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Rorschacherberg: Er hat als Kind Krebs überlebt und sammelt jetzt Geld für die Krebsforschung

Mit neun Jahren ist Paul Bruhin an Leukämie erkrankt. Er hat ihn besiegt und tritt nun am Sonntag für krebskranke Kinder in die Pedale.
Sheila Eggmann
Paul Bruhin macht mit beim «Race for Life». (Bild: shi)

Paul Bruhin macht mit beim «Race for Life». (Bild: shi)

Sein Ziel sind zehn Runden. Beim Spendenrennen «Race for Life» in Bern will Paul Bruhin 50 Kilometer mit dem Velo zurücklegen. Und so, zusammen mit einem Team, 5000 Franken für Krebspatienten sammeln.

Insbesondere die Kinder liegen dem 53-Jährigen am Herzen. «Bei Kinderkrebs geht es nicht nur darum, die Betroffenen zu heilen, sondern auch darum, ihre Spätfolgen zu minimieren», sagt er.

Benefiz-Velomarathon für Krebskranke

Jährlich erhalten in der Schweiz 40'500 Menschen die Diagnose Krebs, gemäss Kinderkrebs Schweiz sind 300 davon Säuglinge und Kinder. Zugunsten der Krebsforschung führt «Race for Life» jährlich ein Benefiz-Velomarathon in Bern durch. In diesem Jahr findet er morgen Sonntag, 10 bis 18 Uhr, statt. Für die Mitfahrer gibt es vier Velostrecken zur Auswahl, die kürzeste ist ein Kilometer lang und führt durch die Innenstadt, die längste führt in 31 Kilometern rund um den Berner Hausberg Gurten. Am gleichen Tag gibt es auf dem Bundesplatz ein Solidaritätsfest, bei dem unter anderem die Berner Musiker Florian Ast und Müslüm auf der Bühne stehen werden.

Bruhin weiss, wovon er spricht. Er selbst ist mit neun Jahren an Leukämie erkrankt. Die damalige Therapie hat bei ihm gut angeschlagen. Er sagt:

«Doch ich habe mich zurückgezogen, war eher ein scheues Kind»

Ein Quartal hat Bruhin in der Schule gefehlt, danach waren viele Mittwochnachmittage für die Chemo reserviert. «Ich habe erst jetzt im Nachhinein gehört, dass ich schon weniger Energie als die anderen Kinder hatte. Aber ich habe das damals nicht wirklich mitbekommen.»

Als Folge der Therapie bekam Bruhin einmal einen starken epileptischen Anfall. «Doch ansonsten hatte ich sehr grosses Glück.» Er hat den Krebs besiegt und keinen Rückfall gehabt. Das, obwohl die Heilungschancen damals gering waren. «Schätzungsweise bei zehn Prozent.» Auch das habe er erst viel später erfahren.

Noch bis ins Alter sind Auswirkungen spürbar

Heute können gemäss der Organisation Kinderkrebs Schweiz vier von fünf Kindern von ihrer Krebserkrankung geheilt werden. «Aber um diese Heilungserfolge zu erreichen, müssen wir Ärzte zum Teil sehr aggressive Therapien anwenden», sagt Eva Maria Tinner, Kinderonkologin und -hämatologin gegenüber Kinderkrebs Schweiz.

«Oft sind wir gezwungen, an die Grenzen dessen zu gehen, was der kindliche Organismus ertragen kann.»

Auch wenn Kinder Therapien aufgrund ihrer hohen Regenerationsfähigkeit besser vertragen würden als Erwachsene, würden gewisse Organschäden zurückbleiben. Diese zeigen sich zum Teil erst im Erwachsenenalter. So auch bei Paul Bruhin. «Bei mir wurden unter anderem als Spätfolgen ein leichter Herzfehler sowie Schilddrüsenprobleme festgestellt.»

In der Ostschweiz gibt es das Angebot nicht

Bruhin weiss das nur, weil er seit kurzem jährliche Nachfolgeuntersuchungen macht. «Bis 2015 war mir nicht bewusst, wie wichtig das ist», sagt er. Für die Kontrollen geht er extra nach Liestal (BL). Dies, weil er dort alle Untersuchungen am gleichen Tag machen kann. «Blutentnahme, Augenärztliche Kontrolle, Herzultraschall und so weiter.»

In der Ostschweiz gehe das noch nicht, hier müsste er für jeden Untersuch einzeln ins Spital fahren. «Das ist sehr schade.» Darauf aufmerksam zu machen ist noch ein Grund für Bruhin, beim «Race for Life» mitzumachen.

Sein Team «Survivors and Friends» hat bis Freitagabend 4240 Franken von 40 Spendenden zusammengetragen. Das Motto der motivierten Gruppe ist: «Wir beweisen, dass mit vereinten Kräften alles möglich ist.» Spenden können noch bis Ende September gemacht werden.

Hinweis

Wer Paul Bruhins Team unterstützen möchte, kann das auf www.raceforlife.ch/kinderkrebs.

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