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Rorschachs Schatzmeister geht in Pension

Erich Lowiner hat während 34 Jahren die Finanzen der Stadt Rorschach im Auge gehabt. Seine Pensionierung will er mit einer Töfftour feiern.
Jolanda Riedener
Erich Lowiner mit dem «Handbuch des Rechnungswesens der öffentlichen Haushalte». (Bild: Res Lerch)

Erich Lowiner mit dem «Handbuch des Rechnungswesens der öffentlichen Haushalte». (Bild: Res Lerch)

Erich Lowiner geht am Freitag in Pension. Er hat am 3. Januar 1985 im Rorschacher Rathaus seinen Job als Stadtbuchhalter angetreten. Das ist auch schon ein Weilchen her und Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton kam erst vier Tage nach Lowiners Amtsantritt auf die Welt. Er erinnert sich:

«Das war damals wirklich der berühmte Schubs ins kalte Wasser.»

Er hatte im Vorfeld eine KV-Lehre bei der Starrag in Rorschacherberg absolviert, arbeitet dann sechs Jahre bei der Schweizerischen Kreditanstalt (heute CS) und kehrte zur Starrag zurück, wo er das Buchhalterdiplom absolvierte.

Zu jener Zeit war die Stadt Rorschach im Umbruch. Nach dem Tod von Stadtpräsident Werner Müller wurde Marcel Fischer, der vorher dem Stadtrat angehörte, zum neuen Stapi gewählt. Fischer scharte Leute um sich, mit denen er die Herausforderung «Rorschach» meistern wollte. Einer davon war Erich Lowiner, der zwar Ahnung vom Verwalten von Finanzen hatte, aber herzlich wenig vom Bereich der öffentlichen Verwaltung. «Die klassische Handarbeit in der Buchhaltung war noch allgegenwärtig», erinnert er sich. «Ich bin damals ungewollt auch noch EDV-Verantwortlicher geworden, denn es galt, die Verwaltung auf Computerbasis umzubauen. Doch nicht nur das. Ich wurde auch gleich noch Chef Pensionskasse. Das war für einen jungen Typen wie mich sehr interessant und ich erinnere mich gerne daran zurück, dass ich als Pensionskassenverwalter von rund 80 Millionen Franken immer ein gern gesehener Gast war.»

Die Verwaltung neu organisiert

Wer über so einen langen Zeitraum in einer Stadtverwaltung arbeitet, hat vieles zu erzählen. «Zurückblickend war es die Umstellung vom Handbetrieb der Zetteliwirtschaft auf die Elektronik, die am meisten geprägt hat. Dann auch der Zusammenschluss von Stadt und Schulgemeinde und die Veränderungen innerhalb der Stadtverwaltung», sagt Lowiner, der unter den Stadtpräsidenten Marcel Fischer und Thomas Müller wirkte. «Insbesondere nach dem Wechsel im Stadtpräsidium konnte ich zusammen mit dem damaligen Stadtschreiber und dem neuen Stadtpräsidenten die Verwaltung reorganisieren. Die Abschaffung vom Parlament, die Einführung der Bereichsleitungen und den Verwaltungsreglementen fiel in diese Zeit. Dies geschah in nächtlichen Sitzungen und an Rückzugsorten am See bis die Köpfe rauchten – und wir auch.»

Seine Nachfolge im Rathaus ist geregelt und um die ihm zur Verfügung stehende Pensionszeit braucht er sich auch keine Sorgen zu machen. Da sind zwei Enkel da, die sich auf ihren Opa freuen und zwei alte Töffs stehen auch noch herum und warten darauf, dass an ihnen herumgeschraubt wird. Unter anderem plant er eine grosse Töfftour rund um die iberische Halbinsel. Und dann will er sich noch im Netzwerk Rorschach für den Fortbestand der Eisarena kümmern. Ebenfalls aktiv ist er am Jubiläum «75 Jahre Offiziersgesellschaft» involviert. Langweilig wird es Erich Lowiner also bestimmt nicht.

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