Rundgang
«Ein niederschwelliges missionarisches Angebot»: In Häggenschwil lädt der Osterweg zum gemütlichen Frühlingsspaziergang ein

Noch bis zum 25. April zieren Holzschilder den Rundweg zwischen Häggenschwil, Roggwil und Berg. Darauf erzählen und interpretieren Primarschulkinder die Geschichten des Osterfests. Ansprechen soll der Weg jedoch nicht nur Kirchgängerinnen und Kirchgänger.

Sebastian Rutishauser
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Der rund drei Kilometer lange Osterweg führt über Wiesen und durch Wäldchen: Gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Der rund drei Kilometer lange Osterweg führt über Wiesen und durch Wäldchen: Gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Bild: Sebastian Rutishauser

Ein besinnlicher Frühlingsspaziergang über Hügel und Felder mit Ausblick auf das Alpsteinpanorama – begleitet von zwölf Geschichten: Zwischen den Gemeinden Häggenschwil, Roggwil und Berg lädt seit Karfreitag ein etwa einstündiger Rundgang dazu ein, der Ostergeschichte wandernd auf die Spur zu kommen.

Auf zwölf Schildern wird die Leidensgeschichte und Auferstehung von Jesus Christus erzählt – untermalt durch Bilder von Religionsschülerinnen und -schülern der Primarschule Häggenschwil. Start und Ende des Spaziergangs befinden sich bei der Kapelle Maria Ruggisberg, direkt neben dem landwirtschaftlichen Museum.

Ein ökumenisches Projekt

Das schöne Wetter habe dafür gesorgt, dass der Weg über die Ostertage sehr gut besucht gewesen sei, sagt Alex Burkart von der Katholischen Pfarrei Häggenschwil. Zusammen mit Barbara Friedinger von der Evangelischen Kirchgemeinde Roggwil steht er hinter dem Projekt, das noch bis zum 25. April dauert. Als Religionslehrer leiten die beiden den ökumenischen Unterricht in der Gemeinde Häggenschwil.

Für Barbara Friedinger und Alex Burkart ist der Osterweg eine Herzensangelegenheit.

Für Barbara Friedinger und Alex Burkart ist der Osterweg eine Herzensangelegenheit.

Bild: Sebastian Rutishauser

Für Friedinger ist klar: «Das Projekt soll den Kindern dabei helfen, sich aktiv mit der Passionsgeschichte auseinanderzusetzen.» Ein wichtiger Bestandteil davon sei das Malen der Bilder und Schreiben der Texte gewesen. In Dreiergruppen hätten sich die 39 Zweit- und Drittklässler jeweils einem Teil der Geschichte gewidmet. «Es hat Spass gemacht, zuzuschauen, wie die Kinder miteinander über die Taten der einzelnen Protagonisten diskutiert haben.»

Der Spaziergang ist laut Friedinger für alle Altersgruppen geeignet. Auch müsse dazu keineswegs der regelmässige Kirchgang gepflegt werden: «Solche Geschichten sind Teil unserer Kultur, dafür muss man nicht gläubig sein.» Burkart sagt dazu:

«Der Weg kann als ein niederschwelliges missionarisches Angebot gesehen werden.»
An jeder der zwölf Stationen wartet jeweils eine Geschichte. Der Weg endet schliesslich mit der Erzählung des Osterfests in der Kapelle Maria Ruggisberg.

An jeder der zwölf Stationen wartet jeweils eine Geschichte. Der Weg endet schliesslich mit der Erzählung des Osterfests in der Kapelle Maria Ruggisberg.

Bild: Sebastian Rutishauser

Die Idee des thematischen Spaziergangs an der frischen Luft ist nicht neu. Schon im Herbst musste aufgrund der Pandemie eine Alternative zum jährlichen Weihnachtskrippenspiel gefunden werden: Mit einem Weihnachtsweg sei dies laut Burkart geglückt: «Wir erhielten dazu viel positives Feedback. Die Leute kamen sogar aus den Nachbarregionen.»

Auch deshalb hätten er und Friedinger sich dazu entschlossen, den Osterweg in der gleichen Art und Weise durchzuführen. Einzig die Route sei eine andere. Friedinger sagt: «Jetzt, wo die Schilder zur Verfügung stehen, wird es in Zukunft wahrscheinlich noch weitere Wanderungen geben. Ideen zu Geschichten aus der Bibel haben wir reichlich.»

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