- und Verzögerungstaktik» beim Ausbau der S-Bahn in der Stadt. Er fordert ein rasches Handeln.

David Gadze
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Die S-Bahn-Verbindungen im Westen der Stadt St.Gallen - wie hier am Bahnhof Bruggen - sind mangelhaft. Die Rufe nach Verbesserungen und einem Viertelstundentakt werden immer lauter. (Bild: Ralph Ribi/3. September 2018)

Die S-Bahn-Verbindungen im Westen der Stadt St.Gallen - wie hier am Bahnhof Bruggen - sind mangelhaft. Die Rufe nach Verbesserungen und einem Viertelstundentakt werden immer lauter. (Bild: Ralph Ribi/3. September 2018)

Der Hauseigentümerverband der Stadt St.Gallen (HEV) stimmt in die Kritik ein, die bereits die Stadt St.Gallen und die Regio Appenzell AR–St.Gallen-Bodensee wegen der S-Bahn am Kanton geäussert haben. Eine Studie zeige, dass entgegen bisheriger Verlautbarungen des Kantons ein verbessertes S-Bahn-System ohne drittes Gleis zwischen Gossau und St.Gallen möglich wäre. Mit «verhältnismässig geringen Investitionen» für ein Wendegleis in der Sommerau in Gossau und einer zusätzlichen
S-Bahn zwischen Gossau und St.Gallen im Halbstundentakt könnte ein Viertelstundentakt für die Stadtbahnhöfe Winkeln, Bruggen und Haggen erreicht werden, schreibt der HEV in einer Mitteilung. Das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr wolle nun aber nicht etwa handeln und diesen neuen Lösungsansatz forcieren.

«Weitere Abklärungen und notwendige Arbeiten werden stattdessen auf die lange Bank geschoben.»

Die Entscheidungsgrundlagen sollen erst 2023 vorliegen, sodass konkrete Verbesserungen beim Angebot erst 2030 möglich wären. Dieses Zuwarten sei «nicht sachgerecht».

Optimale S-Bahn als Standortfaktor

Es sei auch unverständlich, dass ausgerechnet die überdurchschnittlich wachsenden Quartiere Winkeln und Bruggen nicht besser mit dem ÖV erschlossen würden, schreibt der HEV. Bei der Priorisierung der Arbeiten lasse der Kanton auch die Bedeutung und Dringlichkeit einer optimalen S-Bahn als Standortfaktor und Treiber für die Entwicklung von Schlüsselarealen ausser Acht. Dabei müsste das Volkswirtschaftsdepartement solche Zusammenhänge erkennen.

Das vom Kanton 2013 eingeführte S-Bahn-Konzept könne bezüglich der Erschliessung der Quartiere Winkeln, Bruggen und Haggen als «Flickwerk» bezeichnet werden. Deshalb fordert der HEV den Kanton erneut auf, dieses Flickwerk zu beheben, Fahrzeiten und Linien auch auf den Fernverkehr auszurichten und für Reisende minimale Warte- und Umsteigezeiten zu schaffen. Die langen Fahrzeiten und weiten Distanzen der innerstädtischen Busse in der Talsohle seien keine Alternative zu schnellen S-Bahnen. «Die gewählte Hinhalte- und Verzögerungstaktik des Kantons ist deshalb nicht mehr zielführend.» Bei der Bestimmung der Netto-Mehrkosten für den Betrieb der zusätzlichen S-Bahn-Linien seien zudem mögliche Einsparungen aus parallelen Busbetrieben in der Stadt und der Region zu ermitteln.

In St.Gallen bleibt die S-Bahn eine Sorgenbahn

Der Kanton hat von einem externen Beratungsbüro untersuchen lassen, ob im Westen der Stadt St.Gallen ein Viertelstundentakt der S-Bahn möglich wäre. Das Ergebnis ist ernüchternd, eine schnelle Lösung nicht in Sicht.
David Gadze