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Rosenkrieg in Thal: Gemeinde streicht Beiträge zur Rosenpflege

120 Rosenstöcke säumen die Treppe zum Thaler Restaurant Steiniger Tisch. Weil die Gemeinde ihren Anteil von jährlichen 1000 Franken nicht mehr zahlen will, droht der Eigentümer, die Rosenpflege einzustellen.
Jolanda Riedener
(Bild: Rudolf Hirtl)(Bild: Rudolf Hirtl)
(Bild: Christoph Rutishauser)(Bild: Christoph Rutishauser)
(Bild: Christoph Rutishauser)(Bild: Christoph Rutishauser)
(Bild: Christoph Rutishauser)(Bild: Christoph Rutishauser)
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120 Rosenstöcke blühen in Thal auf der Treppe zum «Steinigen Tisch»

Vor 30 Jahren pflanzte der Thaler Winzer August Rutishauser 120 Rosenstöcke entlang der Treppe zum «Steinigen Tisch» in Thal. Seither erfreuen sich Besucher und Ortsansässige über die Blumenpracht, die an die Reben im Buechberg bei Thal grenzt – eines der grössten Weinanbaugebiete des Kantons. Es war auch August Rutishauser, der das Weingut am Steinig Tisch damals aufgebaut hatte, das heute Roman Rutishauser in dritter Generation führt.

Um die Rosen kümmert sich heute Christoph Rutishauser – Sohn von August. Er erreichte, dass sich seit einigen Jahren die Tourismuskommission, die Ortsgemeinde und die politische Gemeinde Thal an den Kosten der Rosenpflege beteiligen. Denn die Handarbeit im steilen Gelände sei gemäss dem 68-Jährigen nur mit erheblichem körperlichem Einsatz und mehrheitlich durch Handarbeit zu bewältigen. Dass die politische Gemeinde nun nicht mehr bereit ist, ihren Beitrag von 1000 Franken beizusteuern, stösst bei Christoph Rutishauser auf Unverständnis.

Jährlich wende er 60 bis 70 Arbeitsstunden für die Pflege der Rosen auf. Nun stelle sich die Gemeinde quer. «Scheinbar ist es der Gemeinde Thal nichts wert, sich an der touristischen Attraktivität dieses öffentlichen Weges zu beteiligen», schildert Rutishauser. Deshalb sehe er sich gezwungen, seinerseits die Pflege des Rosenweges einzustellen, heisst es im Schreiben an die politische Gemeinde weiter.

«Ich finde das schade. Denn während der Arbeit an den Rosenstöcken erhalte ich sehr viele positive Rückmeldungen von Passanten», sagt der pensionierte Winzer. Die Pflege kostet gemäss Rutishauser jährlich 5000 bis 5500 Franken, wovon er 2000 bis 2500 Franken selber berappe. Die restlichen 3000 Franken teilten sich bis anhin Ortsbürger, Tourismuskommission und Gemeinde zu gleichen Teilen von je 1000 Franken. Neben dem Arbeitsaufwand setze sich der veranschlagte Betrag aus Material- und Maschinenkosten zusammen.

Andere Organisationen erhalten auch nichts

Wenig Verständnis für die Vorgehensweise von Christoph Rutishauser hat Thals Gemeindepräsident Röbi Raths. Rutishauser hatte davon Kenntnis, dass von der Gemeinde ab 2018 keine Beiträge mehr geleistet werden. Dass er darauf nicht das Gespräch mit dem Gemeinderat gesucht habe und stattdessen an die Presse trete, sei aus seiner Sicht nicht gerade die feine Art, so Raths. «Das Engagement von Christoph Rutishauser ist lobenswert», sagt Raths.

Dennoch gibt es gemäss Raths auch andere Bürger, die Idealismus zeigen und etwas für die Gestaltung der Gemeinde unternehmen – und kaum Beiträge dafür erhalten. Zum Beispiel die Wanderweg-Wölfe Thal, die sich für schöne Wanderwege in der Gemeinde einsetzen.

Weiter sei aus der Abrechnung von Rutishauser zu entnehmen, dass er pro Arbeitsstunde für die Rosenpflege einen Lohn von 68 Franken beanspruche. Bei durchschnittlich 65 Arbeitsstunden kämen jährlich rund 4500 Franken nur für den Arbeitsaufwand zusammen.

Ortsgemeinde springt ein

Abhilfe schaffen im Clinch ums Rosenbeet will nun die Ortsgemeinde Thal. Sie beantragt der Bürgschaft an der Versammlung von heute Freitag, die 1000 Franken, die bisher die politische Gemeinde bezahlte, zu übernehmen, was einer Verdoppelung des bisherigen Betrags ihrerseits entspricht. «Wir finden den Rosenweg eine tolle Sache», sagt Präsident Simon Diezi. Die Rosenstöcke am Weg zum «Steinigen Tisch» seien bei der Bevölkerung gerne gesehen: «Das Gemeinwohl liegt uns am Herzen und wir wollen Hand bieten.»

Über das Angebot der Ortsbürger zeigt sich Christoph Rutishauser sehr zu frieden. Er freut sich über die Unterstützung und hofft, die Ortsbürger stimmen dem Antrag zu.

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