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Tag der offenen Tür bei der Kesb Region Rorschach: Ein Besuch bei den Umstrittenen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) stellt für viele ein Reizwort dar. In Goldach gab es am Tag der offenen Tür viele Fragen aber kaum Kritik.
Fritz Bichsel
Wettbewerb und Information am Tag der offenen Türen beim Kinder- und Erwachsenenschutz für die Region Rorschach in Goldach. (Bild: fbi.)

Wettbewerb und Information am Tag der offenen Türen beim Kinder- und Erwachsenenschutz für die Region Rorschach in Goldach. (Bild: fbi.)

In dieses Haus geht man üblicherweise lieber nicht. An diesem Samstagvormittag kommen jedoch gut dreihundert Leute von Rheineck bis Mörschwil und Berg durch die offene Tür. In Sitzungsräumen und Büros am Breitenweg unterhalb der Migros Goldach erfahren sie, wie bei der Kesb für die Region Rorschach entschieden wird: über Massnahmen, wenn Kinder nicht ausreichend betreut und Erwachsene nicht mehr urteilsfähig sind. Und wie die angegliederte Berufsbeistandschaft die Massnahmen – von Hilfe durch eine Beistandsperson bis zu Einweisung in eine Institution – umsetzt.

Leute kommen oft mit Fragen

Bruno Gschwend, Präsident der Kesb Region Rorschach, empfängt eine Gruppe Besucher zur Information am ersten Posten. Zum Ablauf eines Falls von der Meldung aus dem Umfeld der Person, der Schule oder einer Amtsstelle über Abklärung bis zu Entscheid und Umsetzung fragen Besucher besonders: Wie werden Betroffene einbezogen und angehört? Können sie Entscheide anfechten? Fälle kommen nicht zur Sprache. Und von der verbreiteten Kritik an vielen Kesb in der Schweiz ist nichts zu hören. Von Gschwend ist zu erfahren, dass auch ausserhalb des Tages der offenen Tür Einwohner freiwillig in die Kesb kommen – oft mit Fragen, wenn sie erwägen, eine gefährdete Person zu melden.

«Kritische Töne gibt es praktisch keine»

Auch der Goldacher Gemeindepräsident Dominik Gemperli als Präsident des Zweckverbandes der Gemeinden stellt nach drei Stunden fest: «Die Leute haben Fragen, wollen sich informieren. Kritische Töne gibt es praktisch keine.» Das sei auch unter dem Jahr so. Nur sehr selten habe er eine Person am Telefon oder im Büro, die sich über diese Behörde ärgere oder beschwere.

Nach der Umstellung von nebenamtlichen Vormundschaftbehörden in den Gemeinden auf die professionellen Kesb vor fünf Jahren erlebte auch die Behörde für die Region Rorschach turbulente Zeiten. Das habe sich gewandelt, schreibt sie in ihrem jüngsten Jahresbericht: Aufgrund von Erfahrung und auch von Umdenken habe sie Vertrauen in ihre Tätigkeit schaffen können. Die Akzeptanz in der Bevölkerung scheine zu wachsen.

Das Meiste zahlen die Gemeinden

Beigetragen hat auch, dass zusätzliche Stellen geschaffen wurden. Nun haben Kesb und Berufsbeistandschaft für die Region Rorschach ein Jahresbudget von 3.4 Millionen Franken. Davon decken die Gemeinden aus Steuern 2.9 Millionen, Gebühren die restliche halbe Million.

Der Wandel bedeutet nicht, dass das 27-köpfige Team nun immer in Ruhe die Arbeit erfüllt. «Das kann zwar inzwischen zwei Monate so gehen, aber dann kann eine Woche folgen, in welcher es mehrmals räbelt», berichtet Berufsbeistand Walter Bentivoglio. Unzufriedene oder uneinsichtige Betroffene machen sich gelegentlich so massiv Luft, dass Kesb oder Berufsbeistandschaft die Polizei einschalten müssen.

Mitarbeitende erklären, was sie tun

Zu sehen ist in den Goldacher Räumen der Kesb wenig: Büros, Personal, Papier, Bildschirme. Am Besuchstag machen die Mitarbeitenden ihre Tätigkeit erfahrbar an Schautafeln, mit mündlichen Erläuterungen und in persönlichen Gesprächen. Auch bei den Berufsbeiständen bringen Besucher Punkte zur Sprache, zu denen sie aus Medien oder ihrem Umfeld dieses und jenes hörten. Kritik oder Einwände zu konkreten Fällen sind aber auch hier nicht zu hören.

Ein Mensch kann beitragen, dass in seinem Sinn entschieden und gehandelt wird, wenn er dazu nicht mehr selber in der Lage ist. In Vorträgen im Technischen Zentrum der Gemeinde informieren die rechtskundigen Kesb-Mitglieder Dominik Glogg und Natalie Morgenegg über die Möglichkeiten: im Bereich von Pflege über Wohnsituation bis zu Finanziellem mit einem Vorsorgeauftrag, im medizinischen Bereich mit einer Patientenverfügung. Dieses Angebot nutzen rund hundert Besucher.

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