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«Das Rauchverbot macht Existenzen kaputt» – Wirte am Rorschacher Hafenbahnhof kämpfen dagegen an

Das Rauchverbot an der Rorschacher Hafenmeile, das ab 1. Juni 2019 gelten soll, schlägt in den sozialen Medien hohe Wellen: Die Nutzer solidarisieren sich mit den Wirten. Erstmals spricht auch die Stadtverwaltung Rorschach.
Noah Salvetti
Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: An der Rorschacher Hafenmeile ist das Rauchen ab 1. Juni 2019 verboten. (Bild: Sandro Büchler)

Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: An der Rorschacher Hafenmeile ist das Rauchen ab 1. Juni 2019 verboten. (Bild: Sandro Büchler)

Ab 1. Juni 2019 ist an allen Schweizer Bahnhöfen das Rauchen verboten. Das kündigte der Verband Öffentlicher Verkehr (VöV) in einer Medienmitteilung an. Betroffen ist auch der Rorschacher Hafenbahnhof. Hier empfangen zahlreiche Lokale ihre Gäste, erschlossen werden die Beizen über das Perron des Bahnhofs, der den SBB gehört.

Durch das Verbot verlören die Gäste der Lokale jegliche Möglichkeit, eine Zigarette zu rauchen. Einzige Ausnahmen: Fumoirs, die in den kleinen Lokalen oft gar keinen Platz hätten, und die durch die SBB definierten Raucherbereiche, die mit einem Fussmarsch verbunden wären. Bei den Wirten stösst die Kunde auf Unmut – gross ist die Angst, rauchende Kundschaft zu verlieren und den Betrieb eventuell sogar aufgeben zu müssen.

Solidarität in den Sozialen Medien

Die Neuigkeit verbreitete sich schnell in den Sozialen Medien: Sowohl auf der Tagblatt-Facebook-Seite, als auch in der Gruppe «Du bisch vo Rorschach, wenn...» äussern sich zahlreiche Nutzer, sei es mit traurigen Smileys oder etwa mit Kommentaren. Die Reaktionen sind einerlei – Die Gäste solidarisieren sich mit den Gastronomen, allen voran mit Helvetia-Pächter Albin Streule und bedauern den Entscheid des VöV. «Geht’s noch?», schreibt etwa eine Nutzerin, eine weitere kommentiert: «Das Rauchverbot war mit ein Grund, weshalb ich selbst mit Wirten aufhören musste. So macht man Existenzen kaputt!» Sie hoffe, dass sich für die Wirte am Perron alles zum Guten wendet.

«Das Rauchverbot war mit ein Grund, weshalb ich selbst mit Wirten aufhören musste. So macht man Existenzen kaputt!»

«Aktuell sitzen wir draussen in der Kälte, weil man drinnen nicht mehr rauchen darf. Ist das nun auch verboten, ist der Höhepunkt erreicht. Und wenn ich zuerst zu Fuss gehen muss, um zu einem Raucherbereich zu gelangen, kann ich auch direkt zu Hause bleiben», beschwert sich Stammgast Zoran Gajdos gegenüber TVO. Roland Spoerri, ebenfalls angestammter Kunde im Helvetia, sagt: «So etwas ist paradox und diskriminierend.»

Da Albin Streules Lokal zu klein dimensioniert ist, um Platz für ein Fumoir zu bieten, bliebe nur noch der Eingangsbereich seines Restaurants – ein Streifen von etwa einem Meter Breite. Ein Facebook-Nutzer schreibt dazu: «Damit kämest du ins Guinness-Buch der Rekorde für das kleinste Aussen-Fumoir der Welt: Rauchen wie auf dem Pissoir – in einer Reihe!»

Helvetia-Pächter Albin Streule(Bild: Noah Salvetti)

Helvetia-Pächter Albin Streule
(Bild: Noah Salvetti)

Nach mässig erfolgreichen Abklärungen mit den SBB plante Albin Streule sogar, gemeinsam mit Hafenkebap-Betreiber Nurretin Semsoglu eine Petition gegen das Verbot zu lancieren. Die SBB äusserten sich nicht dazu. Man könne keine genauen Angaben machen, liess Mediensprecher Oli Dischoe bereits vergangene Woche verlauten. Mittlerweile hat sich die Rorschacher Stadtverwaltung zu Wort gemeldet.

Rechtsgrundlage für Rauchverbot fehlt

Eine Nutzerin appelliert in ihrem Kommentar an die Stadtverwaltung Rorschach: «Ich kann nur hoffen, dass sich die Stadt so etwas nicht gefallen lässt! Wir hier haben Freude an jedem kleinen Lokal, das unsere Stadt belebt!»

Marcel Aeple, Stadtschreiber in Rorschach, sagt: «Die Hafenmeile ist ein Spezialfall. Das Grundstück gehört den SBB, die auch für die Reinigung des Areals zuständig sind. Allerdings ist das südseitige Perron gemäss Strassenplan auch als öffentliche Gemeindestrasse dritter Klasse klassiert. Die politischen Gemeinden haben die Hoheit über jene Strassen. Für ein Rauchverbot auf einem öffentlichen Weg gibt es keine Rechtsgrundlage und eine solche Vorschrift liesse sich nicht ohne weiteres erlassen.»

«Ich kann nur hoffen, dass sich die Stadt so etwas nicht gefallen lässt! Wir hier haben Freude an jedem kleinen Lokal, das unsere Stadt belebt!»

Er hoffe darauf, dass man die Umsetzung des Rauchverbots an jedem Bahnhof individuell beurteile. Die SBB hätten mit der Stadtverwaltung jedoch noch keinen Kontakt aufgenommen, sagt Aeple.

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