Nach zweijähriger Auszeit: Rotmöntler sprinten wieder

Das Schülerparlament hat sich durchgesetzt: Nach zweijähriger Auszeit findet «Dä schnellscht Rotmöntler» dieses Jahr wieder statt.

Christoph Renn
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Die Schule strich 2017 und 2018 «Dä schnellscht Rotmöntler» wegen zu ehrgeizigen Eltern aus dem Programm des Sporttages. (Bild: Getty)

Die Schule strich 2017 und 2018 «Dä schnellscht Rotmöntler» wegen zu ehrgeizigen Eltern aus dem Programm des Sporttages. (Bild: Getty)

Jedes Jahr rannten in Rotmonten die Kinder des Quartiers um die Wette. Zu ehrgeizige Eltern machten den Schülerinnen und Schülern jedoch einen Strich durch die Rechnung. Weil «Dä schnellscht Rotmöntler» zu einem extremen Wettbewerb verkommen sei, sahen sich die Lehrkräfte gezwungen, den «Klassiker» aus dem Programm des Sporttages zu kippen, begründete die Schule den Entscheid. Das war im Jahr 2017. Nun, nach zwei Jahren Auszeit, findet das Rennen am 23. August wieder statt.

Den Anstoss zum Umdenken haben engagierte Schüler gegeben. «Einige Fünftklässler vom Schülerparlament haben mir gesagt, dass sie den schnellsten Rotmöntler unbedingt wieder durchführen wollen», sagt Schulleiterin Monika Dorner. In der Folge habe sie eine Umfrage bei allen Klassen durchgeführt. Und das Ergebnis war eindeutig: «Die Sprecher sämtlicher Klassen haben bestätigt, dass sie wieder ein Wettrennen am Sporttag haben wollen.» Für die Neuauflage des «schnellsten Rotmöntler» muss sich aber einiges ändern.

Eltern forderten elektronische Zeitmessung

An früheren Wettrennen hat es jeweils unschöne Diskussionen gegeben, welches Kind das schnellste war. Manche Eltern hatten die Rangliste angezweifelt und sich über ungenaue Zeitmessungen beklagt. Die Lehrkräfte mussten in der Folge sehr genaue Messungen durchführen. So forderten manche Eltern gar eine digitale Zeitmessung, Zielfotos und Zeitlupe. Natürlich war dieser Aufwand viel zu gross. Der neue «schnellste Rotmöntler» soll laut Monika Dorner unkompliziert über die Bühne gehen. «So ist die Teilnahme beispielsweise freiwillig.» Auch auf eine elektronische Zeitmessung werde verzichtet. «Wir wollen ihn so unkompliziert wie möglich organisieren», sagt Dorner. Die Kinder wünschen sich das Rennen und sie sollen es erhalten. «Ich hoffe, dass die Eltern nach den Vorkommnissen der vergangenen Jahre etwas sensibilisiert sind für die Problematik.» Denn primär gehe es um die Freude der Kinder.

Schüler müssen sich fürs Rennen anmelden

Wie viele Schüler am 23. August – am selben Tag findet das Quartierfest Rotmonten statt – mitrennen, ist zurzeit noch nicht bekannt. «Die Kinder können sich für den Wettlauf anmelden», sagt Monika Dorner. Je nach dem, wie viele Schüler mitrennen, werde der Wettlauf organisiert. Es mache einen Unterschied, ob es ein Rennen mit 20 oder mit 200 Teilnehmern gebe.

Die Freude über den positiven Entscheid zum «schnellste Rotmöntler» ist auch beim Quartierverein Rotmonten spürbar. Denn das Rennen war und ist laut Vereinspräsident Gerold Schneider eine wichtige Tradition im Quartier.

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