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Ruckhalde bei St.Gallen: Opposition mit grünem Daumen meldet nun doch Forderungen an

An der Ruckhalde soll nach dem Willen der Stadt St.Gallen neuer Wohnraum entstehen. Derzeit dort aktive Gärtnerinnen und Gärtner wollen sich aber nicht einfach vertreiben lassen. In einem offenen Brief haben sie jetzt Position bezogen.
Reto Voneschen
Das Mosaik der Familiengärten an der Ruckhalde. (Bild: Benjamin Manser - 25. März 2019)

Das Mosaik der Familiengärten an der Ruckhalde. (Bild: Benjamin Manser - 25. März 2019)

Mit Eröffnung des Tunnels wurde die Eisenbahnlinie quer über den Ruckhalde-Hang überflüssig und damit aufgehoben. Die Stadt will am Hang eine neue Wohnüberbauung planen lassen. Die Grünfläche zwischen Oberstrasse und Riethüsli steht allerdings nicht ganz leer. Im oberen Teil wird seit 1946 ein Familiengarten betrieben.

Ein Drittel der Gartenparzellen wurde bereits in Zusammenhang mit dem Bau des Ruckhalde-Tunnels aufgehoben. Die verbleibenden rund 70 Gärtnerinnen und Gärtner wehren sich in einem offenen Brief an verschiedene Stellen der Stadt dagegen, dass allenfalls auch noch der Rest ihres Areals in Zusammenhang mit der geplanten Wohnüberbauung aufgehoben werden könnte.

Schon genug leere Wohnungen in der Stadt?

Es sei angesichts anderer Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zu befürchten, dass die Gartenaufhebung an der Ruckhalde ersatzlos erfolgen solle, heisst es im offenen Brief. Das sei für die Betroffenen nicht akzeptabel. Und es sei gar nicht nötig, argumentieren die Familiengärtnerinnen und Familiengärtner: In der Stadt St.Gallen gebe es bereits viele leer stehende Wohnungen. Der Leerwohnungsbestand liege bei 2,4 Prozent, was zum Vergleich zu Zürich (0,2 Prozent) und Bern (0,4 Prozent) sehr hoch sei.

Trotzdem würden immer weiter neue Wohnüberbauungen erstellt, und zwar häufig auf Kosten öffentlich genutzter Brachen oder Flächen. Die Familiengärtnerinnen und Familiengärtner fordern daher von der Stadt, dass ein Bauvorhaben an der Ruckhalde konkret erst geplant werden darf, wenn «nachweislich Bedarf an weiterem Wohnraum vorhanden ist». Der Bedarf nach Familiengärten sei anderseits nämlich da: An der Ruckhalde bestehe aktuell eine Liste mit 13 Personen, die hier gerne gärtnern würden.

Lebensqualität, Integration und Natur

Der offene Brief geht ausführlich auf Notwendigkeit und Vorteile öffentlicher Familiengärten im Stadtgebiet ein. Das Gartenareal an der Ruckhalde sei ein gutes Beispiel dafür: Es handle sich um einen «Ort gelebter gesellschaftlicher Integration». In diesem Mikrosmos treffe alt auf jung, träfen «in einem lebendigen sozialen Gefüge» Menschen diverser Kulturen und Religionen konstruktiv und friedlich aufeinander.

Die Ruckhalde von oben: Der Teil ober- und unterhalb des durch die Hecke markierten Bahntrassees soll mit Wohnungen überbaut werden. Offen ist das Schicksal der rund 70 Familiengärten im unteren Teil des Areals. (Bild: Benjamin Manser - 25. März 2019)

Die Ruckhalde von oben: Der Teil ober- und unterhalb des durch die Hecke markierten Bahntrassees soll mit Wohnungen überbaut werden. Offen ist das Schicksal der rund 70 Familiengärten im unteren Teil des Areals. (Bild: Benjamin Manser - 25. März 2019)

Für die Pächterinnen und Pächter der Familiengärten bedeuteten diese weiter ein gutes Stück Lebensqualität: «Erholung durch Musse» und «Fitness durch vielseitige gärtnerische Tätigkeiten». Dazu komme, dass der Familiengarten Ruckhalde mit seiner naturnahen Bewirtschaftung bis heute ein wertvolles Refugium für viele Wildpflanzen und Wildtiere sei.

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