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Rorschacherberg: Uferweg-Gegner haben sich formiert

Was er anpackt, macht Christian Vetsch entweder richtig oder gar nicht. Auch zum geplanten Seeuferweg in Rorschacherberg hat der ehemalige FDP-Ortsparteipräsident eine klare Meinung.
Rudolf Hirtl
Christian Vetsch im Hörnlibuck in Rorschacherberg, wo er im Sommer oft anzutreffen ist. (Bild: Rudolf Hirtl)

Christian Vetsch im Hörnlibuck in Rorschacherberg, wo er im Sommer oft anzutreffen ist. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Firmensitz von Christian Vetsch’ SQC AG in Rorschacherberg ist nur einen Steinwurf vom Neuseeland entfernt. Jenem Ort also, wo Spaziergänger künftig vorne am Wasser vom Industrieareal Kopp bis zum Hörnlibuck laufen können, wenn denn die Stimmbürger am 10. Februar «Ja» sagen zum Kredit über 4,5 Millionen Franken.
Als Co-Präsident des Komitees «Nein zur Seeuferaufschüttung» wird Vetsch ein überzeugtes Nein ins Stimmkuvert legen. Aber nicht etwa, weil er sich um die Privatsphäre der am Seeufer lebenden Mitbewohner sorgen würde, sondern weil ihn das vom Gemeinderat vorgelegte Projekt nicht überzeugt.

«Mehr Müll wäre die Folge eines Seeuferwegs»

Der ehemalige FDP-Ortsparteipräsident ist in Rorschacherberg im Schönegg aufgewachsen und wohnt heute weit über dem See im Weiler Hasenhaus; mit grossartigem Blick auf den Bodensee. Er bezeichnet sich selber als echten Seebuben. Er ist im Sommer regelmässiger Gast in der Badi Hörnlibuck und hat zuletzt auch den Bootsführerschein gemacht. Trotz aller Liebe zum See, von der nun geplanten Kombination von Aufschüttung und Stegen hält er wenig. «Ich sehe nicht ein, wieso man vorne am Seeufer einen teuren Weg bauen soll, wenn an der Churerstrasse ein vernünftiger Geh- und Radweg realisiert werden kann, der grossteils erst noch vom Kanton mitfinanziert wird.»

Der 56-Jährige erinnert an den vergangenen Sommer mit wochenlangem tollen Badewetter. «Wir hatten hier an der Seebleichestrasse ein riesiges Verkehrschaos; alles war zugeparkt von Hörnlibuck-Gästen. Auch der Bus hatte Mühe durchzukommen. Wenn nun ein Weg am Seeufer gebaut wird, so ist zu befürchten, dass sich diese Situation noch verschärfen wird.» Es sei nicht wünschenswert, diese Form von Tourismus zu fördern. Viele Beispiele am Bodenseeufer würden zeigen, dass Littering dann eine kaum zu bewältigende Begleiterscheinung sei.

Und was ist mit der ökologischen Aufwertung, der Revitalisierung des Seeufers vor dem Neuseeland? «Die Sandsteinmauer wurde 1860 gebaut. Seither wurde sie der Natur überlassen. Nach beinahe 150 Jahren ist die Renaturierung schon längst geschehen. Da muss mir heute doch niemand erzählen, dass wir dies nun künstlich machen sollen», sagt er überzeugt. Würde am Seeufer mit den gleichen Grundsätzen gehandelt, so hätte seiner Meinung nach beispielsweise auch das Firmengebäude von Würth weiter vorne nicht ohne Renaturierung gebaut werden dürfen.

Die Kosten könnten markant höher ausfallen

Christian Vetsch war früher in der GPK der Gemeinde Rorschacherberg. Wenig erstaunlich also, dass er insbesondere den Kosten sein Augenmerk schenkt. «Laut der Grobkostenschätzung in den Abstimmungsunterlagen ist eine Verteuerung von 25 Prozent möglich, zumal selbst Ingenieure nicht sagen können, wie stabil der Seegrund ist. Zählt man die echten Kosten, jene für den kombinierten Geh- und Radweg, den der Kanton an der Churerstrasse ja auch noch will, sowie die Anschlusskosten, etwa die Zufahrt im Hörnlibuck, zusammen, so wird ersichtlich, dass wir von Ausgaben gegen acht Millionen Franken ausgehen müssen.»

Selbstverständlich würden die Häuser am Neuseeland an privilegierter Lage stehen, räumt er ein und stellt in Frage, ob man diesen Zustand zwingend aufheben muss. «Wenn am Zürichsee auf St. Galler Seite das Seeufer selbst auf Landwirtschaftsboden nicht zugänglich ist, da frage ich mich, wieso es derselbe Kanton hier unbedingt zugänglich machen will.»

Befürworter nun als Neidgenossen hinzustellen, das ist dem Unternehmer zu billig. Er hält nichts von einer solchen Kategorisierung. «Jeder soll eine Meinung haben und diese auch äussern. Es ist wünschenswert, dass möglichst viele Leute ihre Stimme abgeben, damit wir ein aussagekräftiges Resultat haben.»

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