Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Rorschacherbergerin engagiert sich seit 30 Jahren für die Menschenrechte

Silvia Heuberger gibt seit 30 Jahren jenen eine Stimme, die Unrecht erfahren. Sie hofft ihr Engagement in der Amnesty-International-Gruppe in Rorschach noch lange weiterführen zu können.
Jolanda Riedener
Streifen am Horizont heisst die einzige Amnesty-Skulptur der Schweiz, die seit sechs Jahren beim Würth-Haus steht. (Bild: Jolanda Riedener)

Streifen am Horizont heisst die einzige Amnesty-Skulptur der Schweiz, die seit sechs Jahren beim Würth-Haus steht. (Bild: Jolanda Riedener)

Silvia Heuberger mag es nicht, wenn anderen Menschen Unrecht getan wird. «Ungerechtigkeit stört mich schon seit meiner Schulzeit», sagt die Rorschacherbergerin. Aufgewachsen ist sie am Thurgauer Bodenseeufer. Den See möchte die 62-jährige, gelernte Hochbauzeichnerin nicht mehr missen. Seit 30 Jahren engagiert sie sich in der Rorschacher Gruppe von Amnesty International. Derzeit zählt diese lediglich vier aktive Mitglieder. «Nachwuchs zu finden ist schwierig.» Die Gruppe sei auch etwas überaltert. Aber man habe viele Sympathisanten und passive Mitglieder, auf die der Verein zählen kann.

Vor 36 Jahren fand die Rorschacher Amnesty-International-Gruppe zusammen und bestand aus rund zehn Mitgliedern. Silvia Heuberger habe damals schon in der Region gewohnt und zeigte auch Interesse an der Arbeit der Gruppe. Bis sie beigetreten sei, habe es aber noch etwas gedauert. Eine Standaktion beim Rorschacher Marktplatz habe ihr Interesse an der Nichtregierungsorganisation geweckt, die sich in erster Linie den Menschenrechten verschrieben hat.

«Menschenrechte sind nicht selbstverständlich»

Einmal pro Monat treffen sich die vier Mitglieder zum Austausch. Weiter fallen jährliche Zusammenkünfte der regionalen Ostschweizer Amnesty-Gruppen an oder die Teilnahme an der Generalversammlung. Als Fixpunkte ist die Gruppe im März am Tag der Frau mit einer Standaktion in Rorschach aktiv sowie am 10. Dezember, am internationalen Tag der Menschenrechte. Zudem beteiligt sie sich an Friedensmärschen oder unterstützt andere Amnesty-Gruppen bei Tätigkeiten und Sammeln für Petitionen.

Aktuell spricht sich Amnesty gegen die Fremde-Richter-Initiative der SVP aus und verteilt entsprechende Flyer. «Menschenrechte sind für uns in der Schweiz selbstverständlich. Das ist längst nicht überall auf der Welt so», sagt Silvia Heuberger. Wenn sie Passanten bei Standaktionen in der Hafenstadt antrifft, hört sie immer wieder: «Eure Aktionen bringen doch nichts. Die in Bern machen doch, was sie wollen.» Sie zeige dann auf, dass ihr Engagement sehr wohl etwas bewirkt.

«Es gibt zahlreiche Fälle, bei denen wir es mit unseren Briefen geschafft haben, Druck auf Regierungen auszuüben», sagt Heuberger. Die internationale Bewegung sieht eine ihrer Hauptaufgabe im Schreiben von höflich formulierten Briefen an Regierungen in aller Welt, die sich für Menschenrechtsverletzungen zu verantworten haben. Auch ausserhalb ihrer Vereinstätigkeit ist Silvia Heuberger engagiert. Sie ist unter anderem beteiligt im Verein Begegnung Plus, der als Projekt den Rundweg um die vier Schlösser in Rorschacherberg realisiert hat. Weiter liest sie gerne. Übers Weltgeschehen informiert sie sich in der Zeitung. Derzeit will sie sich mit dem 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert und dem Hintergrund der Menschenrechte näher auseinandersetzen.

Emotionale Berichte zu Haftentlassungen

In der Schweiz gibt es 80 Amnesty-Gruppen, darunter auch Jugend- und Themengruppen. An Treffen werden gelegentlich ausländische Sprecher eingeladen. «Das ist wirklich emotional», sagt Heuberger. Aus erster Hand habe sie zum Beispiel erfahren, was ihr Engagement für einen in Saudi Arabien Gefangenen bewirkt habe. In diesem Fall habe man die Haftbedingungen deutlich verbessern können. Weiter wurde ein Blogger aus dem Tschad, dem lebenslange Haft drohte, freigelassen. «Solche Erfolge lösen Freude aus», sagt die Rorschacherbergerin. Wir haben Glück, an einem so schönen Ort zu leben. Nicht alle Menschen können das von sich behaupten. Sie brauchen eine Stimme und wir können ihnen eine geben.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.