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Rückschritt für die Sana Fürstenland: Einsprecher finden Gehör

Das kantonale Baudepartement wirft der Stadt Gossau rund um den Neubau der Sana Fürstenland formelle Mängel vor. Die Gegner des Projekts wittern eine Chance, die Stadt erleidet einen Rückschlag.
Noemi Heule
Bereits 2015 hätte das Andreaszentrum im Gossauer Ortskern einem Neubau weichen sollen. Seither hat sich wenig getan. (Bild: Benjamin Manser)

Bereits 2015 hätte das Andreaszentrum im Gossauer Ortskern einem Neubau weichen sollen. Seither hat sich wenig getan. (Bild: Benjamin Manser)

Bis heute Dienstag hat die Stadt Gossau Zeit, auf ein Schreiben des kantonalen Baudepartements zu reagieren. Im Dokument, das dem «Tagblatt» vorliegt, werden ihr teils schwere Verfahrensmängel in der Causa Sana Fürstenland vorgeworfen. Ausgangslage ist eine Einsprache gegen den Neubau des Pflegeheims auf dem Andreas-Areal. Sie war von der Stadt abgewiesen worden, worauf die Einsprecher mit einem Rekurs an den Kanton gelangten. Auf eine inhaltliche Prüfung des Projekts ist das Departement erst gar nicht eingegangen. Vielmehr krankte das Vorhaben bereits an Formalitäten. Sie könnten den Baustart weiter verzögern.

Der Rekurs sei «voraussichtlich gutzuheissen», heisst es in dem Brief an die Stadt Gossau. Denn eine erste Beurteilung hat drei formelle Mängel zutage gefördert. Sie betreffen den Teilstrassenplan, den Teilzonenplan sowie den Gestaltungsplan der Sana Fürstenland.

Weitere Auflageverfahren sind programmiert

Hauptkritikpunkt ist der Teilstrassenplan, der nicht – wie gesetzlich vorgeschrieben – an ein Strassenprojekt geknüpft ist. Auch der Teilzonenplan sei nicht zulässig, wie es in der vorläufigen Beurteilung heisst, da er nie öffentlich auflag. Zudem fliesst unterhalb des geplanten Baus der Lindenbergbach. Will die Stadt darauf verzichten, das eingedolte Gewässer freizulegen, muss sie dies neuerdings wegen einer Gesetzesänderung ebenfalls öffentlich auflegen.

«Der Stadt wird die Möglichkeit eingeräumt, die Fehler zu beheben», heisst es weiter. Bis heute läuft die Frist für eine Rückmeldung an den Kanton. Gestern wollte sich der Stadtrat auch noch nicht zum Verfahren oder zum weiteren Vorgehen äussern. Sicher ist: Die revidierten Pläne sind teilweise erneut an Auflagefristen gebunden. Dies bietet den Anwohnern erneut die Möglichkeiten, Einsprache zu erheben und damit den Baustart weiter hin­auszuzögern.

Längst hat die Einsprache und das folgende Rekursverfahren von Anwohner Alex K. Fürer und der KFK Immobilien AG das Projekt zum Stillstand gebracht. Ein Zustand, der weitere Kritiker auf den Plan rief. So will die IG den Zeitpunkt nutzen, das Projekt für ein optimiertes Pflegeheim in seinen Grundzügen zu hinterfragen. Von einem Steilpass für die Gegner des Projekts, spricht denn auch Rechtsanwalt Urs Pfister, der die Rekurrenten im Baurechtsverfahren vertritt. Der vorläufige Entscheid des Baudepartements sei eine «Chance, das Projekt grundsätzlich zu überdenken».

Stadt lässt sich nicht auf Grundsatzkritik ein

Mit den Verfahrensmängeln ist es für die Einsprecher und Rekurrenten nicht getan. Vielmehr stellen sie inhaltliche Eckpunkte des Projekts in Frage, genauso wie weit zurückliegende politische Entscheide. Die Kritikpunkte im Rechtsverfahren sind denn auch zahlreich: Die Einsprecher bemängeln etwa den fehlenden Bedarf für weitere Pflegebetten in Gossau sowie den aus ihrer Sicht falschen Standort mitten im Zentrum. Derzeit ist ein Bau mit rund 100 Betten auf dem Andreas-Areal geplant.

Auf diese inhaltliche Kritik will sich die Stadt nicht einlassen. «Der politische Auftrag ist klar», sagt Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter von Gossau. Die Stimmbürger haben dem Projekt 2013 mit 78 Prozent Ja-Stimmen deutlich zugestimmt. Damals ging man davon aus, bereits 2015 mit dem Bau beginnen zu können.

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